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tvd_orginal
tvd_orginal (Rang: Juniorprofessorin)

Was haltet ihr von dem Gegensatzpaar eines Individuums mit akademischen Interessen in einem Job Sektor wie der Einzelhandel?

Angenommen aufgrund von psychischer Labilität. Wäre das nicht entfaltete Potential in euren Augen verschwendet oder würdet ihr es als human dem Individuum gegenüber werten?

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6 Antworten

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tenno5034

tenno5034

Rang: Albert Einstein (20.452) | Psychologie (237)

25 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (02.11.2017 10:10)

1

Was bedeutet "akademischen Interessen"? Interessen alleine sind heute leider kaum massgebend, sondern Befähigung. Wer zuwenig Selbstmotivation aufbringt, sich auf eine akademische Studienlaufbahn zu begeben, ist gut beraten, sich einen Job zusuchen, der den Befähigungen besser entspricht, ungeachtet, ob nun geringe psychische Belastbarkeit vorliegt oder nicht.

Jedenfalls ist vor einem Studienabbruch wohl besser eine entsprechende Abklärung, also ein vertieftes Assessment vorzunehmen, denn auch solche Entscheide sollten nicht aus Lust und Laune heraus gefällt werden.

Einen Job im einfacheren Detailhandelsverkauf (bei Aldi o.ä.) ist dann allerdings schon ein krasser Knick, bei dem man die Gründe für diesen Entscheid schon näher beleuchten sollte. Denn es stellt sich mir einfach die Frage, wo denn was schiefgelaufen ist.
Wer sich auf eine akademische Studienlaufbahn begibt, sollte sich im Voraus schon etwas kennen. Es gilt auch zu beachten, dass psychische Schwächen auch im Detailhandeslverkauf nicht unbedingt gefragte Kriterien sind, akademische Vorkenntnisse hin oder her, denn die weitren Job-Aspiranten sind in der Regel für solche Job-Profile ebenso fit, wenn nicht fitter.


Ergänzung vom 02.11.2017 10:21:

Im Kommentar zu Veelelos Frage hast Du geringe Belastbarkeit geschrieben.

Das ist keine naturgegebene, unabwandelbare Eigenschaft. Menschen mit geringer Belastbarkeit können diese entwickeln. Du kannst Dich zum Thema Resilienz und Aufbau von psychischer Stärke mal kundig machen. Das Gegenteil der Resilienz ist übrigens die Vulnerabilität (das Opfer-Syndrom). Das ist der Schatten, den man ebenfalls mit Aufbau von Resilienz abmindern kann.
Vielleicht kriegt man so die Kurve in akademischer Laufbahn, ohne dass man gleich alles hinschmeissen muss. Schliesslich kann man ein Studium auch mal um ein oder zwei Semester aussetzen und sich bezüglich Persönlichkeitsentwicklung erst mal selber was gönnen.

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Lucky-Inga1605

Lucky-Inga1605

Rang: Mileva Einstein2 (32.856) | Psychologie (270)

37 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (02.11.2017 10:22)

2

Jeder Mensch sollte und darf selbst entscheiden, welchen Weg er geht - ausserdem gibt es kein "verschwendetes Potential", sondern höchstens den Vorzug einer beruflichen Vor-Erfahrung, welcher einem den Einstieg in einen neuen Beruf erleichtert!!!
Gruss Inga

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d-nic

d-nic

Rang: Albert Einstein2 (33.445) | Psychologie (399), Individualität (9)

3 Stunden nachdem die Frage gestellt worden ist (02.11.2017 11:58)

3

Jemand der logisches Denken und den Aufbau von Kausalketten gelernt hat, ist in jedem Job wertvoll, kann dort verantwortlich handeln und über den Tellerrand schauen. Das bringt mehr als das Jahrzehnte alte spezifische Wissen ständig zu wiederholen. Menschen, die wissenschaftlich denken können, werden auch das Kehren eines Hofes optimieren können, die Lagerung von Waren sinnvoll vornehmen, Verkaufsgespräche verbessern und die Warenpräsentation perfektionieren. Vorausgesetzt, sie haben Spaß an ihrem Job und sind praktisch veranlagt. Die sinnvolle Anwendung der (auch bei nicht akademisch ausgebildeten Menschen vorhandenen) Intelligenz fällt ihnen einfacher, denn sie sind darin ausgebildet. Nutzen sie diese auch in landläufig als weniger anspruchsvoll bezeichneten Berufszweigen, können sie mitunter mehr bewirken als wenn sie in ihrer erlernten Fakultät ihre Aktivitäten auf den Erhalt von Fördergeldern konzentrieren müssen. Akademiker, die genug von den Spielchen in Forschung und Lehre haben, sind in "einfacheren" Berufen besser aufgehoben und können dort mehr für die Allgemeinheit tun als im verstaubten Labor, wo nicht selten jahrelang mehr oder meist doch eher weniger erfolgreich an Problemen gearbeitet wird, die nur der Eigenfinanzierung, nicht aber dem Allgemeinwohl dienen. Es ist nicht nur human, sondern auch sinnvoll, einem Menschen seinen Willen zu gewähren, denn jeder ist dort glücklicher, wo er sich verwirklichen und etwas bewirken kann. Bei psychischer Labilität nutzt ein Akademiker auch in einem noch so anspruchsvollen Wirkungsbereich nicht viel. Wenn er dann aber in einem Job arbeitet, der ihn erfüllt, löst sich auch meist die psychische Blockade. Er wird glücklicher, leistet mehr und allen ist geholfen. Seine Labilität wird sich vermindern, denn er weiß jetzt, wozu er da ist. Sein Leben macht wieder einen Sinn.

