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Pappnase
Pappnase (Rang: Albert Einstein)

Kommt das Wort -Kunst- von -Können-?

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Immas

Immas

Rang: Mileva Einstein14 (186.537)

37 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (03.01.2017 14:21)

1

Schiller hat gesagt: Kunst kommt von Können.
Daher stets diese Assoziation, dass die Kunst vom Wortstamm können abgeleitet sei.

Kunst: das ist ein althochdeutsches wort, das einfach: kunst - lautete
https://www.dwds.de/wb/Kunst kopieren

1 Kommentar

1068215
The_Rese
The_Rese

Bis zu einem gewissen Grad stimmt tatsächlich beides, Können und Künden, etymologisch ist sogar das Können näher an der Kunst, nur von der inhaltlichen Botschaft ist es eben das Künden, das sehe ich zuerst.

Es ist äußerst schwer, zu erkennen, dass der Sinn der Etymologie des Wortes Kunst in Bezug auf Handwerkskust und das, was wir mit der Botschaft der Kunst inhaltlich zu verstehen haben, zweierlei Dinge sind, die auch heute oft verwechselt werden.

Handwerkliche Kunst = Kunst kommt von Können
Botschaft der Kunst = Kunst kommt von Künden

Auch Dir ein gutes NEUES JAHR 2017, liebe Immas!

Liebe Grüße Therese

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1073919
Mastermind69

Mastermind69

Rang: Nobelpreisträger (5.489)

6 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (03.01.2017 13:50)

2

Entgegen der allgemeinen Meinung, haben Kunst und Können nicht die gleichen sprachgeschichtlichen Wurzeln.

Kunst leitet sich vielmehr aus einer Begriffsgruppe rund um "Verkündigung" ab, denn bis zur Renaissance war die Kunst ausschliesslich der Verkündigung der Heilsbotschaft des christlichen Glaubens gewidmet; eine weltliche Kunst war quasi nicht existent.

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1068215
The_Rese

The_Rese

Rang: Nobelpreisträgerin (7.538)

43 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (03.01.2017 14:27)

3

Nein, Kunst kommt nicht von Können, Kunst kommt von Künden!

Das Künstlerische ist eine Offenbarung im Sinn einer Verkündigung, es zeigt nicht immer das Kommende, sondern auch das Gewesene, aber es kündet immer von einer Wahrnehmung und hinter der Erkenntnis steht das Ereignishafte.

Das wissen viele nicht, aber es ist nicht meine Privatmeinung, es ist so.
Wo man das im Internet nachschauen weiß ich nicht, ich benötige es aiuch nicht. Jeder kann selbst forschen und studieren, niemand muss es glauben.


Ergänzung vom 03.01.2017 14:49:

ZEUGNISSE:

Von
Klaus A. Heinen

Kunst kommt von Künden

Das Wort Kunst kommt vom Verb künden, daher seine alte Schreibweise
„Kundst“. Der Künstler, ausgestattet mit verfeinerter mpfindungsfähigkeit, kündet also, seinen Talenten entsprechend, in
Wort, Bild, Form, Farbe, Ton.
http://www.ritagrosse-ruyken.com/images/imageruyken/presse/Kunst_0815.pdf kopieren


Kunst kommt von Künden

Was ist eigentlich Kunst? Angesichts der Vielfältigkeit des künstlerischen Ausdrucks ist diese Frage nicht leicht zu beantworten. Das wurde dem kleinen, höchst interessierten Kreis schnell klar, der auf Einladung der Katholischen Erwachsenenbildung von der Künstlerin Hannelore Heider durch die Kunsthalle geführt ...
https://www.mainpost.de/regional/schweinfurt/Erwachsenenbildung-und-berufliche-B... kopieren

Kunst kommt von "Künden"
Gabriele Graef-Stempfle betonte, dass Kunst nicht nur von "Können", sondern auch vom "Künden" komme. Ihre Bilder künden unter anderem von Spannung und Schaffensfreude. Aber auch vom Leben und Sterben.
http://www.infranken.de/regional/bad-kissingen/Kunst-kommt-von-Kuenden;art211,87... kopieren

