Beim Löten werden zwei Metallstücke durch das Erhitzen einer Metalllegierung dauerhaft miteinander verbunden. Man unterscheidet zwischen Weichlöten (bis 450 Grad) und Hartlöten (bis 950 Grad). In der Elektrotechnik kommt in der Regel Weichlöten unter Verwendung verschiedener Lötdrähte zum Einsatz. Darunter bleifreie Lötzinne. Letztere sind seit 2006 entsprechend der RoHS-Richtlinien gesetzlich vorgeschrieben,

Das richtige Werkzeug und Vorbereitung

Wenn Du ein loses Kabel in einem Elektrogerät oder einen defekten Halbleiter auf einer Platine reparieren bzw. ein neues Element anlöten möchtest, benötigst Du einen Lötkolben oder eine Lötpistole. Diese bekommst Du in jedem Baumarkt oder in einem Elektrofachgeschäft. Bei einem Lötkolben ist es von Vorteil, wenn Du auf die richtige Spitze des Lötkolben achtest oder Du kaufst eine/n Lötpistole/ Lötkolben, bei dem Du mit wenigen Handgriffen die Spitzen bei Bedarf auswechseln kannst. Du kannst zwischen einem kabelgebundenen oder einem batteriebetriebenen Lötkolben wählen.

Außerdem benötigst Du einen sicheren Ständer oder eine feuerfeste Unterlage für das Lötgerät, einen Lötschwamm und natürlich Lötzinn. Je nachdem was Du bearbeiten bzw. reparieren möchtest, benötigst Du außerdem eine Pinzette, einen Schraubstock oder doppelseitiges Klebeband, ausreichend Licht und unter Umständen eine Vergrößerungsglas. Vor dem eigentlichen Löten ist die Lötstelle sorgfältig zu reinigen. Dies geht mit Alkohol sehr einfach. Möchtest Du einen neuen Halbleiter oder ein Bauelement anlöten, musst Du zunächst das alte Bauteil entfernen. Dies bewerkstelligst Du, indem Du die alte Lötstelle ganz kurz mit der Lötspitze erhitzt und das betreffende Teil sofort mit der Pinzette herausziehst. Eine Elektronikplatine kannst Du mit einem doppelseitigen Klebeband vor dem Verrutschen sichern.

Bleifreie oder nicht bleifreie Lötzinne?

Auf dem freien Markt und im Internet findest Du unterschiedliche Lötzinne in verschiedenen Legierungen und Durchmesser zur Auswahl. Die Bezeichnungen können recht verwirrend sein. Da ist die Rede von Elektroniklot, Radiolot oder Basislot. Elektroniklot beispielsweise ist häufiger bleifrei und Radiolot ist gerade für Arbeiten an der Elektronik oftmals noch mit Blei gemischt.

Dem bleifreien Elektroniklot wird allgemein nachgesagt, dass es schwieriger ist, die richtige Temperatur des Lötkolben und des Lötzinn einzuschätzen und dass das Lötergebnis nicht immer zufriedenstellend ist. Dies kann man jedoch nicht verallgemeinern. Sicher ist, dass Lötzinne mit Blei schneller fließfähig sind.

Einige Kniffe nähren die eigene Erfahrung

Als Anfänger oder Hobbywerker machst Du nichts verkehrt, wenn Du auf Elektronik- oder Radiolot mit Blei zurückgreifst (solange Du keine gewerbliche Zwecke damit betreibst). Im Zweifel kannst Du in den zahlreichen Internetforen für Elektrotechnik um speziellen Rat fragen, welcher Lötzinn „besser“ geeignet ist. Dort wird reger Erfahrungsaustausch betrieben.

Wichtig ist beim Löten in jedem Fall, dass die Lötstelle nach dem Löten ziemlich plan und dünn ist. Nimmst du zu viel Lötzinn bildet sich schlimmstenfalls eine Halbkugel auf der Lötstelle. Diese vermindert die Leitfähigkeit von Strom und Wärme beträchtlich und es kann passieren, dass das Elektrogerät nicht funktioniert bzw. die gewünschte Funktion des Gerätes ausbleibt. Bei zu wenig Zinnlot oder zu kalter Verwendung ist die elektrische Funktion genauso wenig gewährleistet. Dieser Umstand wird als Kaltlötstelle bezeichnet und kommt gerade bei bleifreien Lötzinnen häufiger vor.

Generell gilt, dass Du niemals den Lötkolben zu lange auf den Lötpunkt hältst; egal ob beim Löten oder Entlöten. Du riskierst sonst einen Hitzetod des Gerätes.