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oliveriq
oliveriq (Rang: Student)

Wie wird künstlicher Schnee hergestellt?

...gerade der auf den Schneepisten?

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deaktivierter_User

deaktivierter_User

Rang: Master (1.233) | winter (13), schnee (8)

8 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (25.01.2006 14:53)

1

Man unterscheidet zwei Formen von Beschneiungsanlagen mit verschiedenen Funktionsweisen:

Bei Hochdruck-Schneekanonen, die am Pistenrand fest montiert sind, wird Wasser in Mischkammern mittels Druckluft zerstäubt. Große Kompressoren erzeugen die Druckluft in einer Kompressorstation.


Bei Niederdruck-Schneekanonen (auch Propellerkanonen) wird Wasser mit einem Gebläse, welches Umgebungsluft ansaugt, ohne Druck versprüht und gefriert in der Luft zu Schneekristallen. Da keine Druckluftleitungen notwendig sind, sind Niederdruck-Schneekanonen im Gegensatz zu den Hochdruck-Schneekanonen mobil einsetzbar.

Wasser gefriert bei 0 Grad Celsius, aber für die Erzeugung von Kunstschnee ist diese Temperatur in der Regel noch zu hoch. Die Ergiebigkeit der Erzeugung ist nicht nur von der Temperatur, sondern auch sehr stark von der Luftfeuchtigkeit abhängig. Optimale Bedingungen herrschen, wenn die Luft kalt und trocken ist. Normalerweise wird eine Temperatur vom unter -3 Grad benötigt um effektiv Schnee zu erzeugen. Um die Eisbildung zu unterstützen werden teilweise Chemikalien oder Bakterien verwendet.

An der Erforschung biologischer Frostunterstützungsprozesse durch genmanipulierte Bakterien wird weltweit geforscht. Dies scheint ein neues Anwendungsgebiet der Boombranche Biotechnologie zu werden. In Bayern ist die Anwendung dieser Zusätze bisher verboten, in Österreich genehmigungspflichtig.

Zur Schneeherstellung werden ungefähr 4 Liter Wasser pro Quadratmeter und cm Schneehöhe benötigt. Das heißt für 20 cm Kunstschnee auf einer Fläche von einem Hektar etwa 800 Tonnen Wasser. Dieses Wasser stammt aus Oberflächengewässern, aus Speicherteichen, oder auch aus der Trinkwasserversorgung. Der Energieverbrauch einer Anlage schwankt je nach Größe und Art. Pro Quadratmeter beschneiter Fläche (Beschneiungshöhe 30 cm) werden zwischen 0,25 und 2,8 kWh benötigt. Dieser Energieverbrauch traägt natürlich zum globalen Treibhauseffekt bei, welcher wiederum die Temperaturen weltweit ansteigen läßt und damit die Chance auf Naturschnee in den niedrigen Regionen immer weiter schmilzen läßt.

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MatthiasG.Vogt

MatthiasG.Vogt

Rang: Einsteiger (56) | winter (8)

12 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (25.01.2006 14:58)

2

pumpt man wasser, das unter hohem druck steht bei niederen temperaturen in die umgebung (normaldruck) kühlt sich das wasser durch den druckverlust soweit ab, daß es schlagartig gefriert. das funktioniert dann auch bei Temperaturen leicht über dem Gefrierpunkt.
Schneekanonen wurden eher zufällig erfunden. als an einem kalten wintertag ein Tüftler einen Hochdruckrasensprenger testen wollte...
Der gleiche effekt, daß Flüssigkeiten und besonders Gase bei der Druckentspannung abkühlen hat man beim Entleeren einer normalen Spraydose. Die wird dann kalt, weil der Druck im inneren der Dose nachlässt.

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