„Kunst kommt von Künden“
Schnittpunkte von Kunstwelten und Welten der Eingliederungshilfe im Bereich geistiger Behinderung

Bernhard Klingmüller
http://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-86226-880-1_7 kopieren


Ergänzung vom 03.01.2017 15:03:

"Kunst kann man lernen, eine gewisse Begabung wird wohl Voraussetzung sein, aber Fleiß gehört dazu.

Kunst kommt von Kunde, man muß etwas zu sagen haben, aber auf der anderen Seite auch von Können, man muß es auch sagen können. Und dann Sinn für Proportionen, für Masse, Formsinn, Sinn für Gleichgewicht. Natürlich ist das subjektiv. Aber es gibt ekine Möglichkeit Urteile zu fällen außerhalb des Subjekts."

Das sagte (Zitat): Joseph Beuys
https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Beuys kopieren

Siehe auch:
http://www.wikiartis.com/wiki/Joseph_Beuys:Zitate kopieren


"Wohl aus einem tiefen Weltverständnis und vor allen Dingen aus
einem tiefen Kunstempfinden heraus hat Goethe die Worte geprägt:

«Wem die Natur ihr offenbares Geheimnis zu enthüllen anfängt,
der empfindet eine unwiderstehliche Sehnsucht nach ihrer würdig-
sten Auslegerin, der Kunst.» — Man darf vielleicht, ohne daß man dadurch ungoethisch wird, zu diesem Ausspruch eine Art Ergänzung hinzufügen:

Wem die Kunst ihr Geheimnis zu enthüllen beginnt, der empfindet eine fast unüberwindliche Abneigung gegen ihre unwürdigste Auslegerin, die ästhetisch-wissenschaftliche
Betrachtung.

Die Kunst selbst ist aber doch im Leben tief verankert. Und
wäre sie nicht im Leben verankert, sie hätte wohl auch durch die ganze Art, in der sie auftritt, ein berechtigtes Dasein nicht: denn in ihr müssen, gegenüber einer rein realistischen Weltauffassung, allerlei Unwirklichkeiten spielen, in ihr müssen allerlei Illusionen spielen, die ins Leben hereingestellt werden. Schon darum, weil die Kunst genötigt ist, für ein gewisses Verständnis Unwirkliches ins Leben hereinzustellen, muß sie doch in irgendeiner Weise im Leben tief wurzeln.
http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA271.pdf#page=81&view=Fit kopieren


Ergänzung vom 03.01.2017 15:07:

Friedrich von Schiller:

Es ist nicht wahr, was man gewöhnlich behaupten hört, daß das Publikum die Kunst herabzieht; der Künstler
zieht das Publikum herab, und zu allen Zeiten, wo Kunst verfiel, ist sie durch die Künstler gefallen.

. . .

Der Künstler ist zwar der Sohn der Zeit, aber schlimm für ihn,
wenn er zugleich ihr Zögling oder gar noch ihr Günstling ist.
. . .

Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit.
http://www.humanistische-aktion.homepage.t-online.de/kunst.htm kopieren

Damit unterstreicht Schiller die Charakteristik der Kunst im Kündenden, wenngleich er die Handwerkskunst als Kunst, die von Können kommt, dazu unterscheidet.


Ergänzung vom 03.01.2017 15:18:

In Wörterbüchern ist zu lesen: Kunst ist ein zur Meisterschaft entwickeltes Können. Oder: Kunst ist die schöpferische Tätigkeit der Natur im Menschen. Sie entspringt einem Grundtrieb des Menschen und ist seit Urzeiten eines seiner wichtigsten Ausdrucksmittel.

http://www.humanistische-aktion.homepage.t-online.de/kunst.htm kopieren

Aber woher kommt die Kunst im Ursprung? Eben nicht vom Können, welches erst erlernt werden muss, sondern heraus aus dem Wunsche, von etwas zu künden.

