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906809
Gradiva
Gradiva (Rang: Mileva Einstein2)

Religionswissenschaft: wie unterscheiden sich die Götter von Nomaden typologisch von solchen sesshafter Stämme?

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3 Antworten

321986
gelaX

gelaX

Rang: Mileva Einstein6 (81.858) | religion (665), Götter (9)

10 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (01.03.2016 10:11)

1

Nomadengötter sind meistens viele und decken sämtliche Aspekte des Menschen und der Natur ab; die Natur ist Ausdruck der Götter und wird entsprechend geachtet.
Die für den menschlichen Aspekt zuständigen Götter sind den seelischen Aspekten zugeordnet und durchaus schon mal kriegerisch.

Die typische Religion ist der Schamanismus.


Bei den Seßhaften wird der Glaube statischer, bekommt eine Hierarchie der Götter und Geistwesen bis hin zum Monotheismus.

Das heißt aber nicht, daß die nun auf ihrem Land sitzen bleiben und zufrieden ihren einzigen Gott anbeten; der Drang zur Welteroberung und Mission ist bei Monotheisten nicht auszurotten.


Ergänzung vom 01.03.2016 10:14:

Es gibt auch nicht-schamanische Vielgötter-Religionen:
Beispiele sind die Griechen und die Wikinger.

12 Kommentare

461510
rettosch
rettosch

... im Christentum ist Mission sogar Gebot ...

887669
DOZO
DOZO

Diese Aussage:"Bei den Seßhaften wird der Glaube statischer, bekommt eine Hierarchie der Götter und Geistwesen bis hin zum Monotheismus..."
stimmt so nicht, denn die Juden z.B. waren und sind nicht sehr sesshaft...Und der Judaismus ist ja sogar der Prototyp des Monotheismus.

887669
DOZO
DOZO

"....der Drang zur Welteroberung und Mission ist bei Monotheisten nicht auszurotten. .."


Das stimmt auch nicht. Die Juden z.B. missionieren nicht und sind die ältesten Monotheisten.

321986
gelaX
gelaX

Tja... die Juden... immer fallen sie aus der Rolle ;-))

321986
gelaX
gelaX

Man muß auch unterscheiden zwischen jenseitigen und diesseitigen Göttern/Geistern/Wesenheiten.

Man findet oft jede Menge Götter und Geistwesen, die in der jeweiligen Religion wie ein Gegenüber fungieren, mit denen man in Kontakt treten kann, die man bitten kann usw.

Aber über diesem ganzen Götter- und Geister-Kosmos befindet sich ein nicht beschriebener und nicht beschreibbarer "Weltengeist" oder "Schöpfergeist" oder "Großer Geist", der Ursprung allen Seins und ohne Anfang und Ende.

Dieser "Höchste Geist" kommt in fast allen Religionen vor und deshalb ist der rein monotheistische Glaube die Sonderform und nicht das Normale.

Der Katholizismus hat das elegant gelöst; jede Menge Heilige und es werden immer mehr... ;-))

461510
rettosch
rettosch

... ich glaube eher, dass sich diese "Sonderform" durch das Erscheinen des Gottessohnes auf dieser Welt etabliert hat - mit allen Mühen des jetzigen Papstes, diese Sonderform zu entschärfen ...

321986
gelaX
gelaX

Na ja... die ersten Monotheisten waren Ägypter, sie haben es aber zwangsläufig wieder gelassen; Volkes und der Priester Wille waren da ausschlaggebend.
Dabei waren die anderen Elemente auch schon da; Isis und Horus und die Auferstehung... nur die Zeit und die Umstände waren noch nicht reif.

461510
rettosch
rettosch

... und "reif" wurde diese Sonderform eben durch das Eingreifen Gottes selbst, was schließlich die endgültige Etablierung ermöglichte ...

321986
gelaX
gelaX

Warst Du mal im Dom von Siena?
https://de.wikipedia.org/wiki/Dom_von_Siena kopieren

Besonders interessant ist der Mosaik-Fußboden:

"Der Bodenbelag der Kathedrale ist in seiner Art nahezu einmalig.
Es handelt sich um kunstvoll gravierte Marmorplatten sowie Intarsienarbeiten in Farbe und Schwarzweiß.
Vom 14. bis ins 16. Jahrhundert entstanden hier nach Entwürfen von 40 zum Teil heute noch berühmten Künstlern ihrer Zeit mehr als 50 Paneele, die den ganzen Fußboden des Doms bedecken.
Es werden Szenen mit biblische Themen, aber auch Allegorien zu Weisheit und Tugenden aus der Antike dargestellt, sowie auch Propheten und Sibyllen als gemeinsame Künder des Messias."

Dazu muß man sich mit den Sibyllen beschäftigen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sibylle_%28Prophetin%29 kopieren

Dazu ausführliches in diesem Buch:
http://www.amazon.de/Grals-Geheimnisse-%C3%84gyptische-Sternenweisheit-Amfortas-... kopieren

Dazu auch Anthro-Wiki:
http://anthrowiki.at/index.php?title=Sibyllen&redirect=no kopieren

461510
rettosch
rettosch

... Religion ist von Anfang an im Menschen. Der Mensch ist auf Transzendenz angelegt. Daraufhin weisen natürlich auch die Sibyllen, aber auch genauso alles Religiös-mystische auf dem ganzen Erdenrund.

