Bestellen bei Amazon ist einfach. Mit immer mehr Partnern gibt es fast nichts mehr, das es bei dem Online-Großhändler nicht gibt. Angefangen bei Büchern, über Kosmetik, Smartphones bis hin zu Nahrungsmitteln. Bei einem Versand innerhalb der EU-Grenzen gibt es keine Einfuhrbeschränkungen. Aber was ist mit der Schweiz, die kein Mitgliedsstaat der Europäischen Union ist? Liefert Amazon auch in die Schweiz?

Das Amazon-Netzwerk

Das komplexe Netzwerk, das der Internet-Gigant mit dem Hauptsitz in Seattle, USA, gewoben hat, ist nicht für jeden leicht zu durchschauen. Für einen Teil des Angebots ist Amazon Verkäufer und Versender. Auch für Artikel, die andere Firmen auf der Plattform anbieten, übernimmt Amazon den Versand. Bei der letzten Gruppe von Waren ist Amazon weder Verkäufer noch Versender.

Lieferungen in die Schweiz: So läuft es aktuell

In Europa betreibt Amazon Versandzentren in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien, Polen und der Tschechischen Republik. Natürlich liefert der Internet-Versandhändler grundsätzlich auch in die Schweiz, warum sollte man sich diesen lukrativen Markt entgehen lassen? Hier gelten allerdings einige Besonderheiten. Immer wieder gibt es Produkt bei der in großer roter Schrift bei Amazon hingewiesen wird: „Dieses Produkt kann nicht in die Schweiz geliefert werden.“

Da die die Schweiz kein Mitglied in der EU ist, das Land 3 Sprachen besitzt und der Markt vergleichsweise klein, scheuen einige Anbieter und Amazon den hohen administrativen Aufwand ein eigenes schweizer Angebot zu betreiben. Natürlich kann der schweizer Kunde oft trotzdem bestellen und das Produkt „importieren“, indem er es etwa bei Amazon.de aus Deutschland oder amazon.fr aus Frankreich zu seiner Heimatadresse bestellt.

Doch selbst wenn der schweizer Kunde bereit ist sich mit dem Thema Zoll und höheren Versandkosten auseinanderzusetzen, klappt es nicht immer. Manche Produkte lassen sich von Schweizer Kunden schlicht nicht bestellen. Unterschiedliche rechtliche Regelungen können der Grund sein oder der Händler will sein Produkt aus anderen Gründen nicht in Schweiz liefern. Das gilt auch für digitale Leistungen und Services. So sind Amazon Prime (u.a. damit auch Filme und Serien) sowie schnelle Lieferungen für Schweizer Kunden nicht möglich.

Versandbedingungen

Bei bestimmten Produktgruppen und auch der Kombination daraus entstehen für den Kunden keine Versandkosten, sobald ein bestimmter Mindestbestellwert überschritten wird. Für andere Produktgruppen sind Zusatzkosten für die Lieferung möglich. Für die bei Amazon.de bestellten Waren zahlt der Schweizer Kunde nicht die deutsche Mehrwertsteuer, berechnet wird nur der Netto-Preis.

Importe aus der EU

Bei der Einfuhr in die Schweiz gilt der Kunde als Importeur und ist somit verpflichtet, Zoll und Mehrwertsteuer zu zahlen. Die Schweizer Post liefert die Sendung nur gegen Zahlung dieser Gebühren aus. Liegt der Wert des Betrags aber unter dem Wert von 5 Schweizer Franken, so ist keine Abgabe zu entrichten. Bei Artikeln, für die ein ermäßigter Steuersatz gilt, ist das ein Warenwert von 200 Franken. Beispielsweise Bücher fallen in diese Kategorie. Bei anderen Artikeln liegt die Grenze bei 65 Franken. Liegt der Warenwert über dieen Grenzen, fallen außer den Steuern auch noch Bearbeitungsgebühren an.

Geld sparen mit Buchlieferungen

Wer sich Bücher von Amazon.de in die Schweiz liefern lässt, kann doppelt sparen. Der deutsche Buchpreis ist meist günstiger als der Verlagspreis in der Schweiz, außerdem entfällt die Mehrwertsteuer. Bei einer Buchbestellung über dem Mindestbestellwert aber unter der Zollgrenze ist das ein echtes Schäppchen!

Amazon goes Switzerland?

Ende 2017 hat Amazon angekündigt, dass der Schweizer Markt umfassender in den Fokus rücken soll. Aufgrund von Änderungen im Schwerizer Mehrwehrtssteuergesetz, hat Amazon allerdings auch kaum eine andere Wahl als sein Engagement auszubauen. Denn nur bis Ende 2018 können Kleinsendungen bis 65 Franken abgabenfrei in die Schweiz eingeführt werden. Unternehmen die mit Kleinsendungen weltweit weniger als 100.000 Franken Umsatz im Jahr machen, bleiben von der Änderung verschont.

Zukünftig koopertiert Amazon mit der Schweizer Post, damit diese die nun umfassendere Zollabwicklung übernimmt. Zunächst wird sich das allerdings auf die Amazon eigenen Produkte beziehen und nicht auf die Marktplatz-Produkte die einen Großteil des Angebots von Amazon ausmachen. Und selbst hier ist mit einer vollständigen Umsetzung nicht bis Ende 2018 zu rechnen. Zölle auch auf Kleinsendungen wird die Endkundenpreise für schweizer Kunden natürlich etwas treiben, aber Immerhin ersparen sie sich viele bisherige Schwierigkeiten.

Mittelfristig dürfen sie mit einem umfangreicheren Angebot rechnen. Bei Filmrechten (u.a. daher auch Amazon Prime), Retouren und den umfangreichen Amazon Markplatzartikeln bleiben zunächst aber viele Schwierigkeiten bestehen. Bis auf weiteres wird es daher heißen: „Dieser Artikel ist leider in der Schweiz nicht verfügbar“.