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Newmans-Devil
Newmans-Devil (Rang: Einsteiger)

Wann steht das Kindergeld dem Kind zu?

Wann bzw. unter welchen Umständen steht einem als das "Kind" das Kindergeld zu? Und wie ist dieses Vorhaben bestenfalls umzusetzen?


Ergänzung vom 17.03.2011 12:04:

Erst einmal vielen Dank für eure Antworten! Ich versuche euch einmal den Sachverhalt darzustellen. Ich bin über 18, verdiene kein Geld und finaziere mir den Großteil meines Lebensunterhalt selbst. Momentan mache ich mein Abitur und werde demnächst mit einer Ausbildung beginnen. Des weiteren ist in kürze der Umzug in die eigenen Vier Wände geplant. Da das Verhältnis zu meiner Mutter nicht sehr berauschend ist, verweigert sie mir die Erhöhung des "Taschen-" bzw. die Auszahlung des Kindergelds.

4 Antworten

700225
Katinca80

Katinca80

Rang: Professorin (4.500)

4 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (17.03.2011 11:45)

1

Gar nicht. Das Kindergeld ist für die Eltern gedacht, damit die finanzielle Belastung für die Eltern nicht so groß ist, da die Eltern für Kleidung, Nahrung, Bildung und noch viele andere Dinge sehr viel zahlen müssen.
Das Kindergeld ist sozusagen eine kleine finanzspritze für die Eltern, wenn sie Kinder haben. Es deckt aber bei weitem nicht die Ausgaben, die die Eltern tatsächlich haben.


Ergänzung vom 17.03.2011 11:59:

Normalerweise ist es so, dass das Kindergeld bis zum 18. Lebensjahr gezahlt wird, selbst, wenn du in einer eigenen Wohnung (wegen der Ausbildung zum Beispiel) lebst. Die Eltern bekommen dann das Kindergeld weiterhin, weil davon ausgegangen wird, dass dich deine Eltern noch unterstützen müssen.

Das Kindergeld wird bis zum 25. Lebensjahr gezahlt, wenn du in Ausbildung bist UND daheim wohnst.
Wenn du in Ausbildung bist und nicht daheim wohnst, müssen deine Eltern eine gute Begründung haben, warum sie das Kindergeld weiterhin beziehen wollen, obwohl du nicht mehr daheim wohnst.
Ausnahme ist, wenn du während des Studiums im Studentenwohnheim wohnst.
Du als Kind hast kein Anrecht auf das Kindergeld. Wenn deine Eltern das Kindergeld an dich weitergeben (sozusagen als Taschengeld) ist das ihre Entscheidung. Sie sind nicht dazu verplfichtet. Es ist für dich auch nicht einklagbar.


Ergänzung vom 17.03.2011 12:11:

Wenn du nachweißen kannst, dass du nocn die finanzielle Unterstützung deiner Eltern/Mutter benötigst aufgrund deiner schulischen und/oder beruflichen Ausbildung, kannst du deine Mutter auf Unterhalt verklagen. Denn deine Mutter ist verpflichtet, dir eine komplette Ausbildung oder Studium zu finanzieren.
Außerdem solltest du nachweisen, dass es unzumutbar ist, dass du daheim wohnst und es sozusagen notwendig ist, dass du in eine eigene Wohnung ziehst.
Entweder, weil dein Studiums- oder Ausbildungsplatz zu weit weg ist und der Fahrtweg von der Wohnung deiner Mutter bis dorthin nicht zuzumuten ist. Oder weil das Verhältnis zwischen Deiner Mutter und Dir für Dich (oder Euch beide) nicht zumutbar ist.
Du musst halt sehr gut argumentieren und hoffen, dass deine Mutter schnell ihrer Auskunftspflicht nachkommt. Weil wenn sie es nicht tut, kann es ewig dauern, bis das Gericht alles zusammen hat.
Viel Glück

6 Kommentare

731190
Newmans-Devil
Newmans-Devil

Es kann doch nicht sein, dass das Kind, wenn es auszieht und komplett auf eigenen Beinen steht, kein Anrecht auf das Kindergeld hat! Natürlich unter der Vorraussetzung, dass es noch zur Schule geht bzw. eine Ausbildung macht.

700225
Katinca80
Katinca80

Wenn du ausziehst und dir nachgewiesen wird, dass du deinen Lebensunterhalt selbst bestreiten kannst, haben DEINE ELTERN kein Anrecht mehr auf Kindergeld. Weil du bist ja dann nicht mehr auf die finanzielle Unterstützung deiner Eltern angewiesen.

731190
Newmans-Devil
Newmans-Devil

Es geht darum dass ich ausziehe, meinen Lebensunterhalt nicht selber bestreiten kann, ich von meinen Eltern (in dem Fall Alleinerziehende Mutter) aber weder Kindergeld noch Unterhalt bekomme.

