>>Was macht also das Ikea-Feeling aus, das so sorgfältig und so erfolgreich verströmt wird? Ist es der niedrige Preis? Aber billige Möbel bietet auch der nächst gelegene Möbel-Riese auf der grünen Wiese. Also das Design? Das kann es auch nicht gleich gewesen sein. Wer nämlich den ersten deutschen Katalog von 1974 durchblättert, ist erstaunt über die brave Bürgerlichkeit: Häkeldeckchen auf dem Stubentisch, Zinnbecher in der Schrankwand oder Strohblumen auf der Garderobebank.
Dafür springt dem Kunden auf dem Katalogtitel ein flotter Spruch an: "Wer jung ist, hat mehr Geschmack als Geld". Stimmt. Und es wird 1977 noch treffender: "Lieber etwas billiger, aber dafür umso schöner." Genau. Oder 1983: "Wieder mal gegen den Strom." Gerne.
Dann ist leider Schluss mit dem markigen Jahres-Motto und der Schwede konzentriert sich auf dem Titel ganz auf seine Möbel. Immer steht das Sofa im Bildzentrum. Daneben, dahinter oder davor das Beistelltischchen, das Regal oder die Kommode. 2001 geht der Schwede sogar so weit, dass er nur noch die Polster-Rückenlehne und zwei Haarschöpfe in Groß zeigt.
Überraschung, die gewollt ist. Denn ein Ikea-Katalog soll jedes Jahr die Kunden neugierig machen. Deshalb will "sich Ikea auch nicht auf seinen Polstern ausruhen" - Kalauer von 1982 - sondern immer wieder Neues ganz vorn präsentieren.
Und die Firmen-Philosophie geht sogar soweit, dass kein namenloses Produkt das Haus verlässt. Eva Bordin Karlsson und Maj-Britt Olausson sind extra dafür angestellt, den Dingen einen schönen Namen zu geben - mit System: Sofas, Couchtische, Rattan- oder Musikmöbel bekommen schwedische Ortsnamen. Finnische Ortsnamen decken Esstische und Stühle ab. Norwegische Ortsnamen stehen Pate für Betten, Kleiderschränke oder Dielenmöbel.
Badezimmerartikel werden gleichgesetzt mit skandinavischen Seen, Flüssen und Meeresbuchten.
Weibliche Vornamen bekleiden Stoffe und Gardinen, Stühle und Schreibtische heißen wie Männer.
Die Namen für Leuchten stammen aus der Meteorologie, aus der Seemannsprache oder auch aus der Musik. Vielleicht liegt es also daran, dass wir von Ikea nicht einfach nur Ware mit nach Hause nehmen, sondern eben "Melodi". Und von solchen schönen Geschöpfen kann man eben nie genug bekommen.<<
http://www.sueddeutsche.de/geld/ikea-in-deutschland-die-droge-1.560825 kopieren
Meine Meinung dazu:
Ich besitze selbst IKEA Möbel, aber nicht weil ich auf hipp-designtes Pressspan stehe.
Ich suchte vor einiger Zeit nach Holzmöbeln im Chippendale- Design und da Replik (Rahaus u.a.) nun mal recht teuer ist, bin ich auf eine bestimmte Serie Ikeas gestoßen.
Gut, Kiefer ist nicht wirklich das "renommierteste" Holz, aber erschwinglich und sieht gut aus ^^
Fazit: passt!
Ergänzung vom 27.01.2012 03:00:
Zum Thema erschwinglich - Teufelskreis! Der Euro ist hundsgemein ... wohl eher die Wirtschaftsreform ... aber was soll man tun - vieles ist und bleibt demnach zu teuer, denn für ein kleines (aber feines;) Kiefer-Holz-Kommödchen stolze 70 Mäuse zu verlangen, ist Wucher, da stimme ich voll und ganz zu!
Ergänzung vom 27.01.2012 03:33:
Da fällt mir ein, es gibt Designerkataloge (ähnlich wie IKARUS), wo bestplatzierte Möbelstücke, bekannter "Maker" ihren stolzen Eintrag erhielten.
Man glaubt es kaum, jedoch IKEA war mit darunter.
U.a. die Serie "Lack" und "Hemnes".