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Ishy_Matsu
Ishy_Matsu (Rang: Albert Schweitzer)

Was unterscheidet dorische von ionischen Säulen?

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Tennessee5821

Tennessee5821

Rang: Mileva Einstein2 (36.590) | Architektur (21), Griechenland (10), baugeschichte (5)

24 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (22.01.2010 05:45)

1

Fernere Unterschiede des ionischen vom dorischen Stil sind darin zu finden, daß die ionischen Säulen nicht wie die dorischen unmittelbar mit dem Schaft aus dem Unterbau herausgehoben, sondern auf eine vielgegliederte Basis gestellt wurden und nun mit tieferer Aushöhlung und einer breiten vierundzwanzigstreifigen Kannelierung in leiser Verjüngung leicht in schlanker Höhe zum Kapitell emporstiegen. Hierin zeichnete sich besonders der ionische Tempel zu Ephesos dem dorischen zu Pästum gegenüber aus. In derselben Weise gewinnt das ionische Kapitell an Mannigfaltigkeit und Anmut. Es hat nicht nur einen geschnittenen Wulst, Stäbchen und Platte, sondern erhält noch rechts und links eine schneckenförmige Windung und an den Seiten eine polsterähnliche Zierde, von welcher es auch die Benennung des Polsterkapitells trägt. Die Schneckenwindungen am Polster deuten das Ende der Säule an, die aber noch höher steigen könnte, doch sich in diesem möglichen Weitergehen hier in sich selber krümmt.
Bei dieser schlanken Gefälligkeit und Ausschmückung der Säulen fordert die ionische Bauart nun auch ein weniger schwerfällig lastendes Gebälk und befleißigt sich auch in dieser Rücksicht einer vermehrten Anmut. In derselben Weise bezeichnet sie nicht mehr wie die dorische die Herkunft vom Holzbau und läßt deshalb in dem glatten Fries die Triglyphen und Metopen fortfallen, wogegen als Hauptverzierungen von Opfertieren, durch Blumengewinde verbunden, eintreten und statt der hängenden Dielenköpfe die Zahnschnitte eingeführt werden. (Hirt, Geschichte der Baukunst, Bd. l, S. 254)


Ergänzung vom 22.01.2010 05:48:

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Steeg

Steeg

Rang: Bachelor (544) | Griechenland (5)

65 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (22.01.2010 06:26)

2

Wow, dem Beitrag von Tennesee 5821 ist nichts hinzuzufügen, sehr detailiert. Für die die es simpel mögen: die Forgebung der Säulenenden ist grundsätzlich bei Jonisch, Dorisch und Korinthisch verschieden. Die muss man mal gesehen haben, die Formen prägen sich leicht ein. Ich hielt das Ionische von den anderen im Sinne, indem ich die Form die einer Kerze die zu lange gebrannt hat vor Augen sah. Also wenn der Docht ein so tiefes Loch in die Kerze brannte, das die Reste am Kranz aufgeweicht waren und sich zur Seite rollten. Trifft optisch zu. Wer weis , vielleicht hatten die künstler damals das gleiche Bild vor Augen gehabt- Wachskerzen waren ja alltagsbestimmend....

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acinon

acinon

Rang: Marie Curie (12.610) | Griechenland (9), Architektur (7)

3 Stunden nachdem die Frage gestellt worden ist (22.01.2010 08:17)

3

dorische Säule: strenge, klar strukturierte Bauglieder und Formen
Zitat: "Fundament und Sockel eines Gebäudes dorischer Ordnung bestehen aus dem Stereobat (Gründung) und der Krepis (Stufenunterbau). Das Fundament lagert hauptsächlich im Boden und ist nur an der geglätteten und halb freiligenden obersten Schicht, der Euthynterie, sichtbar. Dem Fundament folgt die Krepis mit ihren drei Stufen. Die oberste Stufe wird als Stylobat bezeichnet und dient als Unterlage für die aufstrebenden Säulen.

Die dorische Säule steht mit ihrem Schaft unmittelbar auf dem Stylobat. Im Gegensatz zur ionischen und korinthischen Säule kommt sie ohne Basis aus.