700225
Katinca80
Katinca80

Das Kindergeld steht erst mal NUR den Eltern zu. Dafür haben dann ja die Eltern die Verpflichtung, für alle notwendigen Kosten des Kindes aufzukommen, auch wenn es die Höhe des Kindergeldes bei weitem Übersteigt.
Wollen die Eltern bei Volljährigkeit des Kindes weiterhin Kindergeld beziehen, müssen die Eltern nachweisen, dass sie noch berechtigt sind, Kindergeld zu beziehen.
Du als Kind kannst diese beweisführung nicht leisten. Das heißt, wenn deine Eltern sagen, sie brauchen kein Kindergeld mehr, dann werden die Zahlungen eingestellt, unabhängig davon, ob sie ein anrecht darauf haben oder nicht. Wenn die Eltern ab dem 18. Lebensjahr auf das Kindergeld verzichten, dann ist das halt so.
Das einzige, was du machen kannst, ist, dass du deine Eltern auf Lebensunterhalt, Mietkosten und Ausbildungsförderung verklagst, wenn sie dir nichts zahlen wollen. Weil darauf hast du ein anrecht, nicht auf das Kindergeld.

Kinder haben anrecht auf Unterhalt und Ausbildung, die von den Eltern gezahlt werden müssen.

Und Eltern haben ein anrecht auf Unterstützung vom Staat in Form von Kindergeld.

Du als Auszubildender hast allerdings auch ein Anrecht auf Förderung vom Staat. Das ist aber dann nicht das Kinidergeld, weil das steht ja nur deinen Eltern zu. Dass ist dann BaFög, MeisterBafög und noch andere Förderungen.
Um die zu bekommen müssen aber deine Eltern (Vater UND Mutter) einen Lohnnachweis abgeben. Sie müssen auch beide einen Nachweis abgeben, wenn sie geschieden oder getrennt lebend sind oder nie verheiratet waren. Auch wenn dein Vater oder Mutter nie Erziehungsberechtigt war trifft das zu. Sollte ein Elternteil verstorben sein musst du deinen Erbteil angeben. Also entweder gibt es ein Testament des verstorbenen Elternteils, das DU vorlegen MUSST. Oder du musst nachweisen, wieviel du bekommen hast. Wenn du ein Anrecht auf einen Erbteil hast und ihn noch nicht bekommen hast, musst du ihn halt einklagen.

700225
Katinca80
Katinca80

Wenn du in schulischer Ausbildung (bei dir ja im Moment noch ABI) oder in beruflicher Ausbildung oder Studium (folgt ja dann im Anschluss) und unter 25 Jahre bist (trifft ja auch zu) dann hat deine Mutter ein Anrecht auf Kindergeld. Wenn es deine erste Ausbildung bzw. Studium ist und du nicht über eine zu lange Zeit Studierst (da gibt es begrenzungen ich glaube bis zum 30. Lebensjahr) dann ist das alles reine Formsache für deine Mutter.
Und dein Antrag/Klage an deine Mutter (über das Gericht) auf Unterstützung für die Ausbildung ist auch reine Formsache. Deine Mutter MUSS für dein erstes Studium bzw. deine erste Ausbildung zahlen. Was die Wohnung betrifft, ist dann eine andere Sache. Wie schon oben gesagt, wenn du eine unzumutbarkeit nachweisen kannst, bei deiner Mutter zu wohnen (Entfernung zum Ausbildungsplatz oder zur UNI, Verhältnis zwischen Deiner Mutter und Dir ist gestört oder ähnliches) dann müsste deine Mutter auch für deine Wohnung zahlen (komplett oder Anteilig, je nach dem, wie viel du verdienst bzw. wie viel es dir zuzumuten ist zu verdienen im Falle eines Studiums). Erkundige dich mal beim Arbeitsamt, wie es mit den richtlinien für Ausbildungsunterstützung von Seiten deiner Mutter und von Seiten des Arbeitsamtes an Dich persönlich (Bafög) aussieht.

700225
Katinca80
Katinca80

Wichtig ist, dass du nachweisen kannst, dass du ausziehen MUSST!!!
Weil wenn der Weg zu deiner Ausbildungsstätte oder deiner Schule Dir zuzumuten wäre, dann verfällt eventuell sogar dein Anspruch auf Unterhalt bei der Ernährung.
Ich hätte nicht ausziehen können, weil mein Weg zu meinem Ausbildungsplatz mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nur 2 Stunden betragen hat und einmal die Stunde ein Zug in die nächst größere Stadt gefahren ist. Bei mir wäre der komplette Anspruch verfallen, wenn sich meine Eltern quer gestellt hätten. Und meine Eltern haben den Kindergeldsanspruch verloren, weil ich ausgezogen bin. Ich war damals 19.