So ist es natürlich verständlich, dass das Christentum aus diesem reichen Erbe vieles übernommen hat und heute wieder vermehrt übernimmt. Dennoch wurde die christliche Tradition aber durch den Gottessohn als eine Sonderform unter ihnen geprägt – Sibyllen auf dem Fußboden hin oder her ...

321986
gelaX
gelaX

Ich denke nicht, daß vom Christentum bewußt übernommen wurde, was andere Religionen entwickelt haben.
Der Prozeß ist eher so gelaufen, daß das Christentum eine der sehr stark theologisch ausgebauten Religionen ist, wie z. B. das Judentum, der Hinduismus, der Buddhismus und einige andere mehr.

Den Begriff des Gottessohnes gibt es fast überall, die Überwindung des Todes in der Auferstehung gibt es auch in vielen anderen Religionen.

Siehe Baldur in der nordischen Mythologie:
https://de.wikipedia.org/wiki/Balder kopieren

Da wird auf die Wiederkehr Baldurs gewartet, weil noch nicht jedes Lebewesen um seinen Tod getrauert hat.
Manche sehen in der Auferstehung Christie die Wiederkehr Baldurs.
Deshalb auch das ganz besondere skandinavisch-irische Christentum vor der Reformation.

Ich bezeichne mich gerne als polytheistische Christin... was erst mal für Verblüffung sorgt ;-))

461510
rettosch
rettosch

... es ist sicher so, dass das Christentum natürlich nicht andere Religionen auf "Verwertbares" abgeklopft hat. Sondern wie du schreibst, steckt im Menschen ja so viel Gleiches Religiös-Mystisches grundsätzlich drin, was nur jeweils in eigener Form aufgegriffen wird.

Aber ob das dann polytheistisch genannt werden soll? Ich sehe es eher als Vielfalt in der Einheit des Transzendenzbewusstseins des Menschen bei einem Gott ...

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1043114
Zaunkoenig

Zaunkoenig

Rang: Albert Einstein (14.150) | religion (121), Anthropologie (13)

6 Tage nachdem die Frage gestellt worden ist (06.03.2016 16:56)

2

Ein geeignetes Beispiel sind hier die nomadischen Indo-Arier, die um 1000 v. Chr. im nördlichen Indien sesshaft wurden.

Agni galt den Aryas als Gott des Feuers und der Feueropfer. Er wurde an den Rastplätzen verehrt. Als die Aryas sesshaft wurden und somit die Rastplätze aus ihrem Leben verschwanden, verlor dieser Gott an Bedeutung.

Außerdem:

„Der Vedismus war damit ein Feuerkult – im Gegensatz zum späteren Hinduismus, der zum Bilderkult wurde.“

Quelle: http://www.kultur-in-asien.de/Indien/Sonstige/seite378.htm kopieren (06.03.16)

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887669
DOZO

DOZO

Rang: Albert Einstein3 (47.720) | religion (536), Götter (22), Anthropologie (8)

36 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (01.03.2016 10:37)

3

Nehmen wir mal die Mongolen unter Dschingis Khan als typisches Nomadenvolk.
Wenn Du das hier liest:
http://www.mongolen-dschingis-khan.de/seite-4.html kopieren

und vergleichst es mit der Götterwelt der antiken Griechen , die ja sesshaft waren(allerdings waren sie auch große Seefahrer), so wirst Du mal von der Basis her keine große Unterschiede feststellen, allerdings wirds bei den Griechen kulturell interessanter...es gibt zum Beispiel Musen, die es beim Dschingis Khan nicht gibt. Wie auch? es gab bei ihm ja auch kein Amphitheater :))

6 Kommentare

906809
Gradiva
Gradiva

Meinst Du in Bezug auf die Mongolen den Tengrismus?

887669
DOZO
DOZO

Sowohl Tengrismus, als auch den Animismus, den es ja auch bei den Griechen gab

906809
Gradiva
Gradiva

Im Tengrismus sind die Götter reine Naturgewalten, bei den Griechen sind sie hingegen stark anthropomorphisiert.

887669
DOZO
DOZO

Ja ich geh sogar soweit zu sagen, dass es den Animismus auch im Monotheismus gibt.Wenn Du den Talmud liest, stößt Du auf Stellen, wo gesagt wird, dass die "Weisung"(Torah) in jedem Wesen "wohlgeordnet" ist.

887669
DOZO
DOZO

Ja, Recht hast Du - bei den Griechen nehmen diese Naturgewalten menschliche Gestalt an. Deshalb sagte ja auch der Herr Professor in der Schule: Als die Götter noch menschlich waren, da waren die Menschen göttlicher.
Allerdings sagt die monotheistische Bibel: "Lasset uns sen Menschen scaffen nach unserem Ebenbild"- was sagt uns das ? Gott hat Menschliche Gestalt, ist also ebenfalls anthropomorph...

321986
gelaX
gelaX

... und er ist entweder majestätischer Plural oder er ist Viele...

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