Von einem Kopfschuss spricht man bei einer Verletzung, die durch ein Projektil einer Feuerwaffe verursacht wird. Diese Art der Kopfverletzung endet oft tödlich. Wenn tieferliegende Hirnstrukturen (Zwischenhirn, Medulla oblongata, Hirnstamm) verletzt werden, führt dies zum unmittelbaren Atem- und Kreislaufstillstand und somit zum Tod. Die Folgen, die ein Kopfschuss mit sich bringt, hängen von der Art des Schusses und dem Winkel der Schussbahn ab. Schüsse in die Schläfe sind eher selten tödlich, während ein Schuss in den Mund deutlich häufiger zum Tod führt.

Wann überlebt man einen Kopfschuss?

Grundsätzlich bestehen Überlebenschancen bei einem Kopfschuss, wenn keine zentralen Teile des Gehirns betroffen sind. Zwischen den beiden Großhirnhälften und dem Kleinhirn existiert eine Trennung. Es gibt enge Lücken. Führt die Schusslinie so durch den Kopf, dass keine wichtigen Regionen zerstört werden, kann ein Kopfschuss überlebt werden. Es spielt hier keine Rolle, ob der Schusskanal von vorne nach hinten oder von oben nach unten verläuft. Eine derartige Verletzung kann zum Beispiel bei einem Schuss in den Mund auftreten, bei einem entsprechenden Winkel. Diese Patienten können normalerweise nach relativ kurzer Zeit ohne Beeinträchtigungen nach Hause gehen. Wird ein Schuss auf die Schläfe aufgesetzt, so verläuft der Schusskanal durch das Frontalhirn. Unter Umständen sind auch die Sehnerven betroffen. Bei Verletzungen des Frontalhirns haben die Betroffenen keine Kontrolle mehr über ihre Gefühle. Sie überschreiten leicht Grenzen oder sind nicht mehr belastbar. Es dauert lange, bis sich jemand von einer derartigen Verletzung erholt.

Spektakuläre Fälle

Zwei spektakuläre Fälle gab es durch das Attentat in Las Vegas im Jahre 2017. Ein Heckenschütze schoss auf die Besucher eines Country Festivals. Ein Kanadier wurde von einer Kugel in den Kopf getroffen. Nach dem das Attentat, wurde er im Krankenhaus wegen seiner starken Blutung behandelt. Wie durch ein Wunder verlief der Schusskanal so, dass keine wichtigen Teile des Gehirns betroffen waren. Er lebt ohne jegliche Einschränkung weiter, abgesehen von der enormen psychischen Belastung des Attentats. Eine Frau wurde ebenfalls in den Kopf getroffen, die linke Gehirnhälfte wurde verletzt. Die Mediziner gaben der jungen Frau keine Chance. Ihr Ehemann ließ sie in eine andere Klinik verlegen und tatsächlich, nach zwei Wochen erwachte sie aus dem Koma. Mühsam hat sie sich in das Leben zurückgekämpft, wieder laufen und sprechen gelernt.

Resümee

Generell entscheidend sind bei einem Kopfschuss die Flugbahn und der Winkel des Projektils. Sind lebenswichtige Regionen des Gehirns betroffen, ist ein Überleben nahezu unmöglich. Auf der anderen Seite gibt es Wege durch das Gehirn, bei denen kaum eine Verletzung erfolgt. Oder es entsteht eine Verletzung, die der Patient überlebt, aber alles neu lernen oder mit erheblichen Einschränkungen leben muss. Und selbstverständlich spielt die allgemeine Verfassung des Patienten eine Rolle. Die Rehabilitation nach einem Kopfschuss ist kein Spaziergang.