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5623
kunstmalerdon
kunstmalerdon (Rang: Albert Einstein)

Aufzüge im Brandfall nicht benutzen!!!

Wer hat das Wort "Brandfall" schon einmal in seiner mündlichen Sprache benutzt?
Wer versteht sofort den Sinn des Satzes: "Es ist verboten Personen in Aufzügen zu befördern, bei denen das Mitfahren von Personen verboten ist?"
Bei Welcher Art von Personen ist das Mitfahrern von Personen verboten? Kranke mit bestimmten Krankheiten, weil sie ansteckend sein könnten?
Politiker weil sie ausrasten könnten?

Manchmal beginnen Schreiben mit: "Sehr geehrter Herr..." obwohl das Schreiben dann voller Abscheu wegen irgendwelcher Fehler dieses Herrn dann nur so strotzt. Und es endet dann manchmal sogar noch "Hochachtungsvoll!!"
Das ist doch leeres Wortgeklüngel.
Ich versuche solche Floskeln zu umgehen, indem ich einfach das Schreiben mit "Herr..." beginne und beende es entweder mit
"In Höflichkeit...."
oder " Mit der Ihnen gebührenden Hochachtung!"
Kennt ihr auch
1. Solche Floskeln, die eigentlich nichts sagen;
2. Gestelzte Worte, die wie "Brandfall" immer wieder auftauchen, aber nie gesprochen werden?


Ergänzung vom 28.01.2007 13:56:

Ich möchte meine Frage noch etwas besser artikulieren.
Leere Rituale und was ich als "Wortgeklüngel" bezeichnet habe mag ich nicht. Natürlich will ich nicht auf Höflichkeits-Formeln verzichten, und ich erachte auch einen besonderen Beginn und besonderes Ende eines Schreibens als sinnvoll.
Das wissen eigentlich all die, die hier schon meine Antworten auf ihre Fragen gelesen haben. Aber ich möchte gerne die leeren Rituale wieder mit Sinn versehen und eventuell sogar personalisieren. Deshalb ein Vorschlag mit "In Höflichkeit", wer benutzt andere?
Und statt dem absolut unüblichen Wort "Brandfall" sollte man einfach "Feuer" benutzen, das ist noch kürzer. Und auch prägnant.
Ich hoffe, ich habe jetzt die von mir angerichtete Unklarheit beseitigt und
"verbleibe der euch allen wohlgesonnene Don"!

6 Antworten

25244
deaktivierter_User

deaktivierter_User

Rang: Nobelpreisträger (5.721) | Sprache (49)

27 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (27.01.2007 21:55)

1

Hallo,
Das ist einfach ein distanzierte Höflichkeit. Man kann ja nicht mit der Türe ins Haus fallen. Und die meisten Floskeln haben sich so eingebürgert.

Man überliest die Floskeln, aber merkt sofort, wenn sie fehlen. Das wiederum wird als unhöflich, ja unangemessen erachtet.

Das kann man verstehen und betrachten, wie man will, aber es gehört einfach dazu. Eine Art Ritual, v.a. im Juristen- und Beamtendeutsch. Persönlich habe ich damit kein Problem. Und wenn ich jemanden nicht mag, dann finde ich im Text genügend Möglichkeiten, ihm das mitzuteilen, kann aber dennoch eine höfliche Ein- und Ausleitung des Schreibens verfassen.

Gruß, MM

3 Kommentare

30568
otto4311
otto4311

Besser kann mans nicht sagen. Die Weglassung aller Floskeln ist kein revolutionärer Akt, sondern schlichte Unhöflichkeit. Ein Schreiben bezweckt die Übermittlung einer Information und nicht die Einleitung von Feindseligkeiten. "Mit der Ihnen gebührenden Hochachtung", ist, egal wie berechtigt, schlicht eine Beleidigung und zur Einleitung von Argumentationen ungeeignet.

5623
kunstmalerdon
kunstmalerdon

Hallo Mika Mis, hallo Otto!
Dass ich den "revolutionären Akt" des Weglassens jeder Höflichkeitsform selbst nicht praktiziere, magst Du aus jeder meiner Antworten hier im Forum erkennen. Und das sind schon einige!! Auch eine Abschlussformel benutze ich.
--Ich versuche solche Floskeln zu umgehen, indem ich einfach das Schreiben mit "Herr..." beginne und beende es entweder mit
"In Höflichkeit...."-- habe ich in meiner Frage geschrieben, auch daraus sollte man erkennen, dass ich nicht auf Floskeln jedweder Art verzichten möchte. Ich möchte sie aber mit einem Inhalt versehen wissen.
Vielleicht hätte ich das schon in meiner Frage besser formulieren sollen, aber -siehe da- ich bin eben auch nur ein fehlerhafter Mensch.
Mika Mis, Rituale sind mir auch wichtig, aber ich möchte solche praktizieren, deren Sinn zu meinen Vorstellungen passt. Ansonsten möchte versuchen, sie anzupassen.
Liebe Grüße Don ( Auch eine Floskel, aber ich meine es auch so)!

25244
deaktivierter_User
deaktivierter_User

Lieber Don,
Nicht dass wir uns hier mißverstehen, auch ich erachte diese floskelhafte Sprache für absolut sinnlos und überflüssig, aber so ist leider der Gang der Dinge. Es hat sich dermaßen eingebürgert, dass man schon mit der geringsten Abweichung von dieser Regel ganz unabsichtlich gegenteilige Effekte bewirken kann.
Gruß, MM

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2525
deaktivierter_User

deaktivierter_User

Rang: Albert Schweitzer (7.750) | Sprache (26)

19 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (27.01.2007 21:47)

2

Ja, Du sprichst mir aus der Seele!!!

