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DerKollege
DerKollege (Rang: Immanuel Kant)

Warum ist Polygamie in den westlichen Ländern verboten?

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tenno5034

tenno5034

Rang: Albert Einstein (22.693) | Grund (55), land (11)

3 Stunden nachdem die Frage gestellt worden ist (03.01.2018 20:50)

1

Die Erbfolge ist nicht geregelt. Das ist der selbe Grund, warum (noch heutzutage) Inzest ein Problem darstellt. Beides - Vielehe und Inzest - kann an sich unter erwachsenen Menschen geregelt werden, wenn alle einverstanden sind. Aber die daraus resultierenden gesellschaftlichen Komplexitäten sind nach christlichen Perspektiven nicht zu kontrollieren: Wer erbt denn? Die erste Frau? oder die letzte, die geheiratet wurde? Und wie sieht es aus mit den Kindern aus? Welches der Kinder kriegt mehr? Das Erstgeborene der ersten Frau? Oder das Erstgeborene aller Frauen? Und alle Kinder gleich viel?

Unter den europäischen Fürsten war die Vielehe allerdings nicht nur toleriert, sondern wurde gerade zu als Klassenunterschied zum gemeinen Volk gepflegt.

Unser Gesellschaftsleben wurde vom Christentum massgeblich geprägt. Die Kirche lag punkto Machtsystematik seit dem Frühmittelalter im Widerstreit mit den Fürsten- und Königshäusern. Denn an und für sich stammt das Christentum aus dem Nahen Osten, wo Vielehen schon zu Zeiten Jesu gang und gäbe war. Warum wurde das nicht übernommen? Weil die Kirche (nicht das Christentum) ihre Machtvorstellungen parallel zu den Fürsten- und Königshäusern in der ganzen Gesellschaftsordnung durchsetzte. Die Fürsten und Könige verschwanden. Die Kirchenmacht blieb bestehen.

Es ist also ein Kirchen-Dings, kein Christen-Dings, dass wir keine Vielehen führen.

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461510
rettosch
rettosch

Nein, keineswegs Machtgelüste waren es, dass das Christentum die Monogamie brachte. Schon die 1000 Jahre vor dem Mittelalter und schon bei den alten Römern entwickelte sie sich - so schreiben es Religionsgeschichtler.

1068777
tenno5034
tenno5034

Da hast Du natürlich recht! Die Römer mit ihrer Römischen Rechtssystem hatten die nach unserem Verständnis grundlegenden Vertrags- und Erbrechte eingeführt. Die Kirche übernahm grosse Teile des ganzen römischen Machtsystems, als Kaiser Konstantin, wie auch etliche Kaiser nach ihm, sich des Christentums bemächtigten und ihre Machtpolitik in genau demselben Masse weiter führten, ab dann einfach unter christlichen Segel, statt unter heidnischem.
Aber auch deren Motivation war die "Rechtsruhe" in der Nachkommenschaft und Erbfolge im gemeinen Volk, während die Herrscher sehr oft, oder gar meistens die Vielehe führten.

461510
rettosch
rettosch

Auch ich gebe dir recht, dass diese ganze Entwicklung keineswegs eine homogene Linie nach oben darstellt. Was die "maßgebliche Prägung vom Christentum" darstellt stimmen wir ohnehin überein. Was für mich aber die Aussage verzeichnet, ist, dass diese Eheentwicklung kein "Christen-Dings" sei, sondern nur (machtgelüstiges) "Kirchen-dings".

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1079177
Gorkotzola

Gorkotzola

Rang: Albert Einstein2 (26.985) | Grund (51), land (12)

11 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (03.01.2018 18:54)

2

Es passt irgendwie nicht in unser weltliches und kirchliches Denken.

Wenn ich z.B. damals ins Haus gestürmt war wegen einer dringender Angelegenheit und meinen Kinder frage..."Wo ist Mama?"
Was sollen die Kids denn ehrlich antworten?
"Welche meinst du...? Mama 1 oder Mama 2 oder Mama 3?"

Die Diskutiererei nimmt doch kein Ende... Mama-Papa-Kind - BASTA! Das Boot der Ehe ist voll.... Cést la vie^^


Ergänzung vom 03.01.2018 19:08:

Es geht doch nicht allein um die theologische Ideologie?
Mir ist doch im Prinzip Latte ob sie in der Kommune 1 über Tische und Bänke krabbeln oder die Villa Kunterbunt noch bunter anmalen.

