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MrsPinky
MrsPinky (Rang: Bachelor)

Kann man durch intensives Lernen seinen IQ steigern?

Ist der IQ eines Menschen genetisch festgelegt und nicht wesentlich veränderbar oder kann man ihn durch extensives Lernen und Studieren steigern?

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Nanika

Nanika

Rang: Einsteigerin (10) | Intelligenz (9)

5 Stunden nachdem die Frage gestellt worden ist (13.01.2006 15:10)

1

Jede Form der Kompetenz kann zunächst mal als erlernbar angenommen werden. Heißt, ich kann Englisch, Schreinern, Musik, Mathematik, Bildhauern und ähnliches lernen. Das ist zugegebenermaßen eine Banalität, denn sonst wäre ja Schule überflüssig.

Aber auf dieser Banalität beruht einerseits die Tatsache, dass auch Intelligenz erlernbar ist, andererseits auch die Grenze der Möglichkeiten.

Ich versuchs mal mit einem Bild: Ich komme als Kind auf die Welt und hab ein bestimmtes Gefäß, in das das Erlernte reingefüllt werden kann. Das Gefäß ist bei den Menschen unterschiedlich groß und hat auch unterschiedliche Einbuchtungen und Zugänge zu den Einbuchtungen. Eins ist allen Gefäßen gemeinsam: Wenn die Menschen auf die Welt kommen, sind die Gefäße erstmal leer und müssen gefüllt werden. Teilweise geschieht das durch Abgucken von den Eltern, teilweise geschieht das mit instinktiven Handlungen und teilweise mit Lernen.

Ums letztere gehts ja jetzt. Hier ist es so, dass die Zugänge zu den Ausbuchtungen durch frühes Einüben vergrößert werden können. Das bedeutet, wenn ich etwa als Kind ständig mit meiner Mutter gesungen habe oder viel Musik gehört habe, kann sich der Kanal zu meiner Musikecke weiten - die Musikecke muss aber da sein, sonst passt da nix durch diese Öffnung. Oder ich kriege viel vorgelesen, dann ist meine Phantasieecke zugänglicher. Oder ich wachse zweisprachig auf, dann ist die Spracherkennungsecke zugänglicher.

Aber selbst wenn dieses nicht passiert, ist der Kanal nicht notwendigerweise zu, sondern einfach schwerer zugänglich. Heißt, wenn ich spät Sprachen lerne, kann ich diese erlernen, solange ich bis zum achten Lebensjahr überhaupt eine Sprache erlernt habe, was ja bei uns allen der Fall ist. Es wird mir nur deutlich schwerer fallen als zu der Zeit, als ich klein war.

Der IQ wird nun an bestimmten Parametern gemessen. Dazu gehört Merkfähigkeit, kognitives Verständnis (z.B. "wenn ich den Würfel um 90 Grad nach vorn drehe, um 180 Grad nach links, ihn aufklappe und dann nochmal um 360 Grad drehe, welche der vier folgenden Konstellationen ist nicht möglich?"), sprachlogisches Verständnis ("Welcher Begriff passt nicht zu den anderen: Blau Gelb Grün Affe"), mathematisches Verständnis ("Setzen Sie die Reihe fort: 1 2 4 8 16") etc.

Diese verschiedenen Mechanismen (in der Regel sinds fünf) kann ich üben und den Zugang zu dieser Ecke in meinem Hirnkelch soweit erweitern, bis er voll ist. Aber ich kann das Gefäß als solches nicht größer machen.

Die Frage des Verhältnisses zwischen dem, was ich reintun kann und dem, wie groß der Kelch ist, ist nach wie vor unbeantwortet. Es wird allerdings immer so sein, dass die Füllung nochmals eine ganz neue Dimension annimmt, wenn ich geschickte Lernmechanismen anwende, etwa die Einbeziehung beider Hirnhälften (hinlänglich bekannt durch die Merkübungen mit Eselsbrücken).

Übrigens fällt der IQ nicht mit der Zeit, sondern beispielsweise die nachlassende Merkfähigkeit wird insofern berücksichtigt, als die Berechnung des IQs altersabhängig erfolgt.

