Was ist der Manufacturing-Belt bzw. Rust-Belt?

Vom sogenannten Manufacturing-Belt hat fast jeder schon mindestens einmal in seinem Leben gehört, dabei wissen viele gar nicht, was es eigentlich genau damit auf sich hat. Wie kam er eigentlich zustande und warum hört man heutzutage immer weniger davon?

Der Manufacturing-Belt wird heutzutage auch Rust Belt genannt, was so viel wie Rostgürtel heißt. Er liegt in den USA und umfasste früher die ältesten und größten Industrieregionen der Vereinigten Staaten.

Die Entstehung des Manufactoring-Belt

Im Zuge der Industrialierung, die mit der Unabhängigkeitserklärung aus dem Jahre 1776 begann, entwickelte sich eine Verbundindustrie (also eine Industrie, die mit Verbundstoffen bzw. Schwermetallen handelte) durch das Eisenerzvorkommen und die Erdölförderung. Vorbild der Industrialisierung in den USA war damals England. Als 1970 ein Engländer in die USA kam und die erste Manufaktur vor Ort gründete, entschlossen sich kurze Zeit später weiter Manufakturen dazu, ihren Sitz in die USA zu legen.

Unterschieden zwischen Ost- und West- USA

Im Westen siedelten sich vermehrt Unternehmen an, die in der Lebensmittelbranche tätig waren, während im Osten die Industrie rund um Schwermetalle immer zahlreicher vertreten wurde. In den Regionen von Chicago, Detroit, Boston und Washington D.C. gab es besonders viele Manufakturen.

Der Beginn von Verfall: Verlagerung in günstigere Länder

Da sich jedoch nach und nach die meisten Unternehmen in Ländern ansiedelten, in denen Herstellungskosten um einiges billiger waren, begann das Ende des großen Manufacturing-Belt. Fehlende Arbeitsplätze sorgten dafür, dass die Region zu einem sozialen Brennpunkt wurde, welcher schnell seinen einstigen Ruf von Wohlstand und grenzenlosen Möglichkeiten verlor.

Es begann eine Zeit, in der es zahlreiche Aufstände gab, und die Bewohner für ihre Rechte protestierten, doch die Lebensbedingungen verbesserten sich keineswegs. Die einzige Möglichkeit, die ihnen blieb, war es, in eine andere Stadt zu ziehen, in der sie beruflich bessere Aussichten hatten. Seit 1970 hat das Manufacturing Belt dadurch fast die Hälfte seiner Einwohner verloren.

Das neue Wachstumszentrum: Der Sun-Belt

Inzwischen ist der Sun-Belt im Süden der Vereinigten Staaten (alles ab dem 37. Breitegrad) sozusagen der Nachfolger des Manufacturing-Belts. Seinen Namen verdankt er dem vorherschende Klima. Sowohl durch die Bevölkerung als auch die steigende Wirtschaftskraft entwickelt sich der Sun-Belt zunehmend zu einem (dem?) wichtigen Zentrum der USA. Zu den hier vertretenen Gebieten zählen unter anderem die klassischen Südstaaten der USA, das Silicon Valley, der südliche Teil Kaliforniens und Florida.

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