In der Musik gibt es Oberbegriffe für bestimmte Arten von Musikstücken. Dazu zählen zum Beispiel die Sinfonie oder auch die Sonate. Viele dieser Bezeichnungen leiten sich ursprünglich aus der italienischen Sprache ab, weil das Land eine wichtige Rolle in der Musikgeschichte spielt.

Was bedeutet Serenade?

Der Ursprung des Begriffs geht auf das italienische Wort sera zurück, das Abend bedeutet. Eine Serenade ist also ein kleines Musikstück, das zu abendlicher Stunde gespielt wird. Andere Auslegungen leiten die Herkunft vom Wort „sereno“ ab, das so viel wie heiter bedeutet. Das ist ebenfalls eine zutreffende Bezeichnung, weil Serenaden meist einen heiteren Charakter haben.

Serenaden wurden in früheren Jahrhunderten zur abendlichen Unterhaltung im Freien aufgeführt und waren besonders in Italien, Frankreich und Spanien in den gehobenen Kreisen der Gesellschaft weit verbreitet. Eine Serenade besteht aus mehreren Sätzen (durchschnittlich 5 – 7) und hat insgesamt einen leichteren, heitereren Charakter als eine Sinfonie. Das deutsche Wort für Serenade lautet Ständchen, wird allerdings heute kaum noch verwendet.

Das Gegenstück zur Serenade ist die Aubade, ein Musikstück, das morgens gespielt wurde (Morgenständchen) und an der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert am spanischen Hof in Mode kam.

Wie entwickelte sich die Serenade?

In den frühen Jahren wurden die Serenaden für eine Aufführung im Freien komponiert. Deswegen überwogen bei der instrumentellen Besetzung die Blasinstrumente wie zum Beispiel Hörner, Klarinetten, Oboen und Fagotte. Das änderte sich, als die Aufführung von Serenaden mehr und mehr in die Konzertsäle verlegt wurde. Das war bereits zur Zeit des weltberühmten Komponisten Johann Amadeus Mozart im 18. Jahrhundert der Fall.

Um der Serenade einen mehr orchestralen Charakter zu geben, fügten die Komponisten mehr Streichinstrumente wie Violinen, Bratschen oder Violoncelli dazu. Die wohl bekannteste Serenade ist die „Kleine Nachtmusik“ von Johann Amadeus Mozart.

Gibt es auch andere Serenaden?

Ja, Serenaden sind nicht nur in der klassischen Musik bekannt, sondern können auch Teil eines militärischen Zeremoniells sein. Sie werden zum Beispiel vor dem „Großen Zapfenstreich“ bei der Verabschiedung hoher Persönlichkeiten (Bundeskanzler, Bundespräsident, Verteidigungsminister) als Bestandteil der Zeremonie zum Amtsende gespielt.