Sie gelten vielerorts als Glücksbringer: die Marienkäfer. Schwarze Punkt auf rotem Grund, hauchzarte Flügelchen – die meisten Menschen freuen sich, wenn sie einen Marienkäfer sehen. Allerdings kann ein besonders hohes Aufkommen der Insekten besonders im Herbst zu einer regelrechten Plage werden. Die Invasion der Marienkäfer fällt nicht rein zufällig auf die Monate September und Oktober.

Was treibt die Insekten im Herbst aus ihren Verstecken?

Marienkäfer überwintern in großen Gruppen unter natürlichen Verstecken. Dabei dienen ihnen größere Laubanhäufungen, Rinden, Steine und Moos als vorübergehendes Zuhause. Bevor sie sich jedoch an diese Orte zurückziehen, muss der Körper der kleinen Insekten genügend Fett und Zucker anlagern. Diese Reserven benötigen die Tiere, um die langen Winter zu überstehen.

Wenn es plötzlich noch einmal besonders warm wird, kommen die Marienkäfer erneut aus ihren Verstecken. Sie versuchen, noch ein letztes Mal neue Kräfte für die herannahende Jahreszeit zu tanken. Dabei kann es durchaus passieren, dass sie in ganzen Scharen in Wohnungen oder an öffentlichen Plätzen auftauchen. Obwohl sie in dieser Menge nicht immer willkommen sind, bleiben die Marienkäfer auch in Massen vollkommen unschädlich. Wird es dann sehr plötzlich wieder kälter, suchen die Tiere erneut nach einem passenden Winterquartier.

Gerade Wohnungen wirken auf die Tiere sehr attraktiv

Besonders eine asiatische Gattung der Marienkäfer neigt dazu, in Wohnungen zu überwintern. Der sogenannte „Harlekin Marienkäfer“ wohnt ursprünglich an einem Ort, welcher stark an Hauswände erinnert. In Asien hält sich das Insekt am liebsten auf warmen, ockerfarbigen oder weißen Felswänden auf. Wenn helle Hauswände im Herbst noch einmal von der Sonne beschienen werden und sich entsprechend stark erwärmen, lockt das den Harlekin Marienkäfer an.

Wenn das aus Asien stammende Insekt dann merkt, dass es langsam kälter wird, nimmt es den naheliegenden Weg. Dieser führt meist über Fenster, Balkone oder Terrassentüren geradewegs hinein in unsere Wohnungen oder Häuser.
Nachdem die Insekten dann über gekippte Fenster oder andere Lüftungsöffnungen nach drinnen gelangt sind, findet man sie wirklich überall. Egal ob die Tiere hinter Vorhängen oder auf dem Fensterbrett krabbeln – die wenigsten Menschen erfreuen sich über das Summen in ihrem Zuhause.

Wie wird man die Insekten los?

Im Herbst fallen die Tiere in Winterstarre. Deshalb werden sie oft fälschlicherweise für tot gehalten und achtlos in den Müll oder den Staubsaugerbeutel befördert. Besser ist es, die Marienkäfer behutsam aufzusammeln und in den Keller oder auf den Hausflur zu bringen. Setzt man sie draußen aus, so überleben die Tiere den Winter ohne Schutz nicht. Wen überwinternde Marienkäfer in seiner Wohnung nicht stören, der kann seinen neuen Untermieter auch einfach ignorieren und warten, bis dieser im nächsten Frühling sein Quartier wieder verlässt.