Unter http://pauker.at/deutsch/Diplomarbeiten/Bernhard+Schlink/Rezeptionsforschung.htm... kopieren
findet man u.A. Folgendes:
"Als Autor war Schlink lediglich Krimifreunden ein Begriff, und sein Roman "Der Vorleser" war alles andere als leichte Kost: Das heikle Thema Auschwitz wird darin mit einer gewagten Liebesgeschichte gekoppelt und zudem aus ungewohnter Perspektive erzählt. (Hage, 1999).
Doch das Buch entwickelt sich zum Verkaufsschlager. Seit seinem Erscheinen auf dem Buchmarkt 1995 ist es in 25 Sprachen übersetzt worden. Die deutschsprachige Auflage liegt über 500.000 Stück, in Frankreich erreicht die Auflage 100.000, in Großbritannien sogar 200.000 Stück (vgl. Kühner, 1999). Bemerkenswert ist der Erfolg des "Vorlesers" allerdings in den USA. Die im September 1998 erschienene, vergleichsweise bescheidene Erstauflage von 26.000 Stück ist in kurzer Zeit vergriffen. Grund dafür ist die Empfehlung des Buches durch die amerikanische Talkmasterin Oprah Winfrey. Diese hat vor vier Jahren in ihrer täglich ausgestrahlten Nachmittagssendung, mit der sie durchschnittlich acht Millionen Zuschauer erreicht, einen TV-Buchklub gegründet, um den Amerikanern das Lesen wieder näher zu bringen (vgl. Junghans, 1999). Ende Februar 1999 kündigt sie ihren neuen Tipp des Monats an: Der Vorleser "sei ein "Roman über Liebe und Geheimnisse" im Nachkriegsdeutschland, der nicht enttäuschen werde,..." (Winfrey zit. n. Junghans, 1999). Auf diese Vorankündigung hin schnellen die Verkaufszahlen in die Höhe, wie es zuvor auch schon bei den anderen Empfehlungen Winfreys der Fall gewesen ist. Am 30. März 1999 folgt der Auftritt von Bernhard Schlink in Oprahs Sendung, bei der er sich an einer Diskussionsrunde über sein Buch beteiligt (vgl. Hage, 1999). Durch die Wahl zum Buch des Monats in Winfreys Readers Club kann "Der Vorleser" den ersten Platz auf der New York Times- Bestsellerliste erringen (vgl. Krause, 1999).
Wenn der Durchbruch in den USA auch maßgeblich durch die Hilfe Oprah Winfreys herbeigeführt worden ist, so rechtfertigt die Qualität des Buches durchaus diesen Erfolg. Denn auch "die deutsche Literaturkritik zeigte sich für ihre Verhältnisse von dem flüssigen Erzählwerk äußerst angetan, das Buch wurde von begeisterten Lesern weiterempfohlen..." (Hage, 1999)."