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Sherpa
Sherpa (Rang: Albert Einstein)

Wann wurde im Kali-Tempel in Kolkata (Calcutta) das letzte Menschenopfer dargebracht?

2 Antworten

678010
Asatruring

Asatruring

Rang: Albert Einstein (25.177) | religion (6.106)

7 Stunden nachdem die Frage gestellt worden ist (30.07.2009 12:22)

1

Die Briten haben 1861 die Menschenopfer unterbunden.

Kali (die Schwarze, die Dunkle), die indische (hinduistische bzw. buddhistische) Göttin des Todes, der Zeit und der Zerstörung, auch Durga (die Unergründliche) genannt. Der Name kommt vielleicht aus dem Sanskrit (weibliche Form von kala: Zeit). Sie ist eine Inkarnation der einen Muttergöttin Devi oder Mahadevi, in anderen Inkarnationen auch Parvati (Göttin der Sexualität und Mütterlichkeit) oder Gauri (die goldene Himmelsjungfrau), und wird auch noch mit zahlreichen anderen Namen versehen. Nach ihr ist Kalkutta benannt (anglisiert aus Kali-Ghatt, Stufen der Kali). Kali wurde richtig bedeutsam erst seit dem 7. Jahrhundert mit dem Aufstieg des Tantrismus, einer religiösen Tradition sowohl des Hinduismus wie auch des Buddhismus. Ein eigener Kult umgibt die Partnerin Shivas seit dem 18. Jahrhundert. Kali hat langes, wirres Haar, ist mit Leichenteilen umgürtet, hat in der einen Hand ein blutiges Schwert und in der anderen einen abgeschlagenen Kopf. Ihre Zunge hängt zwischen verlängerten Eckzähnen hervor, ein Attribut, das sie wie die Tatsache, dass sie die von ihr Getöteten nicht nur zerstückelt, sondern (wie viele Kriegsgöttinnen) auch ihr Blut trinkt, in die Nähe der Vampire rückt. Ihr kann niemand widerstehen, selbst ihr Gemahl Shiva nicht, auf dessen Leichnam sie in manchen Darstellungen hockt, während sie seine Eingeweide verzehrt und mit ihm zugleich sexuell verkehrt. In der Tradition des Tantrismus, der, wenn eine Göttin im Mittelpunkt steht, auch als Shaktismus bezeichnet wird (Shakti ist die schöpferische weibliche Macht), steht Kali für den weiblichen, den aktiven Pol, die naturhafte Unberechenbarkeit, der Schönes und Häßliches gleich viel gilt und die Leben nimmt, aber auch gibt. Daher gilt sie auch als Göttin der Freiheit, der Zuwendung und müt- terlichen Liebe, als Lebensspenderin und »Schatzhaus des Mitleids«. In einigen Formen des Shaktismus wird sie als Urgrund, als die einzige Göttin und Ursprung aller anderen Götter gesehen. Der Shaktismus ist besonders in Kashmir und Bengalen verbreitet, wo Kali heute noch Ziegen geopfert werden, denn Blutopfer gehören zu ihrer Verehrung seit alters her. In Kalis Namen wurde auch viel menschliches Blut vergossen; die »Mördersekte« der Thags ermordete noch bis ins 20. Jahrhundert Reisende und brachte Kali Menschenopfer dar.
http://www.geisterarchiv.de/vorschau/lex.php?name=Kali kopieren

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560588
reponse

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Rang: Mileva Einstein (14.454) | religion (46)

100 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (30.07.2009 07:12)

2

6 Kommentare

752233
Magnolie
Magnolie

interessanter Link ! LG

754597
Sherpa
Sherpa

Ich habe diesen Kali-Tempel zuletzt 2001 besucht. Damals versicherte mir einer der dort arbeitenden Brahmanen, dass im Geheimen bis etwa 1960 vereinzelt Menschenopfer dargebracht wurden. Mich interessierte mit meiner Frage hier aber einzig die offizielle Version. Diesem Link zufolge verboten die Briten 1861 offiziell und rotteten die "Thugs" sukzessive aus, wobei der letzte dieses Stammes 1882 von ihnen ermordet wurde. Vielen Dank!

560588
reponse
reponse

Ja, 1861 wurde es verboten, aber wer hält sich schon an Verbote? Vor allem wenns um den eigenen Glauben geht.. es scheint mir auch sehr warscheinlich, dass es mehr als 21 Jahre dauerte, bis man sich an das Verbot gewöhnte. Da mussten warscheinlich Generationen durch um sich umzustellen.

752233
Magnolie
Magnolie

Unfassbar, was religiöser Wahn für schreckliche Handlungen hervorbringen kann.

560588
reponse
reponse

Naja... sowas bringen Religionen meiner Meinung nach grundsätzlich mit sich.. ob das jetzt diese Thugs sind, die glauben dass nur durch Zerstörung etwas Neues entstehen kann oder die, die damals die Kreuzigung Jesu veranlasst haben..

754597
Sherpa
Sherpa

Menschenopfer gibt es auch heute noch teilweise in Indien von fanatischen Gläubigen. Allerdings wird in unseren Medien selten darüber berichtet. Indien ist weit weg und kein Mensch interessiert sich wirklich dafür. http://www.sueddeutsche.de/panorama/75/466655/text/ kopieren

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