Kunst als kündende Ordnung...
https://books.google.de/books?id=TwnAIVBfy4cC&pg=PA129&lpg=PA129&dq=... kopieren

„Kunst kommt von Können“ ist eine verbreitete Plattitüde.

Rein etymologisch gibt es Hinweise, dass Kunst zwar vom Wort "Können" im Sinne des Wissens abgeleitet sein muss, aber im Geistigen ist Kunst das Kündende selbst:

Etymologie und Wortgebrauch
Ägyptisches Mumienporträt, 2. Jahrhundert n. Chr.

Kunst ist ein deutsches Wort. Bereits im Althochdeutschen lautete es kunst (Plural kunsti), im Mittelhochdeutschen kunst (Pl. künste). Ursprünglich ist kunst ein Substantivabstraktum zum Verbum können mit der Bedeutung „das, was man beherrscht; Kenntnis, Wissen, Meisterschaft“. Die Redewendung „Kunst kommt von Können“ ist also etymologisch (dem Wortursprung nach) richtig. Zusätzlich wurde „Kunst“ in Lehnbedeutung für den lateinischen Begriff ars benutzt, z. B. im Bildungskanon der Sieben freien Künste, in Lebenskunst, Liebeskunst usw. Kunst bezieht sich in diesem Sinne grundsätzlich auf alles, was Menschen können und was von Menschen gemacht ist. Der entsprechende Gegenbegriff ist Natur, wie in dem alltäglichen Gegensatzpaar natürlich / künstlich.

Seit der Zeit der Aufklärung wird Kunst hauptsächlich in einem engeren Sinne als Oberbegriff der Ästhetik verwendet, der die Kunstgattungen (Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Musik und Literatur), und ihre verschiedenen Stile und Strömungen zusammenfasst. Zugehörige Begriffe sind z. B. Kunstwerk, Künstler, künstlerisch.[7] Auf diesen Begriff geht der vorliegende Artikel näher ein.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kunst kopieren


Ergänzung vom 03.01.2017 15:21:

Es ist äußerst schwer, zu erkennen, dass der Sinn der Etymologie des Wortes Kunst in Bezug auf Handwerkskust und das, was wir mit der Botschaft der Kunst inhaltlich zu verstehen haben, zweierlei Dinge sind, die auch heute oft verwechselt werden.

Handwerkliche Kunst = Kunst kommt von Können
Botschaft der Kunst = Kunst kommt von Künden


Ergänzung vom 03.01.2017 15:33:

Angeblich gibt es etymologisch noch einen Zusammenhang zwischen Kunst und Künden (verkünden), über den sich die Gelehrten bis heute uneinig sind.

Das hängt damit zusammen, dass man sowohl Können als auch Wissen als Kunst betrachtete, dass aber zugleich die Fähigkeit zu Künden, auch Kunst heißt, woebei das "Kundtun" selbst eine Kunst sein muss, um es zu verstehen.

12 Kommentare

1061568
Scooby-Doo
Scooby-Doo

Eine ganz hervorragende Antwort! Kompliment. :-)

1068215
The_Rese
The_Rese

Vielen Dank, lieber Scooby.

1068215
The_Rese
The_Rese

Du warst aber wohl auch länger nicht mehr online, noch viel seltener als ich, glaube ich. In der letzten Zeit des Jahres 2016, war ich weg.

1061568
Scooby-Doo
Scooby-Doo

Oh, ich hätte Deine Meldung hier fast nicht mitgekriegt, reiner Zufall, weil ich nicht jede Frage auf Beobachterstatus stelle. Ja, ich werde auch in Zukunft nicht oft hier sein in COSMiQ, keine Zeit. Ich hab Dir eine kurze PN geschrieben gerade. Lies mal bitte gleich und schreib ggf. noch heute, bin dann wieder längere Zeit wahrscheinlich nicht on. Weiß noch nicht genau.

