Gesprochene und geschriebene Sprache unterscheiden sich oft wesentlich; bei der gesprochenen Sprache kommt noch der regionale Aspekt hinzu, das heißt, man spricht anders in z.B. Hamburg als in München (von der Aussprache ganz abgesehen).
In der gesprochenen Sprache verwenden wir die Gegenwart (oder auch Präsens genannt), z.B. du isst, sie weint, wir laufen;
weiters verwenden wir die Zukunft (auch Futur genannt): du wirst essen, sie wird weinen, wir werden laufen (die Formen von werden + Nennform);
schließlich gebrauchen wir die Vergangenheit (das Perfekt): du hast gegessen, sie hat geweint, wir sind gelaufen (Formen des Hilfszeitwortes haben oder sein + Mittelwort der Vergangenheit = 2. Mittelwort);
vor allem in Norddeutschland wird daneben auch gleichbedeutend die Mitvergangenheit (das Imperfekt) benützt: du aßest, sie weinte, wir liefen; diese Zeitwortform ist die "Erzählzeit" in der geschriebenen Sprache;
nicht oder nur selten gibt es in der gesprochenen Sprache daneben auch die Vorvergangenheit (das Plusquamperfekt) zur Bezeichnung einer Handlung, die einer anderen Handlung vorausgegangen ist: als wir kamen, hattest du schon gegessen; sie hatte geweint, ihre Wangen waren noch ganz nass; wir waren gelaufen und mussten Atem schöpfen;
(Formen: Imperfekt (Mitvergangenheit) von haben oder sein + Mittelwort der Vergangenheit = 2. Mittelwort);
noch seltener ist der mündliche Gebrauch der Vorzukunft (Futur exakt); diese Zeit drückt aus, dass eine Handlung in der Zukunft noch vor einer anderen zukünftigen Handlung geschieht: du wirst schon gegessen haben, wenn wir morgen kommen (in diesem Fall steht der wenn-Satz in der Gegenwart, auch wenn er Zukünftiges ("morgen"!) ausdrückt.
Bildung der Formen: Formen von werden + Nennform des Perfekts (haben oder sein + Mittelwort der Vergangenheit = 2. Mittelwort).
Ich hoffe, die Frage ausreichend und verständlich und doch nicht zu kompliziert beantwortet zu haben!