Die Menschheit blickt auf einen langen Kampf mit Viren, Bakterien und anderen Krankheiten zurück. Epidemien und Pandemien rotteten ganze Landstriche aus und entvölkerten große Städte. Auch heute noch ist die Gefahr solcher Ausbrüche in vielen Teilen der Welt nicht gebannt. Wir wollen einen Blick auf die schlimmsten Krankheiten der Menschheitsgeschichte werfen und ihre Auswirkungen auf die Bevölkerung.

Die großen Epidemien und Pandemien

Epidemien und Pandemien sind Seuchen, die in einer großen Population ausbrechen und in der Regel hochgradig ansteckend sind. Während erste örtlich begrenzt sind, breiten sich zweitere über den gesamten Erdball aus. Die bekannteste Epidemie ist mit Sicherheit die Pest, der Schwarze Tod. In der Mitte des 14. Jahrhunderts kostete er etwa 25 Millionen Menschen in Europa das Leben, was ungefähr einem Drittel der damaligen Bevölkerung entsprach.

Die verheerendste Pandemie der Menschheitsgeschichte brach allerdings erst im 20. Jahrhundert aus – die Spanische Grippe. Eine ausgesprochen ansteckende Mutation eines Influenzavirus infizierte zwischen 1918 und 1920 rund die Hälfte der Weltbevölkerung und forderte bis zu 50 Millionen Todesopfer. Doch auch die „normale“ Grippe darf nicht unterschätzt werden. Jedes Jahr sterben bis zu 500.000 Menschen an den Folgen einer Grippeerkrankung.

Die dauerhafte Gefahr – Pocken

Die Pocken forderten über die letzten Jahrhunderte unzählige Menschenleben. Der größte Ausbruch war unter den Ureinwohnern Amerikas. Sie besaßen keine Abwehrkräfte gegen die Infektionskrankheit aus der alten Welt und waren dem Virus so schonungslos ausgeliefert. Allein im heutigen Mexiko starben im 16. Jahrhundert fünf bis acht Millionen Indianer. Heute gelten die Pocken durch konsequente Impfung als ausgerottet.

Insekten als Überträger

Nicht nur von anderen Menschen geht eine Gefahr der Ansteckung aus. Stechende Insekten tragen häufig Krankheitserreger mit sich, die auf diese Weise in den menschlichen Organismus gelangen. So ist in weiten Teilen Afrikas die Tsetsefliege heimisch. Sie überträgt einen tödlichen Virus, der die Schlafkrankheit auslöst. Die Symptome sind Verwirrtheit, Koordinations- und Schlafstörungen sowie Krampfanfälle. Jährlich werden etwa 300.000 Menschen infiziert. Unbehandelt endet die Infektion tödlich.

Weitaus mehr Menschen werden allerdings durch den Stich einer Stechmücke in tropischen und subtropischen Gebieten mit dem Denguefieber infiziert – jährlich bis zu 600 Millionen Menschen. Allerdings endet die Krankheit nur in seltenen Fällen tödlich, sodass nur einige tausend Menschen pro Jahr daran versterben. Ähnliches gilt für die Gelbsucht. Auch durch Mücken übertagen, sterben weniger als 10 % der Erkrankten an den Folgen. Dennoch ist Gelbsucht in den großen Städten Afrikas ein Problem, das stetig wächst.

Die größten Gefahren unserer Zeit – Ebola und Tuberkulose

Trotz Behandlung sterben bis zu 90% der an Ebola erkrankten Menschen. Erst 2014 gab es den bis dato größten Ausbruch der Seuche in Westafrika, welcher alleine etwa 11.000 Menschenleben forderte. Auch heute noch werden Fälle der Erkrankung gemeldet. Da nach wie vor Impfstoff Mangelware ist, könnte schon bald ein neuer Ausbruch bevorstehen.

Jährlich sterben etwa 1,7 Millionen Menschen an Tuberkulose, 10,4 Millionen erkranken. Neben Aids zählt sie damit zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Symptome einer Lungentuberkulose sind Husten und Schmerzen im Brustkorb. In Westeuropa und Deutschland im Speziellen tritt die Krankheit heutzutage allerdings nicht mehr sehr häufig auf.

Die Pandemie unserer Zeit – Aids

Seit 1980 kämpft die Menschheit mit dem HIV-Virus. Besonders in weiten Teilen Afrikas leiden viele Menschen an der Immunschwäche. Der Virus überträgt sich über Körperflüssigkeiten – ungeschützter Geschlechtsverkehr ist daher der häufigste Übertragungsweg. Aber auch über die Muttermilch wird der Virus weitergegeben, was zu einer hohen Anzahl an erkrankten Kindern führt. Weltweit forderte der HIV-Virus etwa 36 Millionen Todesopfer, in Deutschland waren es bis Ende 2012 27.000 Menschen.