1068215
The_Rese
The_Rese

Gut, werde ich tun..

1068215
The_Rese
The_Rese

Antwort geht gleich raus an Dich..

1074705
GlobalSuperstar
GlobalSuperstar

Kunst kommt von erkennen,wissen.

1061568
Scooby-Doo
Scooby-Doo

Das bezieht sich aber, wie The_Rese ausgeführt hat, nur auf die reine Etymologie. Was The-Rese selbst geschrieben hat unter anderem. Aber wer sagt, dass es nur um rein sprachliche Wortherkunft geht und nicht auch um den tatsächlichen Sinn des Begriffs der Kunst? Der tatsächliche Sinn der Kunst besteht offensichtlich in etwas anderem. Deshalb sehe ich bei Rese die Unterscheidung. Außerdem haben die klügsten lebenden Kunsthistoriker sich zu eigen gemacht, gerade expressis verbis zu sagen: "Kunst kommt von Künden", die sind zuvorderst an der Front in der Hermeneutik der Kunst.

1061568
Scooby-Doo
Scooby-Doo

„Kunst kommt von Künden“ sagt beispielsweise Bernhard Klingmüller.
http://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-86226-880-1_7 kopieren

1074705
GlobalSuperstar
GlobalSuperstar

Scooby-Doo
Loeblich dass Du "The Rese"do vertridigst.
Es steht Alles in meiner Antwort.
Ich bin selbst Kuenstlerin.und werde sie einfach vermehrt machen.

1061568
Scooby-Doo
Scooby-Doo

Danke! :-)

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38210
Mambo.Kings

Mambo.Kings

Rang: Albert Einstein11 (140.198) | Können (5)

49 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (03.01.2017 14:33)

4

Kunst

das Substantiv wurde zu → können gebildet und bedeutete zunächst „Kenntnis, Wissen“; das Verständnis veränderte sich erst zu „Fertigkeit, Geschicklichkeit“, bis es sich im 18. Jh. auf die künstlerische Betätigung des Menschen in Malerei, Bildhauerei, Literatur und Musik verengte; auf die Bedeutung von Kunst als „Gegensatz zum Natürlichen“ beziehen sich Zusammensetzungen wie Kunstdünger, Kunstrasen oder Kunststoff; ebenfalls als „nicht natürlich“ ergeben sich die Ableitungen künstlich und gekünstelt

http://www.wissen.de/wortherkunft/kunst kopieren

Auf die Wortherkunft im Sinne von Kenntnis, Wissen, Fertigkeit, Geschicklichkeit verweisen auch Wörter wie Wasserkunst oder kunstfertig.


Ergänzung vom 03.01.2017 14:36:

Eine "Wasserkunst" von 1527

Früher mussten die Menschen das Wasser jeden Tag mit Eimern aus den städtischen Brunnen holen. Das Wasser kam aus Quellen vor der Stadt und wurde in Holzröhren (“Pipen”) zu den Brunnen, z. B. dem Marienbrunnen auf dem Altstadtmarkt herangeführt.

Der Wasserverbrauch stieg und vor allem Berufe wie die Bierbrauer benötigten viel frisches Wasser und zwar möglichst nahe beim Haus.

Barward Tafelmaker konstruierte im 16. Jh. “Wasserkünste”, die Flusswasser in die Haushalte bzw. in die Straßen brachten.

Die funktionierten recht pfiffig: Das Schaufelrad trieb wie bei einer Mühle eine Welle mit Zahnrädern an. Diese griffen in die Zahnstangen von großen “Kehrrädern”, die dadurch auf und nieder bewegt wurden und eine Kolbenpumpe antrieben.

