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LovetoDance
LovetoDance (Rang: Mileva Einstein)

Was ist ein "Helfersyndrom"?

Wie wirkt sich das aus? Ist das eine echte Krankheit? Therapie?

6 Antworten

201381
MarianaBenesch

MarianaBenesch

Rang: Master (1.518) | Psychologie (9), Krankheiten (9)

3 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (11.10.2007 09:35)

1

Als Helfersyndrom bezeichnet man ein Modell der seelischen Probleme, häufig in sozialen Berufen. Es wurde erstmalig von Wolfgang Schmidbauer 1977 in seinem Buch „Die hilflosen Helfer“ beschrieben.

Die psychologische Deutung des Helfersyndroms besteht darin, dass die Rolle des Helfers (Helfende Berufe, also etwa Arzt, Sozialarbeiter, Pfarrer, Psychologe, Therapeut, Krankenschwester, Krankenpfleger, Lehrer) gewählt wird, um Ängste vor Abhängigkeit abzuwehren.

Ein vom Helfersyndrom Betroffener ist jemand, der das Ideal verinnerlicht hat, dass man nur dann gut sei, wenn man anderen, schwächeren, kranken, benachteiligten oder bedürftigen Menschen hilft.

Für die zu betreuende Person soll der Helfer das Ideal verkörpern, das er bei seinen eigenen Eltern in der Kindheit vermisst hat. Bei einer überstarken Ausprägung des Helfersyndroms (wenn also das Wohlergehen des oder der Klienten grundsätzlich als wichtiger eingestuft wird als die eigene Befindlichkeit des Helfers oder die Bedürfnisse der Familienangehörigen) kann es zu schweren Depressionen oder zum Burn-out-Syndrom kommen. Der Drang zu helfen wird zur Sucht.

http://de.wikipedia.org/wiki/Helfersyndrom kopieren

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47391
hexe196740

hexe196740

Rang: Mileva Einstein (21.444) | Psychologie (209), Krankheiten (85)

6 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (11.10.2007 09:38)

2

Ich "leide" auch unter dem helfersyndrom-man will es immer jedem recht machen,was aber natürlich nicht funktionieren kann:-))ist für jeden da egal welche probleme auftauchen und egal um welche uhrzeit angeklopft wird!herzliche grüße aus bayern!


Ergänzung vom 11.10.2007 09:41:

Der Begriff Helfersyndrom wurde von Wolfgang Schmidbauer eingeführt. Die Merkmale des Helfersyndroms sind:

- Betroffene haben ein geringes Selbstwertgefühl.
- Sie beziehen ihr Selbstvertrauen daraus, anderen zu helfen.
- Sie berücksichtigen manchmal die Wünsche desjenigen, dem sie helfen wollen, nicht, sondern drängen ihre Hilfe auf.
- Sie lehnen Unterstützung bei der Hilfe durch andere ab.
- Sie übersehen eigene körperliche Grenzen.
- Sie vernachlässigen eigene Bedürfnisse und Wünsche.
- Sie erwarten von den Menschen, denen sie helfen, Dankbarkeit und Anerkennung.
- Die Folgen des Helfersyndroms können Burnout, Depressionen, psychosomatische Erkrankungen sein.

Was tun, wenn man unter einem Helfersyndrom leidet?
Sich aus dem Helfersyndrom zu befreien ist gar nicht so einfach. Der erste Schritt besteht nämlich darin, zu erkennen und zu akzeptieren, dass sich hinter unserer Hilfsbereitschaft ein "eigennütziges" Motiv verbirgt. Das Helfen ist nur Mittel zum Zweck. Wir wollen uns wichtig und gebraucht fühlen und so unser Selbstwertgefühl pampern. Wir brauchen vielleicht den Hilfsbedürftigen mehr, als dieser uns braucht.

Dann, wenn wir akzeptieren, dass hinter unserer Hilfsbereitschaft in erster Linie eigene Interessen und Bedürfnisse stehen, gilt es herauszufinden, wie wir das Bedürfniss nach Anerkennung auf anderem Wege als durch Helfen erfüllen können. Häufig ist hierzu eine psychotherapeutische Unterstützung notwendig. Wir müssen z.B. herausfinden: "Wer bin ich, wenn ich nicht in der Rolle des Helfers bin?" und "Welche Wünsche habe ich für MEIN Leben?" Ziel einer solchen Psychotherapie ist, dass wir uns wertvoll fühlen, ohne etwas dafür zu tun, ohne anderen helfen zu müssen.http://www.psychotipps.com/helfersyndrom.html kopieren

