Das Fußballspiel ist im vollen Gange, der Moderator krächzt heißer ins Mikrofon. Viele Phrasen reihen sich aneinander. Eine die Du vielleicht schon einmal gehört hast, ist „Endlich Fritz Walter Wetter!“. Du hast Dich schon gefragt, was das eigentlich zu bedeuten hat? Dann lass Dich überraschen und glänze beim nächsten Spiel das Du mit Deinen Freunden besuchst mit Deinem Fachwissen.

Was hat Fritz Walter mit dem Wetter zu tun?

Erst einmal natürlich nichts. Trotzdem ist dieses geflügelte Wort seit viele Jahren ein Evergreen. Fritz Walter wurde am 31. Oktober 1920 geboren. Er war einer der besten Spieler, den der deutsche Fußball jemals hervorgebracht hat. Am 4. Juli 1954 gewann Deutschland zum ersten Mal die Weltmeisterschaft, die damals in der Schweiz ausgetragen wurde. Als „Wunder von Bern“ ging der packende Kampf um den Titel in die Geschichte ein.

Einer der herausragenden Spieler war Fritz Walter, der die Mannschaft als Kapitän anführte. Als das Finale im Wankdorf-Stadion in Bern angepfiffen wurde, regnete es in Strömen. Der damalige Bundestrainer Sepp Herberger soll kurz vor Spielbeginn zu Fritz Walter gesagt haben: „Fritz, Ihr Wetter!“ Worauf dieser antwortete: „Chef, ich hab´ nichts dagegen.“ Aber warum war das „sein Wetter?“

Was eine überstandene Malaria mit dem Sieg des Weltmeisterschaftstitels zu tun hat

Im zweiten Weltkrieg hatte sich Fritz Walter mit Malaria infiziert. Das hatte zur Folge, dass er Hitze nicht mehr gut vertragen konnte. Er liebte es bei Regen zu spielen. Er hatte sich viele technische Feinheiten erarbeitet, die er geschickt bei Regenwetter einsetzen konnte. Wenn es regnete gelang ihm fast alles. So hat sich bis heute der Begriff „Das ist dem Fritz Walter sein Wetter gehalten.“ 1954 nahm Deutschland zum ersten Mal nach dem Krieg an einer Fußballweltmeisterschaft teil. Die Mannschaft galt als großer Außenseiter.

Wider Erwarten stand die deutsche Elf dennoch nach einigen packenden Zweikämpfen im Endspiel gegen Ungarn. In den Vorrunden hatte Deutschland bereits eine Niederlage gegen Ungarn hinnehmen müssen. Ungarn hatte seinerzeit seit mehr als vier Jahren kein einziges Spiel verloren. Der 4. Juli 1954 sollte für alle Fußballfans eine große Überraschung bringen. Nach einer schnellen 2:0 Führung Ungarns konnte sich das deutsche Team bereits in der 18. Minute über den Ausgleich freuen.

Bis zur 84. Minute. Herbert Zimmermann, der das Spiel kommentierte konnte seine Begeisterung nicht mehr im Zaum halten. „Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen – Rahn schießt – Tor! Tor! Tor! Tor für Deutschland.“ Diese legendären Worte konnten Millionen von Zuschauern und Zuhörern kaum fassen. Fritz Walter hatte seine Mannschaft – dank des „Fritz Walter Wetters“ – erfolgreich zum Sieg geführt. Der Ehrenspielführer der DFB-Nationalmannschaft hatte das Unmögliche möglich gemacht. Deutschland war zum ersten Mal Weltmeister. Der „Sieg von Bern“ gilt noch immer als Symbol für ein erstarktes Gemeinschaftsgefühl. Die gemeinsame Freude über den Weltmeisterschaftstitel schweißte die Menschen im zerrütteten Nachkriegs-Deutschland wieder zusammen.