Wie sieht es aber schlussendlich versorgungstechnisch aus?
An welche Frau soll ich denn die Witwenrente überweisen, wenn der Mann tot ist? Etwa an alle 4?
Ich glaub es hackt.

2 Kommentare

1074219
DerKollege
DerKollege

Die Mormonen Kirche sprach sich für die Polygamie aus, also kann es nicht an der Theologie liegen.

461510
rettosch
rettosch

Ja, nicht für den, der die Mormonen als die ersten Theologen sieht.

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1073919
Mastermind69

Mastermind69

Rang: Albert Einstein2 (27.314) | Grund (42), land (18)

62 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (03.01.2018 19:45)

3

Dürfte wohl christlich tradiert sein. Des weiteren führte Polygamie auch zu erheblichen Problemen in der Erbfolge. So ich mich richtig entsinne, gab es ja einen gefeierten Sultan, der verfügte, dass alle seine Söhne ausser dem Thronfolger zu erdrosseln seien ... und die Bevölkerung war zutiefst dankbar ob der nun ausbleibenden Erbfolgekriege.

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461510
rettosch

rettosch

Rang: Albert Einstein (23.910) | Grund (5)

93 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (03.01.2018 20:16)

4

Monogamie als christliche Errungenschaft ist deswegen in der westlichen Hemisphäre erstarkt.


Ergänzung vom 03.01.2018 22:10:

Natürlich kennen wir frühere Monogamien, aber dass sie Eingang gefunden hat in unseren westlichen Kulturkreis verdanken wir unbeschadet krummer Wege dem Christentum.


Ergänzung vom 04.01.2018 12:40:

Das ist eine Feststellung auch nichchristlicher Geschichtswissenschaftler.

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1081623
Tabgha
Tabgha

Wobei sogar die Alten Germanen bereits die Einehe hatten, lange, bevor es das Christentum gab.
Die Monogamie führte übrigens dann dazu, dass die Ehefrauen als Eigentum angesehen wurden.

995143
hecker
hecker

" aber dass sie Eingang gefunden hat in unseren westlichen Kulturkreis verdanken wir unbeschadet krummer Wege dem Christentum."

Mal davon abgesehen, dass diese "krummen Wege" nicht näher aufgeführt sind, ist dieser Satz eine typische Überheblichkeit/Anmaßung des Christentums bzw. seiner Vertreter.

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1081623
Tabgha

Tabgha

Rang: Doktorin (2.578) | Grund (29)

3 Stunden nachdem die Frage gestellt worden ist (03.01.2018 21:13)

5

Auch Europa hat Jahrhunderte benötigt um klar zu erkennen, dass die einzig faire Lösung in der Ehe, die sogenannte "Einehe" ist.
Alles andere ist unfair, irgendeinem Eheteil gegenüber.
Vielehe bringt nur Probleme mit sich - Eifersüchteleien, Mißgunst.
Man kennts doch z. B. aus den Geschichten des Alten Ägyptens, wo ein Thronfolger nach dem nächsten umgebracht wurde, entweder von einer der anderen Mütter (einer der vielen Ehefrauen) damit ihr Sohn Thronnachfolger wird - oder direktenmang vom eigenen Halbbruder - usw.
Ähnlich gings auch in Europa zu.

Ganz zu schweigen von der Erbfolge, bei der früher immer nur der "Erstgeborene" erbberechtigt war, nie ein Mädchen -

Die Einehe ist aber bereits im Alten Testament erwähnt. Bei Erklärungn, dass die alten Propheten aus dem Alten Testament Palygamisten gewesen seien - muss man die gesamte Geschichte kennen. Meist gabs da keinen männlichen ERben, weshalb mal eben eine Frau (meist Magd, die so oder so schon in Diensten der jeweiligen Familie war) gesucht, die dann einen Knaben gebar - und dieser war dann der rechtmäßige Erbe.

Eine christliche ERrungenschaft ist die Einehe nämlich nicht - siehe AT:

Genesis - 1. Mose:
24 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, und sie werden sein EIN Fleisch. 25 Und sie waren beide nackt, der Mensch und sein Weib, und schämten sich nicht.

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461510
rettosch
rettosch

Die EINFÜHRUNG ist christliche Errungenschaft. Ja, bekannt war sie früher schon.