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565045
Sisa01

Sisa01

Rang: Juniorprofessor (4.156) | Kindergeld (5)

7 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (17.03.2011 11:48)

2

http://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/Veroeffentlichungen/Merkblatt-Sam... kopieren
Wer bekommt Kindergeld?

Grundsätzlich kann Kindergeld erhalten,


in Deutschland einen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, oder
im Ausland wohnt, aber in Deutschland entweder unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist oder entsprechend behandelt wird

Als Kinder werden berücksichtigt:


im ersten Grad mit dem Antragsteller verwandte Kinder (eheliche, für ehelich erklärte, nichteheliche und adoptierte Kinder)


Kinder des Ehegatten (Stiefkinder) und Enkelkinder, die der Antragsteller in seinen Haushalt aufgenommen hat
Pflegekinder, mit denen der Antragsteller durch ein familienähnliches, auf längere Dauer berechnetes Band verbunden ist

Normalerweise wird Kindergeld nur für Kinder bis zum 18. Lebensjahr gezahlt, es kann aber bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres Kindergeld weiter gezahlt werden, solange das Kind sich in der Schul-, Berufsausbildung oder dem Studium befindet.

Über das 27. Lebensjahr hinaus wird für Kinder in Schul-, Berufsausbildung oder im Studium Kindergeld gezahlt, wenn sie


den gesetzlichen Grundwehrdienst oder Zivildienst geleistet haben


sich freiwillig für nicht mehr als drei Jahre zum Wehrdienst verpflichtet haben
eine vom Grundwehr- bzw. Zivildienst befreiende Tätigkeit als Entwicklungshelfer ausgeübt haben

Die Zahlungen bestehen dann für die Dauer des geleisteten Dienstes, längstens für die Dauer des gesetzlichen Grundwehr- bzw. Zivildienstes über das 27. Lebensjahr hinaus. Für die Zeit der Ableistung der aufgeführten Dienste selbst steht den Eltern kein Kindergeld zu.

Kindergeld wird auch für ein über 18 Jahre Kind bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres gezahlt, wenn es arbeitslos ist und der Arbeitsvermittlung des Arbeitsamtes zur Verfügung steht.

Für ein über 18 Jahre altes Kind steht bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres Kindergeld zu, wenn es eine Berufsausbildung wegen fehlenden Ausbildungsplatzes nicht beginnen oder fortsetzen kann.

Einem über 18 Jahre altes Kind steht bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres Kindergeld zu, wenn es ein "freiwilliges soziales Jahr" oder ein "freiwilliges ökologisches Jahr" nach den jeweiligen Förderungsgesetzen ableistet.

Für ein über 18 Jahre altes Kind wird Kindergeld ohne altersmäßige Begrenzung gezahlt, wenn es wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung nicht in der Lage ist, durch eine eigene Erwerbstätigkeit oder durch andere Einkünfte und Bezüge seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Für ein Kind über 18 Jahre wird kein Kindergeld gezahlt, wenn die Einkünfte und Bezüge des Kindes das gesetzliche Existenzminimum im Kalenderjahr überschreiten. Das Existenzminimum lag im Jahr 2000 bei 6.902 Euro und wird im Jahr 2005 7.674 Euro betragen.

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738159
Starbuck333

Starbuck333

Rang: Einsteigerin (141) | Kindergeld (8)

5 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (17.03.2011 11:46)

3

Ich bin mir nicht ganz sicher was genau du wissen willst.
Das Kindergeld bekommen eigentlich deine Eltern für die Kleidung, Essen, Wohnung etc. Bezahlt wird es bis zum 25 Lebensjahr solange du noch in der Ausbildung bist (Studium zählt auch)
Du kannst das Kindergeld von deinen Eltern bekommen wenn du z.b wo anders wohnst, aber soweit ich weiß geschieht das auf freiwilliger Basis. Aber deine Eltern müssen dich in der ersten Ausbildung unterstützenden. Das kannst du einklagen.

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832593
Mediator

Mediator

Rang: Albert Einstein2 (33.762) | Kindergeld (340), Arbeitsamt (257), Jugendamt (97)

11 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (17.03.2011 11:52)

4

- wenn das Kind volljährig ist und kein ausreichendes Einkommen hat, etwa wegen Schuldausbildung/Studium aber von seinen Eltern keinen Unterhalt bekommt - Antrag auf Abzweigung kann vom Kind gestellt werden - Formular gibts im Netz -
einen Nachteil gibt es immer noch - antragsberechtigt sind nach wie vor immer noch die Eltern - Ist also ein Neuantrag notwendig, ist das Kind immer noch auf die Mitwirkung der Eltern angewiesen - Weigern die sich, bleibt nur eine Klage -

2 Kommentare

731190
Newmans-Devil
Newmans-Devil

Und wo findet sich dieses Formular? :)

832593
Mediator
Mediator

- Antrag Abzweigung -

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