Es lohnt sihc also, sich anzustrengen, allerdings nicht zur Steigerung des IQs, sondern um einfach ein bisschen mehr Wissen, Erfahrung, Kompetenz etc. zu erhalten. Und das nicht nur im kognitiven, sondern auch im emotionalen Bereich.

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TServatius

TServatius

Rang: Bachelor (857)

24 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (13.01.2006 11:17)

2

Dazu gibt es unterschiedliche Meinungen. Nachdem früher die Meinung war der IQ sei rein genetisch bedingt, setzt sich heute die Meinung durch, dass soziale Faktoren eine Rolle spielen. D.h. jeder Mensch bringt eine Art Grundpotenzial mit in dessen Rahmen er seine Intelligenz entwickeln kann. Frühe Förderung im Kindesalter soll z.B. ausschlaggebend sein. Auch bei alten Menschen gibt es angeblich einen Zusammenhang zwischen Leseverhalten und Intelligenz. Insofern kannst Du zwar durch reines Lernen kein Genie werden aber etwas für Deinen Kopf tun

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MrsPinky
MrsPinky

Deine Antwort ist bisher die sympathischste, denn sie bestärkt mich in der Annahme, dass bei mir Hopfen und Malz noch nicht verloren ist.

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Momo23

Momo23

Rang: Master (1.213)

25 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (13.01.2006 11:19)

3

Deine Frage kann so konkret nicht beantwortet werden, da bei dem IQ sehr viele Komponenten mitspielen. Es kommt darauf an, welche Intelligenz gemessen werden soll, nach welchem Theoretiker/Modell vorgegangen werden soll, das Alter spielt eine Rolle etc.
Es ist schon so, dass wenn jemand über lange Zeit nicht ausreichend oder mangelhaft gefördert wird. Also Aufgaben, Denken etc. auf einem zu niedrigen Niveau geschehen sich nach längerer gezielter Förderung diese Werte deutlich verbessern. Dieses wurde in einigen wissenschaftlich fundierten Versuchen mit Jugendlichen und Kindern festgestellt: Vor der gezielten Förderung wurde der IQ gemessen und dieser stieg nach einer zwei mönatigen Förderung.
Ein anderes Beispiel ist, dass kleine Kinder, die mit ihren Freunden regelmäßig Rollenspiele spielen einen höheren IQanstieg hatten, als Kinder, die nur stark von Erziehern angeleitet wurden und gesbastelt, gemalt etc. haben. Also läßt sich sagen, dass im Kinder- und Jugendalter schon eine gezielte Förderung beim IQ hilft. Im Erwachsenenalter bleibt er aber konstant und fält dann mit der Zeit. Bei Senioren wird durch gezielte Förderung übrigens auch probiert den IQ nicht allzu stark abfallen zu lassen.

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MrsPinky
MrsPinky

Gute und umfassende Antwort, ich finde gut, dass du sie so vielschichtig beantwortet hast. Vielen Dank!

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Zebolon

Zebolon

Rang: Einsteiger (6)

56 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (13.01.2006 11:49)

4

kann man. das liegt daran dass durch intensives lernen das Gehirn gewissermaßen trainiert wird. Es bilden sich Synapsennetzwerke. Der Erfolg ist jedoch beschränkt, da der Habitus wie auch die Genetische Veranlagung eine Rolle spielen. Wenn Du also säufst un kiffst wärend deiner Lernphasen wird sich das negativ auf den Erfolg auswirken. Du wirst den IQ also nicht verdoppeln können, aber doch steigern wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

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Tobias_Claren
Tobias_Claren

In Tests haben Gammelurlauber (am Strand rumliegen...) bis zu 20 IQ-Punkte verloren.
Die erreichen aber danach wieder ihr "normales" Niveau.
Das könnte auch in die andere Richtung funktionieren.

Wenn die aber einer dummen repetetiven Arbeit (wie z.B. ein Bürozombie, Pommesschüttler, Supermarktangestellter, Knastbeamter...) nachgehen, liegen sie wohl dauerhaft unter ihrem möglichen Maximum.