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87518
blaues_salz

blaues_salz

Rang: Mileva Einstein2 (37.021) | Psychologie (301), Krankheiten (83), Beziehungen (12)

4 Tage nachdem die Frage gestellt worden ist (14.10.2007 14:07)

3

Was versteht man unter einem Helfersyndrom?
Der Begriff Helfersyndrom wurde von Wolfgang Schmidbauer eingeführt. Die Merkmale des Helfersyndroms sind:

- Betroffene haben ein geringes Selbstwertgefühl.
- Sie beziehen ihr Selbstvertrauen daraus, anderen zu helfen.
- Sie berücksichtigen manchmal die Wünsche desjenigen, dem sie helfen wollen, nicht, sondern drängen ihre Hilfe auf.
- Sie lehnen Unterstützung bei der Hilfe durch andere ab.
- Sie übersehen eigene körperliche Grenzen.
- Sie vernachlässigen eigene Bedürfnisse und Wünsche.
- Sie erwarten von den Menschen, denen sie helfen, Dankbarkeit und Anerkennung.
- Die Folgen des Helfersyndroms können Burnout, Depressionen, psychosomatische Erkrankungen sein.
Wie entsteht das Helfersyndrom?
Betroffene lernen in der Kindheit, sich von der Anerkennung durch andere abhängig zu machen. Sie halten sich nur dann für liebenswert und wertvoll, wenn andere ihnen dankbar sind und sie für diese wichtig sind. Sie fühlen sich in der Rolle des Märtyrers wohl, der sich für andere aufopfert. Sie glauben, sonst nichts zu besitzen, als besonders leidensfähig und aufopferungsvoll zu sein. Es ist ihr Weg, sich aufzuwerten und als etwas Besonderes zu sehen.

Eltern, die ihren Kindern die Schuld an ihren Gefühlen geben ("Wegen dir ist Mama traurig, du bist schuld an Mamas Kopfschmerzen"), vermitteln ihren Kindern die Botschaft: "Du musst die Verantwortung für die Gefühle anderer übernehmen".
Betroffene denken häufig nur in einer Alles-oder-Nichts-Schiene: Entweder ich bin ein guter Mensch und bin immer hilfsbereit oder ich bin egoistisch, berücksichtige meine Bedürfnisse und bin ein schlechter Mensch.
Welche Anzeichen können auf das Helfersyndrom hinweisen?
- Die Bilanz zwischen Geben und Nehmen stimmt nicht. Wir geben mehr, als wir bekommen.
- Wir hören nicht (mehr) auf die Bedürfnisse des Hilfsbedürftigen, sondern helfen ungefragt.
- Wir wissen besser über die Bedürfnisse und Wünsche des anderen Bescheid als über unsere eigenen.
- Wir sind erschöpft und ausgelaugt, da wir uns überfordern.
- Wir sind depressiv.
- Wir haben keine eigenen Wünsche und Ziele mehr.
- Wir lehnen jede Unterstützung durch andere ab.
- Wir nehmen Medikamente oder Suchtmittel, um die Belastung auszuhalten.


Ergänzung vom 14.10.2007 14:08:

Ergänzung vom 14.10.2007 14:10:

Falsch verstandene Hilfsbereitschaft

Hilfsbereitschaft ist eine Tugend, sagt man. Doch zuviel davon kann süchtig machen. Süchtig nach Anerkennung und Macht. Helfersyndrom taufte der Psychologe Wolfgang Schmidbauer diese Störung in den 70er-Jahren. Gemeint sind damit Menschen, die Schwächeren helfen, um ihre eigenen Schwächen und Probleme zu verdrängen.
Menschen mit Helfersyndrom helfen anderen bis zur Selbstaufgabe. Doch das geschieht nicht aus reiner Nächstenliebe. Was selbstlos wirkt, macht andere hilflos. Der Helfer ist nämlich nicht daran interessiert, dass der Hilfsbedürftige stärker wird. Er braucht es, gebraucht zu werden.
Die Sucht nach Anerkennung

