Woher kommt der Begriff Konfirmandenblase?

Woher kommt der Ausdruck, dass jemand eine „Konfirmandenblase“ hat, wenn er häufig dringend auf die Toilette muss? Diese Redewendung hat wohl jeder schon einmal gehört. Doch die wenigsten wissen wirklich, woher sie kommt. Selbst Sprachwissenschaftler sind sich hierbei uneinig. Es gibt allerdings vier Erklärungen, die am weitesten verbreitet sind:

Erklärung 1:

Konfirmanden müssen den Konfirmandenunterricht besuchen. Da dieser häufig mehrere Stunden dauerte, beziehungsweise dauert, und nicht sehr spannend war/ist, entschuldigten sich die Konfirmanden oft mit der Ausrede, mal schnell aufs Klo zu müssen. So entkamen sie dem langweiligen Unterricht für ein paar Minuten. Wenn jemand so häufig auf die Toilette muss, dass man den Eindruck hat, er möchte sich vor dem eigentlichen Event drücken, spricht man also von einer „Konfirmandenblase“.

Erklärung 2:

Die Konfirmanden haben so lange auf die eigentliche Zeremonie der Konfirmation hin gearbeitet und sind entsprechend aufgeregt, dass sie aus Nervosität vor oder während der Zeremonie immer wieder dringend auf die Toilette rennen mussten.
Das Sprichwort bezieht sich also nicht nur auf den (unpassenden) Zeitpunkt, sondern auch auf die Häufigkeit des „mal schnell wohin Müssens“.

Erklärung 3:

Bei Konfirmanden ist es üblich, dass sie nach ihrer Konfirmation im Bezug auf Alkohol (vor allem Bier und Sekt) über die Stränge schlagen. Nach der Zeremonie ist es ihnen nämlich zum ersten Mal erlaubt, Alkohol zu trinken und viele Konfirmanden nutzen diese Gelegenheit natürlich aus. Was rein geht muss auch wieder raus und die Konfirmanden rannten entsprechend häufig in Richtung der Toiletten, womit wir wieder bei unserem Sprichwort wären. Die Konfirmandenblase war entsprechend häufig voll.

Erklärung 4:

Erklärung Nummer vier hat wieder mit dem Konfirmandenunterricht zu tun. Neben theoretischen Stunden müssen die Konfirmanden als Vorbereitung auf ihre Konfirmation nämlich auch viele Gottesdienste besuchen. Dass Konfirmanden in der Regel Jugendliche und Gottesdienste für diese nicht sehr spannend sind, ist ja allgemein bekannt. Dass sich der eine oder andere von ihnen also während dieser Gottesdienste mit der Ausrede, „Mal schnell wohin gehen zu müssen“, entschuldigt hat, macht also durchaus Sinn.

Welche dieser Begebenheiten wirklich für die Entstehung dieser Redewendung verantwortlich ist, wird man wohl nie mit Sicherheit feststellen können. Vielleicht stimmen ja auch alle vier Erklärungen und die Konfirmanden mussten einfach während des Unterrichts, des Gottesdienstes, der eigentlichen Konfirmation und danach beim Bier trinken „auf die Toilette?“
Zusammenfassend kann man sagen, dass das Sprichwort heute verwendet wird, wenn jemand auffällig oft, oder zu auffallend unpassenden Zeiten auf die Toilette rennt.

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