Eine Kolbenpumpe funktioniert wie eine Fahrradpumpe - nur eben mit Wasser. Im Bild sind zwei eingezeichnet. Die drücken das Wasser in den großen Trichter, von wo es in die Holzleitungen läuft.

http://www.okernick.prokik.de/Okerwissen/Wasserkunst/wasserkunst.html kopieren


Ergänzung vom 03.01.2017 14:50:

Hier noch einige weitere Künste

- die ärztliche Kunst
- die schwarze Kunst (Magie)
- die Kunst des Fechtens, Reitens, der Holzschnitzerei
- die Kunst des Schweigens
- die Kunst der Selbstbeherrschung
- die Künste der Überredung, Verführung, Koketterie ..
- die Kunst des Zuhörens
- er versuchte es, verfuhr nach allen Regeln der Kunst (= wie es sich gehört, ganz richtig)
- etw. nach allen Regeln der Kunst (= ganz und gar, völlig) beherrschen
- er log nach allen Regeln der Kunst (= ganz gehörig, tüchtig)
- er war mit seiner Kunst am Ende (= wusste nicht weiter)
- die (Sieben) Freien Künste (= Bezeichnung für die in der Antike und im Mittelalter gepflegten Grundwissenschaften)

https://www.dwds.de/wb/Kunst kopieren

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1074705
GlobalSuperstar

GlobalSuperstar

Rang: Doktorandin (1.818)

3 Stunden nachdem die Frage gestellt worden ist (03.01.2017 16:19)

5

Kunst kommt nicht von Koennen:
Das Buch zeigt auf, dass sich das Wort Kunst weder von können, noch von künden herleitet, es hat schon existiert, als die Wörter können und künden noch nicht in Gebrauch waren. Kunst hat sich im Altdeutschen aus dem Partizip zum Verb kunnan, das erkennen, wissen, kennen bedeutet, gebildet. Kunnan wiederum ist aus der indogermanischen Wortwurzel (außerhalb Deutschlands wird indogermanisch als indoeuropäisch bezeichnet) gen- bzw. gno- entstanden, dessen Bedeutung wissen, kennen, erkennen war und das sich nicht nur bis ins Altdeutsche durchgesetzt hat, sondern auch im Altgriechischen und Lateinischen und in deren Nachfolgesprachen anzutreffen ist. Ausführlich wird dargestellt, wie sich das altdeutsche Wort kunnan über Jahrhunderte hinweg zu den Begriffen können, kennen, künden, Kunde, kundig, kündigen, ferner Kunst, künstlerisch und künstlich hin entwickelt hat. In dieser Zeit verschob sich die inhaltliche Bedeutung des Wortes kunnan in seiner Wandlung zu können vom ursprünglichen Inhalt wissen immer stärker zum Begriff Befähigung durch Anwenden von Wissen = können hin. Während können ursprünglich, nämlich als kunnan, ausschließlich wissen bedeutete, liegt das Schwergewicht von können heute auf dem Sinn fähig sein. Sprachlich leitet sich das Wort Kunst aus den Begriffen kennen, wissen, erkennen ab, nicht aber von können oder künden, doch ist es mit letzteren beiden verwandt. Der Ausspruch „Kunst kommt von Können, und wenn man’s kann, ist es keine Kunst“ stammt vom österreichischen Mundartdichter Johann Nepomuk Nestroy, durch ihn ist die Meinung so nachhaltig verbreitet worden, dass das Wort Kunst von Können stamme. Der Autor des vorliegenden Buches räumt mit dieser Auffassung auf, Kunst kommt weder etymologisch, noch inhaltlich von Können. Er untersucht, ob es in den modernen romanischen und anderen germanischen Sprachen eine ähnliche Formulierung wie Kunst kommt von Können gibt und zeigt, dass den Menschen dieser Sprachen eine solche Denkungsweise, wie sie hinter der deutschen Formulierung steht, völlig fern liegt und als absurd empfunden wird, etymologisch wie inhaltlich. In einem Anhang wird die Verbreitung der alten Sprachen, die sich aus der indogermanischen Sprache gebildet haben, ausführlich dargestellt und verwandtschaftliche Beziehungen zwischen diesen Sprachen werden aufgezeigt. Weiters findet man eine Darstellung der Verbreitung der modernen Sprachen, die sich aus dem Indogermanischen ableiten.

http://www.kufferath.ch/buecher9.html kopieren


Ergänzung vom 04.01.2017 00:33:

Ich bin selbst Kuenstlerin
Kunst kommt von Kuessen zum B.


