Was bedeutet antisemitisch bzw. Antisemitismus?

Das Wort Antisemitismus bedeutet so viel wie Judenhass oder Judenfeindlichkeit. Es leitet sich von der biblischen Bezeichnung Semiten (einer der 3 Söhne Noah) ab, von dem die Juden ihre Herkunft ableiten.

Seit wann gibt es Antisemitismus?

Viele Menschen glauben, dass Antisemitismus eine Erscheinung der Neuzeit sei und besonders im Dritten Reich auftrat. Das stimmt aber nur teilweise. Im Dritten Reich war Antisemitismus Staatsdoktrin und wurde in einem nie zuvor gekannten Ausmaß praktiziert. Er gipfelte im Holocaust, der industriell organisierten Vernichtung von mehr als 6 Millionen Juden. Antisemitismus ist jedoch viel älter und geht bis in die Zeit der Antike zurück.

Schon damals wurden gegen die Juden diskriminierende Gesetze erlassen und sie wurden beispielsweise nach der Eroberung Jerusalems sowohl durch die Assyrer als auch durch die Römer vertrieben und ihnen wurde die Rückkehr nach Israel verboten. Im Mittelalter mussten Juden in Ghettos leben und durften nur bestimmte Berufe ausüben, beispielsweise Hausierer oder Geldverleiher. Letztere Tätigkeit war für Juden reserviert, weil die Kirche den Christen verbot, für geliehenes Geld Zinsen zu nehmen.

In der jüngsten Zeit flammt in Deutschland der Antisemitismus wieder auf, wie die Angriffe auf einen Kippa (die traditionelle Kopfbedeckung der Juden) tragenden jungen Mann in Berlin zeigt. Dieser Antisemitismus wird besonders durch Flüchtlinge moslemischen Glaubens verbreitet, die ihn aus ihrer Heimat nach Deutschland „exportieren“.

Wann ist jemand ein Antisemit?

Wenn jemand ganz allgemein Juden hasst, ohne das es dafür konkrete persönliche Gründe gibt. Antisemiten dichten Juden alle möglichen negativen Eigenschaften an. Sie stellen sie als heimtückisch, verschlagen und raffgierig dar. Ihnen wird unterstellt, dass sie im Hintergrund die Fäden des Weltgeschehens ziehen und Völker dazu bringen, gegeneinander Krieg zu führen, um an den Waffenlieferungen zu verdienen.

Sie werden als Ausbeuter, Verschwörer, Wucherer und Schmarotzer dargestellt, obwohl sie im Laufe der Zeit fast immer Opfer und nicht Täter waren. Diese antisemitischen Vorurteile und Schmähungen wurden im Machwerk „Protokoll der Weisen von Zion“ dargelegt, eine Hetzschrift, die Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts in Russland entstand und bis heute besonders in der arabischen Welt verbreitet ist. Ein Antisemit ist jeder, der Juden hasst und seine Meinung öffentlich verbreitet. Viele Antisemiten gehen noch weiter und greifen Juden und jüdische Einrichtungen aktiv an.

Welche Spielarten des Antisemitismus gibt es?

Zu den ältesten gehört der Antijudaismus, ein religiös begründeter Antisemitismus. Im Mittelalter wurden Juden beispielsweise als „Gottesmörder“ beschimpft, ihnen wurde vorgeworfen, Hostien zu entwenden und zu verunreinigen und kleine Kinder zu entführen und zu töten. Nicht selten kam es deswegen zu Progromen.

Der moderne Antisemitismus ist dagegen eine Spielart des Rassismus und sieht Juden als minderwertige Rasse an, die anderen, beispielsweise der „arischen“ Rasse, unterlegen sind.

Die neueste Spielart des Antisemitismus ist der Antizionismus. Er ist besonders im arabischen Raum weit verbreitet und stellt eine pauschale Ablehnung des Staates Israel und des Zionismus dar.

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