Die alles-egal-Pille vor einer Operation! Vor Operationen bekommen Patienten von den Anästhesisten eine Tablette oder eine Spritze, mit der die Aufregung über die Operation gedämpft wird. Was das für ein Arzneimittel ist und wie es im Gehirn wirkt, erfährst du hier. Bitte beachte, dass der Artikel nur der allgemeinen Information dient und Du einen Arzt aufsuchen solltest, wenn es Dir um Deine oder die Gesundheit einer anderen Person geht.

Dormicum oder Midazolam- der Wirkstoff, der dich deine Ängste vergessen lässt!

Vor Operationen sind die meisten Menschen aufgeregt und haben Angst. Um diese Aufregung zu mildern und den Patienten zu beruhigen setzen die Ärzte spezielle Arzneimittel ein. Ist der Patient vor dem Eingriff zu aufgeregt, produziert er mehr Adrenalin. Dieses Adrenalin wirkt einer Narkose entgegen und unter bestimmten Umständen sind die Ärzte gezwungen mehr Narkosemittel einzusetzen als erforderlich.

Dormicum und Midazolam gehören zur Gruppe der Benzodiazepine. Benzodiazepine werden als Beruhigungsmittel, Schlafmittel und gegen Unruhezustände eingesetzt. Vor der eigentlichen Operation verabreicht, wirken sie beruhigend und die Angst lässt nach.
Der Effekt, den Dormicum und Midazolam bewirken ist vor einer Operation gewünscht. Es ist eine leichte Einleitung zur regulären Narkose.

Wie wirken Dormicum und Midazolam auf das Gehirn?

Im Körper gibt es unterschiedliche Botenstoffe, die es ermöglichen, dass bestimmte Signale an die Nerven weitergeleitet werden.
Zum Beispiel bewirkt ein hoher Adrenalinspiegel im Körper, dass Anstrengungen und Stress in bestimmten Situationen weniger belastend wahrgenommen werden. Der Körper läuft auf Hochtouren und ist in der Lage, Gefahren mit vollem Verstand wahrzunehmen.

Falls du einmal in einer aufregenden Situation gewesen bist, zum Beispiel bei einem Fallschirmsprung, wirst du festgestellt haben, dass der Körper mit Aufregung und Hochgefühl reagiert. Daher nutzen Extrem Sportler diesen Adrenalin-Kick bewusst zur Leistungssteigerung. Dormicum bewirkt das Gegenteil im Gehirn. Dieser Wirkstoff verstärkt die Wirkung eines Botenstoffs, der sich beruhigend auf die Nerven auswirkt. Der Botenstoff heißt GABA und hemmt die Reizübertragung zu den Nerven.

Risiken und Nebenwirkungen?

Jedes Medikament hat seine Risiken und Nebenwirkungen. Medikamente aus der Gruppe Benzodiazepine sind als Suchtmittel eingeschätzt. Der regelmäßige Anwender wird in kurzer Zeit abhängig von diesen Mitteln. Wird das Mittel ausschließlich vor einer Operation als Beruhigungsmittel eingesetzt, gibt es keine Probleme mit Abhängigkeitserscheinungen. Vorausgesetzt, dass der Patient früher keine Abhängigkeit zum Wirkstoff hatte.

Bei ein paar Patienten kann eine paradoxe Reaktion eintreten. Sie werden durch Dormicum nicht ruhiger, sondern aufgeregter.
Die beruhigende Wirkung kann sich auf die Atmung auswirken, erzeugt Schläfrigkeit und kann zu Verwirrtheit führen.
Unter Beobachtung vor, während und nach der Operation können diese Nebenwirkungen gut von den Anästhesisten beeinflusst werden.

Die angsthemmende und beruhigende Wirkung von Dormicum und Co. hat vor Operationen viele Vorteil. Denn nach einem operativen Eingriff werden keine negativen Erfahrungen im Zusammenhang mit der Operation im Gehirn abgespeichert.