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Bansenin
Bansenin (Rang: Doktor)

Zitat Bertolt Brecht "Reicher Mann und armer Mann..."

"Reicher Mann und armer Mann standen da und sah'n sich an. Da sagt der Arme bleich: 'Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.'"

Was ist dran an dem Zitat von Bertolt Brecht?

2 Antworten

280759
MissisHippie

MissisHippie

Rang: Master (1.209) | Literatur (36), Philosophie (14)

18 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (21.01.2008 14:04)

1

Er hat recht. Die Begriffe sind nur durch die Wechselbeziehung entstanden. Wären alle arm - wäre es der Normalzustand und man benötigte keinen Begriff wie reich. Wären wir alle reich könnten wir den Begriff arm abschaffen. Man braucht ihn dann nicht mehr um einen Unterschied auch sprachlich auszudrücken.

Der Reiche ist nur reich, weil er durch Geschick, Glück, Fleiss oder auch andere Einflüsse über mehr Ressourcen verfügt, als andere. Der Arme ist also eine Messlatte für den Reichtum.

Am deutlichsten zeigt es den Brauch eines der Naturvölker im Regenwald. Sie kennen nämlich Eigentum nur insoweit, dass jemand immer das gehört, was er am Körper trägt. Vergisst er er einen Gegenstand, den er schätzt, kann jeder ihn sich aneignen ohne das der ursprüngliche Besitzer einen Anspruch geltend machen könnte. Dort gibt es kein arm und reich sondern nur ein funktionierendes gemeinsames Bestreiten der täglichen Aufgaben, die zum Überleben erforderlich sind.

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deaktivierter_User

deaktivierter_User

Rang: Master (1.422) | Philosophie (58), Literatur (6)

13 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (21.01.2008 14:00)

2

Das ist eine Möglichkeit, welche aus der philosophischen Sicht ihre Berechtigung hat:
Wäre die Definition anders lägen die Verhältnisse trotzdem gleich.
In praktischer Hinsicht ist das mit der Konsequenz der Umverteilung nach kommunistischem Muster nicht verwirklichbar, die meisten Versuche haben keine befriedigenden Resultate erzielt.

Der Ausspruch: "Wär ich nicht arm, wärst Du nicht reich" enthält viele Möglichkeiten der Schuldzuschiebung oder Ehrenverteilung, als wäre der Reiche durch die Verzichtleistung des Armen reich geworden, was sicher nicht allgemein gültig ist und auch mancher Arme wäre dennoch arm, hätte er einmal so viel Geld zur Verfügung als wie ein Reicher, denn er wüsste kaum damit um zu gehen.

Insgesamt sollte man diesen Satz nicht undokumentiert stehen lassen, denn er motiviert zu emotionalen Assoziationen, was ich nicht unbedingt begrüsse, insbesondere bei politischen Diskussionen mit dem Ziel einer Maßnahme.

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Bobulo
Bobulo

Er hat unrecht :) Die Aussage: 'Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.'" impliziert, dass der "Reichtum" des 'Einen UNBEDINGT die "Armut" des Anderen bedingt. Das muss aber nicht sein. Der "Arme" könnte ebenfalls "reich" neben dem "Reichen" stehen, unabhängig vom "Reichtum" des Anderen. Will der " Arme" überhaupt den "Reichtum" des "Reichen"? Hat er es versucht? Vielleicht ist er nicht bereit die Opfer zu bringen, die der "Reiche" gebracht hat... Darüber hinaus scheitert die Aussage an der Definition - was ist "reich" und" arm" ? Das was für den einen "Arm" scheint kann für den "Armen" mehr als genug sein. Die Begriffe müssen ja nicht über das Geld definiert werden. Man kann reich an Glück, Liebe, Gesundheit ect. sein und trotzdem arm an Geld, Macht, Einfluß..

 

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