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MrFriedemann

MrFriedemann

Rang: Albert Einstein3 (48.994) | Psychologie (4.814), Individualität (5)

6 Stunden nachdem die Frage gestellt worden ist (02.11.2017 15:12)

4

Da ich beide Facetten aus meinem Leben genau kenne, halte ich es letztendlich für ein verschwendetes Potential...!
Die Welt des Einzelhandels ist hart, unmenschlich, Anti-Individuell der Mensch zählt dort nichts mit seinen Eigenarten ! Der gebildete Akademiker muß auf dauer in einem solchen Milieu unglücklich oder Depressiv werden, allein schon durch die ständige Geistige Unterforderung...
ich kann nur dringend raten nach einer Anspruchsvolleren Tätigkeit Ausschau zu halten...!

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1034504
veelelos

veelelos

Rang: Albert Einstein10 (132.781) | Psychologie (1.214), Individualität (5)

9 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (02.11.2017 09:54)

5

Einzelhandel ist ein weites und vielgefächertes Feld.
Bewegt man sich im Einzelhandel zwischen verschiedenen Abteilungen, kann man Informationen zu allen möglichen Branchen sammeln und die verarbeiten, was ein gutes Grundwissen darstellen kann für weitere Studien.
Akademische Informationen dazu findet man im Internet oder kann sich auf einem zweiten Lehrgang dazu weiterbilden um Universitätsreife, Abi oder Fachabi zu erwerben.

Psychische Labilität ist ebenfalls ein weiter Begriff, bedeutet das,"Komme ich heute nicht, komme ich morgen vielleicht"? Solche Mitarbeiter sind natürlich unbequem für die, welche auch die Liefertermine und Einsatzpläne schreiben müssen.

Oder was bedeutet "psychisch labil" in Deinem Fall?
Wenn ich das besser weiss, kann ich auch besser Auskunft geben.

4 Kommentare

992974
tvd_orginal
tvd_orginal

Psychische Labilität im Sinne von geringer Belastbarkeit.

Aufgrund dessen ohne ambitionierte Aufstiegsmöglichkeiten. Eher im Bereich des Teilzeit Verkäufers oder einer dem ähnlichen Arbeit.

1034504
veelelos
veelelos

Also z.B. verträgt nicht, wenn sie was falsch gemacht hat und man darüber mit ihr redet?
reagiert unkontrolliert auf das Eintreffen eines attraktiven neuen Mitarbeiters?

Wie weit gehen denn die akademischen Interessen? Weitgehend kann man die heute am Internet befriedigen, ausser natürlich der Praxis, da bräuchte man schon gute Beziehungen um mehr als nur Info zu bekommen und z.B. auch mal sezieren lernt.

992974
tvd_orginal
tvd_orginal

Nicht unbedingt. Eine emotionale Impulsivität, allerdings mit der Fähigkeit pragmatisch und dissoziativ vor sich hin zu arbeiten. Würden zu viele Ansprüche gestellt werden, würde dass in dem Individuum Spannung erzeugen und sich evtl. in Selbstschädigung zeigen.

Die Interessen gehen bis hin zum ambitionierten Autodidakten. Doch wäre diese Selbstentfaltung in Kombination eines nicht belastbaren Jobs eine humane Perspektive? Würde sich der Mensch auf Dauer wohlfühlen? Wäre das nicht nach außen getragene Potential verschwendet oder wäre es in deiner Ansicht in Ordnung mehr Wert auf die Individualität als die Integration in der Gesellschaft als nutzbringender Platz, zu legen?

1034504
veelelos
veelelos

Die Arbeitszeiten individuell regeln und variabel machen ist sowieso Trend, aber "ich komme arbeiten wenn ich Lust habe" geht sowieso nicht, im Einzelhandel z.B. wegen der Ladenöffnungszeiten.

Ich würde es einfach mal versuchen, vorsichtig schauen, inwieweit ich mich anpassen kann und wo meine Grenzen liegen und ich mich zurückziehen muss.
Falls es in mir Spannungen erzeugte, würde ich das aussprechen mit den Erzeugern bzw. mit dem Arbeitgeber über die Umstände, welche die Spannungen verursachen — allerdings gehören Spannungen zum Leben, ohne verendet man eher an Langeweile.

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1067206
Alkibiades

Alkibiades

Rang: Albert Einstein2 (36.309) | Psychologie (169)

5 Stunden nachdem die Frage gestellt worden ist (02.11.2017 14:16)

6

Das ist kein Gegensatzpaar.
Ich kenne einen Oberfeldwebel der Bundeswehr, der mit einer promovierten Historikerin verheiratet ist - DAS ist ein Gegensatzpaar!

Ich kenne eine Kassiererin bei ALDI, die Abitur hat - das ist auch ein Gegensatz.

Mein Autoschrauber am linken Niederrhein hatte humanistisches Abitur, der konnte noch mehr Homer auf griechisch auswendig als ich.

Also: Warum sollte jemand, der im Einzelhandel arbeitet, ni cht "akademische Interessen" haben?

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