1068777
tenno5034
tenno5034

Hallo mal wieder!
"Alles andere ist unfair, irgendeinem Eheteil gegenüber." - Verstehe ich zwar, aber mir fehlt der Aufhänger. Ist das eine Erkenntnis der europäischen Kulturgeschichte? Oder ist es umgekehrt, dass die Vielehe ein noch heute irgendwie geartetes Statussymbol des Patriarchats und der ganzen gesellschaftlichen Clan-/Sippen-/Grossfamilien-Kultur ist?

461510
rettosch
rettosch

Die europäische Kulturgeschichte widerspricht jeglichem Statussymbol mit mehreren Frauen.

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1040529
spelman

spelman

Rang: Albert Einstein (21.752) | Grund (31)

15 Stunden nachdem die Frage gestellt worden ist (04.01.2018 09:14)

6

Mal ganz abgesehen von christlichen Traditionen und Werten:

Das Verhältnis der Geschlechter ist beim Menschen sehr ausgeglichen. Das allein legt doch nahe, das jeweils ein Mann und eine Frau ein Paar bilden sollten, ansonsten gingen viele leer aus, was zu Spannungen führt - siehe China (wo wegen der Ein-Kind-Politik viele Mädchen abgetrieben wurden bzw. aufgrund mangelnder Fürsorge der Eltern als Kind starben).

Nach dem 30-jährigen Krieg gab es übrigens in Europa zeitweise die Mehrehe, sogar mit päpstlichem Segen. Zu viele Männer waren umgekommen, das Verhältnis gestört.

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900460
vau-be-we1

vau-be-we1

Rang: T.A. Edison (11.170)

23 Stunden nachdem die Frage gestellt worden ist (04.01.2018 17:04)

7

Die Erbauseinandersetzung ist schon vielschichtig behandelt worden. Es gibt aber noch einen Aspekt: die Polygamie geht doch immer mit der Unterdrückung der Frau einher. Guck dir die Antworten an: nicht ein Mal gibt es mehrere Ehemänner, also basiert die Polygamie auf der Beherrschung mehrerer Frauen durch einen Mann. Wir haben in DE aber die hart erkämpfte Gleichberechtigung. Ein Aufschrei würde durch DE gehen - und zig Alice Schwarzer zutage fördern. Will das jeMANNd?^^ Dann doch lieber monogam.

4 Kommentare

1081623
Tabgha
Tabgha

Ein Aufschrei würde durch DE gehen -

jahaaa - hoffentlich, hoffentlich :-)))

LG an dich Immas-Tabgha

900460
vau-be-we1
vau-be-we1

Hi Immas. Na klar kommt der. Was ist denn mit Dir passiert, dass Du jetzt Tabgha bist?
Liebe Grüße, Jan

1081623
Tabgha
Tabgha

ach - ich wollte noch mal "jung" sein^^ - bin selbst gegangen und wiedergekommen...

900460
vau-be-we1
vau-be-we1

Oha. Dann gehöre ich ja schon zum alten Eisen. :-) Aber herzlich willkommen hier bei CiQ. Wir nehmen alle Neulinge gerne auf.^^Schön, dass Du da bist.

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923727
kurti315

kurti315

Rang: Albert Einstein2 (28.694) | Grund (110), land (13)

5 Stunden nachdem die Frage gestellt worden ist (03.01.2018 22:52)

8

Wie werden die dann sich wohl einigen wenns nicht klappt? Wer bekommt was, erben, dann vielleicht noch Kinder...und alle wollen dasselbe Stück vom Kuchen!
Das ist so schon kompliziert genug, das wird nix.
Bei den Amis in einem Bundesland isses wohl nicht ganz verboten... dort mal suchen.

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1081549
stormy.

stormy.

Rang: Doktorand (2.278)

12 Stunden nachdem die Frage gestellt worden ist (04.01.2018 06:27)

9

Die Ehe oder nun auch eingetragene Lebensgemeinschaft basiert sofern keine Eheverträge geschlossen wurden auf dem Prinzip der Zugewinngemeinschaft.

Deine Frage erklärt sich,wenn man die Berechnungen die einer Ehescheidung zugrunde liegen betrachtet.

Sorgerecht für Kinder,Versorgungsansprüche,Zugewinn und div.wirtschaftliche Ansprüche müssen verbindlich geregelt werden.

Das ist schon bei zwei Personen oft ein Rosenkrieg.

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