Übrigens, ich sehe sowohl im Rasenmähermann wie auch Gattaca eine positive Aussage.

Intelligenzsteigerung durch Einsatz von "Drogen" in Verbindung mit schnellerem Lernerfolg durch emotional einbindende (Erlebnis, "Immersion") virtuelle Realität. Genau dafür gibt es.
Es wurde ja vor Jahren mal festgestellt, dass 3D-Welten im Computer die geistigen Fähigkeiten verbessern können.
Also "Killerspiele".

Und in einer Studie dass z.B. das Parkinsonmedikament Levodopa die Lernfähigkeit von gesunden Menschen verbessert.
Levodopa passiert die Blut/Hirn-Schranke, und daraus entsteht dann Dopamin (was direkt nicht das Gehirn erreichen könnte).

Den gleichen Mechanismus scheint es beim laufen, Radfahren und allgemein körperlicher Betätigung zu geben:
http://lifestyle.t-online.de/laufen-jogging-ist-das-perfekte-gedaechtnistraining... kopieren
Ob das genau so gut wirkt weiß ich nicht. Es kann also helfen wärend dem lernen z.B. auf einem Laufband oder Standfahrrad, Ergometer usw. aktiv zu sein. Natürlich auch draußen, das Laufband/Ergometer/Stepper... erlaubt es halt über ein Video zu lernen. Auf einem Ergometer kann man evtl. lesen oder ein Notebook bedienen. Man sitzt ja.

Zitat:
Eine gute Möglichkeit, den Dopaminspiegel im Blut zu erhöhen, ist Ausdauersport. Allerdings reicht der so erreichte Hormonspiegel noch nicht aus, um unser Gehirn auf Hochtouren laufen zu lassen. Eine bessere Erhöhung kann man durch die tägliche Gabe von 240 Milligramm des Wirkstoffs EGb 761 erreichen. Dieser Wirkstoff ist auch unter dem Namen „Tebonin“ bekannt und in jeder Apotheke erhältlich.
(http://www.artikelmagazin.de/gesundheit/dopamin-das-power-hormon-fuer-den-kopf.h...) kopieren


Und im anderen Fall Gen-Designte Babys.
Wenn das möglich wird und z.B. in D. verboten ist, dann gehen die Eltern eben ins Ausland, und die Frau kommt schwanger zurück.


Wenn es möglich wäre die DNA eines lebenden Menschen für einen höheren IQ zu verändern, ich würde es nicht ablehnen. Man vermutet dass es körperliches Gendoping schon gibt, bnzw. ein entwickelter Gentest kann es schon feststellen (weil die eingeschleusten Gene "zu rein", also ohne wie in der Natur üblich von unbedeutenden Genen begleitet). Demnach wäre es mehr als eine Vermutung.

Es darf nicht sein dass Personen die dies ablehnen aus Angst vor sozialer und beruflicher Benachteiligung ihrer Person und ihrer Nachkommen dies den Befürwortern rechtlich verbieten. Das wäre Faschismus.


P.S.: Direkt nach dem lernen schlafen soll auch helfen. Sowie Koffein (auch in Tablettenform).
Auch das einatmen eines Armoas wärend dem lernen, und wärend des schlafens soll das lernen verbessern. Das Gehirn erinnert sich durch den gleichen Geruch an das am Tag gelernte und verfestigt es zusätzlich. In mindestens einer Studie nachgewiesen. Hierfür dürfte es erforderlich sein, nicht den ganzen Tag zu lernen, sonst ist das Aroma
irgendwann normal, un d wird nicht mehr nur mit dem lernen in Verbindung gebracht.

Also am besten auf dem Laufband/Ergometer unter Koffein/Dopamin/XYZ-Einfluss und Aroma ein Lernprogramm in 3D (am besten mit VR-Helm/Brille) machen, und danach unter Aroma-Einfluss schlafen gehen.

Auch das stupide wiederholen von Schritten (Mathe z.B.) bzw. wiederholte Ansehen von Material (z.B. Telekolleg...) unter diesem "Programm" könnte funktionieren.

 

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