Typisches Schreiben einer Behörde:

"Sehr geehrter Herr...,

hiermit teilen wir Ihnen mit, dass..."

Sind die nur komisch? Was soll das? Mit diesem Brief an mich wird mir bereits etwas mitgeteilt. Dieser Satz ist somit nur eine unschöne Floskel und sollte einfach entfallen.

Schönes Wochenende und liebe Grüße

Homemaster


Ergänzung vom 28.01.2007 20:30:

Mir sind heute noch ein paar Sachen eingefallen, als mir das Buch von Sebastian Sick wieder in die Hände viel. Seine 3 Teile "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" sind lehsenswert.

Hier noch ein paar schöne Auszüge:

Verzichte auf Mithilfe - Hilfe genügt.
Sei nicht geschockt. Sei schockiert.
Hör auf, Sinn zu machen.
Fürchte die kahle Glatze, die tote Leiche und die lautlose Stille.

In diesem Sinne...

Homemaster


Ergänzung vom 28.01.2007 20:31:

sie sind natürlich lesenswert....

2 Kommentare

5623
kunstmalerdon
kunstmalerdon

Hallo homemaster
wir beide benutzen aber auch solche Floskeln wenn ich meinen Kommentar an Dich mit "Hallo homemaster" beginne und Du mit
"Schönes Wochenende und liebe Grüße" beendest.
Ich wollte anregen, dass wir eventuell doch bessere Floskeln als "Hochachtungsvoll" usw. benutzen. So ganz ohne das Öl der Höflichkeit möchte ich es auch nicht haben, aber bestimmt nicht mit überholten Floskeln.
Einen lieben Gruß Don.

5623
kunstmalerdon
kunstmalerdon

Sein Buch habe ich auch.
Nebenbei eine Gesprächsnotiz:
Genitiv ins Wasser!
Wieso, ist es Dativ?
Gruß Don

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1948
Boettcher2

Boettcher2

Rang: Juniorprofessor (4.233) | Sprache (31)

80 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (27.01.2007 22:47)

3

(grins) Sehr geehrter Don,
ich muss gestehen, über diese Frage noch nicht nachgedacht zu haben. Warum verwenden wir solche Floskeln? Irgendwie müssen wir einen Brief beginnen und beenden. Gerade bei weniger bekannten Menschen freut es mich eigendlich über solche eingebürgerten Floskeln. Soll ich vielleicht einen Brief beginnen mit den Worten "Pass mal auf Du dämlicher Finanzbeamter" und enden mit dem berühmten Götz - Zitat? Ich versuche überhaupt, trotz Wut auf den Empfänger einigermaßen höflich zu bleiben. Nur dann hat ein Brief auch eine Wirkung zu erwarten.

Hochachtungsvoll
Böttcher2 :-)

1 Kommentar

5623
kunstmalerdon
kunstmalerdon

Jaja, mein lieber Boettcher, ich werde meine Frage noch einmal etwas ergänzen.
Aber trotz allem: Jener Brief, der "Mit der Ihnen gebührenden Hochachtung" endetehatte letztendlich zu einem für beide Teile befriedigendem Ergebnis geführt.
Liebe Grüße Don.

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16009
chica-rubia

chica-rubia

Rang: Ada Lovelace (11.871) | Sprache (1.056)

8 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (27.01.2007 21:36)

4

*lach* . . . bei "gestelzten Worten" fallen mir sofort die Juristerei(Billigkeit), das Amtsdeutsch (Wahlentscheidungshilfe der so ähnlich) und die Versicherungsverklausulierungen (Schadensbehebungspauschale oder in de Art) ein !


Ergänzung vom 27.01.2007 21:38:

Bei Ersterem solltest Du Dich ja auskennen ! ;-))

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31671
hauweg

hauweg

Rang: Student (210) | Sprache (19)

3 Stunden nachdem die Frage gestellt worden ist (27.01.2007 23:43)

5

All das Geschreibe dient vorrangig zur information, auch wenn ein Satz wie "Es ist verboten Personen in Aufzügen zu befördern, bei denen das Mitfahren von Personen verboten ist" eher unglücklich formuliert sind. Dennoch sollte klar werden, dass man hier eben Fracht- und keine Personenaufzüge gemeint sind.

Ein Wort wie "Brandfall" ist kurz und bündig. "Im Brandfall Aufzug nicht benutzen" ist eingängiger als "Im Falle eines offenen Feuers nicht Aufzug nicht benutzen" Und "Feuerfall" dürfte auch nicht die lösunf sein...

Was andere Floskeln betrifft... Ja, ich verwende Sie, gerade beim Schriftverkehr. Ich kenne mein Gegenüber in diesen Fällen meist nicht und kann daher nichts gegen diese Person haben.
Und jemanden vor den Kopf stossen nur weil er meinen Lohnsteuerbescheid bearbeitet?


Gez. Hauke

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18774
Reptilus

Reptilus

Rang: Professor (4.868) | Sprache (140)

6 Stunden nachdem die Frage gestellt worden ist (28.01.2007 03:07)

6

floskeln erleichtern, ähnlich wie rituale, das leben. so einfach ist das.

brandfall und aufzug wurden erläutert. hochachtungsvoll etc. sind veraltet. check mal die din 5004.

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