Die Säule verjüngt sich nach oben in einer mehr oder weniger ausladenden Schwellung, die als Entasis bezeichnet wird, die aber nie den unteren Durchmesser der Säule an Ausladung übertrifft. Die Säulen sind meist mit 20 vertikal verlaufenden flachrunden Vertiefungen, den Kanneluren, versehen, die mit scharfem Grat aneinander stoßen. In der Frühzeit waren auch Säulen mit 16 bis 18 Kanneluren durchaus geläufig. Am oberen Ende des Säulenschaftes bezeichnen bis zu drei horizontale Kerben den Übergang zum Säulenhals, das Hypotrachelion.

Der Säulenhals ist meist dem Kapitell angearbeitet. Es besteht aus dem unteren Teil, dem Echinus, der in früher Zeit wulstförmig ausladend, ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. zunehmend als Kegelstumpf geformt ist, und der quadratischen Deckplatte, dem Abakus. Am Übergang von Säulenhals zu Kapitell finden sich außerdem drei Ringe, die Anuli, die das Kapitell vom Säulenschaft sichtbar absetzen. In der Frühzeit, am Anfang des 6. Jahrhunderts v. Chr., besaßen die Kapitellansätze auch noch blattverzierte Ringe aus Bronze oder Stein, um den abrupten Übergang von Säulenschaft zu Echinus zu mildern.
Das Gebälk ist im wesentlichen zweigeteilt in Architrav, auch Epistyl genannt, aus glatten Steinbalken und einen Fries, der mit Triglyphen und Metopen verziert ist. Darüber folgen Geison und Sima, die den Übergang zum Dach einleiten."

Eine Skizze dazu findest du unter: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/44/Doric.JPG kopieren
mit der genauen Aufbaubeschreibung.

ionische Säule: "Charakteristische Unterscheidungsmerkmale sind die unterschiedliche Ausbildung der Säulenbasis und der Figurenfries, auch Zophoros genannt, über dem Architrav.
Fundament und Sockel eines Gebäudes ionischer Ordnung bestehen aus dem Stereobat (Gründung) und der Krepis (Stufenunterbau). Das Fundament lagert hauptsächlich im Boden und ist nur an der geglätteten und halb freiligenden obersten Schicht, der Euthynterie, sichtbar. Dem Fundament folgt die Krepis mit ihren drei Stufen. Die oberste Stufe wird als Stylobat bezeichnet und dient als Unterlage für die aufstrebenden Säulen. In der Frühzeit ist der Stufenbau allerdings nicht unbedingt gegeben, vielmehr kann der Stylobat direkt der Euthynterie aufliegen. Erst ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. begegnet er regelmäßig und kann im 4./3. Jahrhundert v. Chr. gewaltige Dimensionen annehmen und die Stufenanzahl gegenüber dorischen Bauten leicht verdoppeln, am jüngeren Artemision von Ephesos besaß die Krepis gar mindestens zehn Stufen.
Das Gebälk ist zweigeteilt. Der Architrav ist glatt oder in bis zu drei leicht vorkragenden Stufen, Fascien, gegliedert. Darüber folgt entweder ein einfaches Gesims mit Zahnschnitt als kleinasiatisch-ionische Variante oder ein Fries, der glatt oder skulptiert sein kann in der attisch-ionischen Ausprägung, dem sich der kleinasiatische Zahnschnitt anschließt. Ein einfach geschwungenes Geison schließt das Gebälk ab. Die Traufrinne, Sima, der ionischen Ordnung konnte aufwendig dekoriert sein und figürliche Friese ebenso tragen wie Rankenfriese oder Anthemien"

Mehr zu beiden Bauarten findest du unter http://de.wikipedia.org/wiki/Dorische_Ordnung kopieren und
http://de.wikipedia.org/wiki/Ionische_Ordnung#Aufbau_der_ionischen_Ordnung kopieren

Auf dem beigestellten Bild ist die ionische Säule zu sehen.


Ergänzung vom 22.01.2010 08:18:

Hier noch ein Bild mit dorischen Säulen

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