Vielleicht hast du schon einmal mit dem Gedanken gespielt, dir ein Auto aus England zu kaufen? Diverse Plattformen bieten schließlich günstige gebrauchte Fahrzeuge an. Doch was musst du alles beim Import des Fahrzeugs beachten?

So gelingt der Kauf & Import reibungslos

Es gibt einige gute Gründe, sein Fahrzeug in England zu kaufen: neben schönen Modellen kann es sein, dass die Autos zum Teil preisgünstiger angeboten werden. Vor allem dann, wenn es sich um „Rechtslenker“ handelt. Diese Modelle haben- anders als deutsche Autos- das Lenkrad auf der rechten, statt auf der linken Seite. Dies hängt damit zusammen, dass in England auf der anderen Straßenseite gefahren wird. In Deutschland kann man auch mit einem Rechtslenker problemlos fahren.

Falls du ein Auto direkt aus England kaufen möchtest, hast du zwei Möglichkeiten: du reist direkt auf die Insel und kaufst dort das Fahrtzeug bei einem Händler, dieser kümmert sich in der Regel auch um den sicheren Import nach Deutschland. Oder du kaufst das Auto über das Internet- auf Ebay tummeln sich zahlreiche Händler, die englische Autos verkaufen und ebenfalls den Import abwickeln.

Transport nach Deutschland

Ist das Auto gekauft, muss es selbstverständlich von England nach Deutschland gebracht werden. Hier kannst du dich nach einem Unternehmen umschauen (MyHammer, uShip), welches den Transport durchführt. Die beiden genannten „Dienste“ haben den Vorteil, dass sie im Gegensatz zu „echten Unternehmen“ oft günstiger sind, da der Transporteur über eine Auktion gewählt wird. Berechne auch die Kosten für die Fähre, Benzin und ggf. einen Leihanhänger mit ein. Je nach Strecke können etwa 1400-1600 Euro fällig werden. Da sich England (noch) in der EU befindet, fallen für dein gebrauchtes Fahrzeug weder eine Mehrwertsteuer oder Zollgebühren an.

Zulassung in Deutschland

Nun musst du dein Fahrzeug (wenn es endlich angekommen ist) an deinem Hauptwohnsitz zulassen. Vergiss nicht, die Frist von 12 Wochen nicht zu überschreiten, denn danach bist du für dein Fahrzeug kfz-steuerpflichtig. Du solltest folgende Dokumente mit zur Zulassungsstelle nehmen: persönliche Dokumente (Ausweis, Pass), die ausländischen Fahrzeugpapiere (Original), die EU-Betriebserlaubnis (EWG-Übereinstimmungserklärung), sowie einen Nachweis, dass das Auto dir gehört (also den Kaufvertrag, Schenkungsvertrag).

Denk ebenfalls daran, die Autopapiere aus England wieder an eine zentrale Registrierungsstelle zurückzuschicken (dies sehen diverse Abkommen innerhalb der EU vor), diese Aufgabe übernimmt auch gerne die Kfz-Zulassungsstelle für dich. Holst du das Auto hingegen selbst in England ab, kannst du mit den britischen Nummernschildern bis zur deutschen Grenze fahren. Damit du danach nicht ohne Nummernschild herumfahren musst, kannst du bei ADAC eine so genannte Grenzversicherung erwerben, diese kostet etwa 100 Euro und ermöglicht es dir, einen Monat mit den britischen Kennzeichen in Deutschland unterwegs zu sein, ohne dass du Probleme bekommst.

Was passiert nach dem Brexit?

Klar, der bevorstehende EU-Austritt der Briten („Brexit“) verunsichert die Menschen in allen Bereichen. Welche Folgen wird der Brexit auf Autoimporte etc. haben? Diese Frage ist zunächst schwierig zu beantworten, da die Verhandlungen des Brexits noch laufen und sich dann erst entscheidet, in welchem Umfang UK aus der EU ausscheidet. Im schlimmsten Fall kommen dann bei einem Import von Gebrauchtwagen diverse Kosten für Zölle oder die Mehrwertsteuer auf dich zu.