Menschen mit Helfersyndrom beschreiben Psychologen als schwach, ängstlich und hilfsbedürftig. Um ihr geschwächtes Selbstbewusstsein zu kompensieren, helfen sie Menschen, die noch schwächer sind als sie selbst. Nicht selten helfen Helfer auch ungefragt. Stößt ihre "nur nett" gemeinte Hilfe auf Ablehnung, ziehen sie sich beleidigt zurück. Gegen starke Charaktere hegen sie versteckte Aggressionen.
Überdurchschnittlich viele Menschen mit Helfersyndrom gehen in den Pflegedienst. Das stellte auch Nicole Lemke fest, die an den Rollstuhl gebunden ist: Trotz Widerstand entschied ihre Pflegerin, welchen Joghurt sie kaufen und welche Frisur sie wählen sollte. Irgendwann fiel Nicole Lemke auf, dass sie wie ein unmündiges Kind behandelt wurde. Diese Übergriffe führten schließlich zur Kündigung der Pflegerin.
Psychologen sehen im Helfersyndrom eine gestörte Persönlichkeitsentwicklung, die meistens in der Familie erlernt wird. Schon als Kind lernen Menschen mit Helfersyndrom, dass sie schuld sind, wenn es Mutter oder Vater schlecht geht. Das führt zu Gewissensbissen, Abhängigkeit und emotionalem Rückzug. Später wird die Arbeit zur Ersatzbefriedigung verdrängter Bedürfnisse. Nicht selten endet das Helfersyndrom deshalb in Überarbeitung, Burn-Out und Depressionen.
http://www.br-online.de/umwelt-gesundheit/artikel/0511/27-helfersyndrom/index.xm... kopieren

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Zwillingjs

Zwillingjs

Rang: Doktorandin (1.893) | Krankheiten (28), Psychologie (21)

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227799
opapip

opapip

Rang: Doktor (2.696) | Krankheiten (92), Psychologie (90), Beziehungen (5)

6 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (11.10.2007 09:38)

5

Als Helfersyndrom bezeichnet man ein Modell der seelischen Probleme, häufig in sozialen Berufen. Es wurde erstmalig von Wolfgang Schmidbauer 1977 in seinem Buch „Die hilflosen Helfer“ beschrieben.

Die psychologische Deutung des Helfersyndroms besteht darin, dass die Rolle des Helfers (Helfende Berufe, also etwa Arzt, Sozialarbeiter, Pfarrer, Psychologe, Therapeut, Krankenschwester, Krankenpfleger, Lehrer) gewählt wird, um Ängste vor Abhängigkeit abzuwehren.

Ein vom Helfersyndrom Betroffener ist jemand, der das Ideal verinnerlicht hat, dass man nur dann gut sei, wenn man anderen, schwächeren, kranken, benachteiligten oder bedürftigen Menschen hilft.

Für die zu betreuende Person soll der Helfer das Ideal verkörpern, das er bei seinen eigenen Eltern in der Kindheit vermisst hat. Bei einer überstarken Ausprägung des Helfersyndroms (wenn also das Wohlergehen des oder der Klienten grundsätzlich als wichtiger eingestuft wird als die eigene Befindlichkeit des Helfers oder die Bedürfnisse der Familienangehörigen) kann es zu schweren Depressionen oder zum Burn-out-Syndrom kommen. Der Drang zu helfen wird zur Sucht.

Quelle: Wikipedia

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206610
sonnenseite05

sonnenseite05

Rang: Studentin (246) | Psychologie (15)

35 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (11.10.2007 10:07)

6

Das muss sich aber nicht zwangsläufig in helfenden Berufen manifestieren, das kann auch in der Familie passieren. Meine Schwester hat das zum Beispiel. Sie hat einen Beruf, der mit Helfen nichts zu tun hat, muss aber zu Hause, besonders wenn jemand krank ist oder sonst ein Problem hat, pausenlos helfen und zwar alleine. Sie duldet nicht, dass irgend jemand anderes auch was tut. Und weil sie aber in Wirklichkeit gar keine darauf Lust hat, es einfach nur darum geht, dass sie sich sonst nicht geliebt fühlt, ist sie dann oft auch überfordert und terrorisiert den, dem sie eigentlich helfen will. Das ist dann natürlich für niemanden hilfreich. Aber helfen lassen will sie sich nicht. Sie sieht selbst kein Problem. Mir hat mal ein Psychologe gesagt, dass man sich in einem solchen Fall nur selbst schützen kann und sie wegschickt.

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14091
frechdachs1302
frechdachs1302

Helfersyndrom? Ich würde ja Lycos IQ dazu sagen;-)

47391
hexe196740
hexe196740

aber nicht wenn man einige fragen der "hilfsbedürftigen" auf einer anderen quiz oder wissens-seite wiederfindet und feststellt daß manche gar nicht hilfsbedürftig sind:-))))

14091
frechdachs1302
frechdachs1302

Stimmt, aber prinzipiell haben wir doch alle hier ein Helfersyndrom

 

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