Zu einer laengeren Definition habe ich gerade keine Zeit,da ich u.a.auch Kunst mache.

2 Kommentare

1061568
Scooby-Doo
Scooby-Doo

Interessante Variante, aber Können und Wissen haben die gleiche Sprachwurzel. Dennoch gebe ich für die Facette des Aufzeigens dieser Antwort gern einen "Gute Antwort-Klick". Die Antwort ist nach der von The_Rese aus meiner an Objektivität grenzenden Blickwarte die zweitbeste.
Nur hat die Userin The-Rese bereits alle Aspekte behandelt und erklärt. Durch die Hervorhebung Deines Aspekts gewinnt die Sache allerdings erneut eine gewisse Fahrt und kann das Nachdenken weiter anregen. Deshalb super.

1061568
Scooby-Doo
Scooby-Doo

Die Antworten von Mastermind und Immas fand ich auch noch recht gelungen.

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1028693
Mr.Ryder

Mr.Ryder

Rang: Albert Einstein3 (50.367)

8 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (03.01.2017 13:52)

6

Von der Wortherkunft her ist es korrekt.

(Die Herkunft des Worts Kunst (9. Jahrhundert) von können ist etymologisch korrekt
https://de.wikipedia.org/wiki/Kunst_kommt _von_K%C3%B6nnen) kopieren

2 Kommentare

752946
Immas
Immas

Nö, da steht nichts dazu - da steht nur oben drüber: Kunst kommt von Können - und dann ist da nix dazu eingetragen.

752946
Immas
Immas

ABER - hier:
Kunst ist ein deutsches Wort. Bereits im Althochdeutschen lautete es kunst (Plural kunsti), im Mittelhochdeutschen kunst (Pl. künste).
https://de.wikipedia.org/w/index.php?titl e=Kunst&oldid=161403870 kopieren

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1025704
Politicki

Politicki

Rang: Doktorin (2.809)

7 Stunden nachdem die Frage gestellt worden ist (03.01.2017 20:07)

7

Das Wort Kunst kommt von "Künsteln".
Das erkennt man an der Berufsbezeichnung "Künstler":
Ein Künstler künstelt,
genau wie ein Bettler bettelt
und ein Politicker tickt (meistens tickt er nicht ganz richtig);
das "poli" heißt "viel", genau wie bei Polizei oder Politechnikum.

Am besten ist ein Künstler, wenn das, was er künstelt,
ganz ungekünstelt wirkt.

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1075171
Donnerheil

Donnerheil

Rang: Doktorand (2.218)

15 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (03.01.2017 13:59)

8

Eine uralte Frage, die längst beantwortet ist. Kunst ist, was gefällt und künstliche Aroimastoffe sind Chemie.

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1061568
Scooby-Doo
Scooby-Doo

Eine sehr interessante Frage.

1070717
Panikherz
Panikherz

Joah, schon interessant... ;-))

1074705
GlobalSuperstar
GlobalSuperstar

Kunst ma amoi 5 Euro borgen?(sagt man in Oesterreich)

1035722
Pappnase
Pappnase

Ein schönes Wortspiel.
In Deutschland war diese Variante populär: Hasse ma 'ne Mark?
Der Zug ist abgefahren. Heute sagt man: Hasse ma 'ne Eurone?
Ein anderes Wortspiel: Herr Hauptmann, es kommen Truppen!
Was für Truppen?
Regentruppen!

Ist älter als die Steinkohle, ich weiß.

1061568
Scooby-Doo
Scooby-Doo

Aber nett..

 

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