Radioaktivität: Ab wann ist sie wirklich gefählich? Wie schützt Du Dich vor Fallout? Wie viel Deckung ist erforderlich?

Spätestens seit Tschernobyl ist radioaktive Strahlung für jeden ein Begriff. Allerdings ist diese Strahlung nicht immer so gefährlich, wie zunächst gedacht. Trotzdem erklären wir dir, wie du dich vor radioaktivem Fallout schützen kannst und ab wann die radioaktive Strahlung tatsächlich gefährlich wird.

Radioaktive Strahlung

Radioaktive Strahlung entsteht, wenn ein instabiler Atomkern ionisierende Strahlung aussendet. Dabei sendet der Kern Teilchen aus, die in einen anderen Kern umgewandelt werden oder unter Energieabgabe seinen Zustand ändern.

Beim Umwandlungsprozess wird Bewegungsenergie, in Form von ausgesandten Teilchen frei. Bei diesen Teilchen handelt es sich meist um Alpha- oder Beta-Teilchen. Allerdings kann auch Strahlungsenergie als Gammastrahlung abgegeben werden.

All diese Strahlungen sind für den Menschen nicht wahrnehmbar. Je nach den Umständen, kann die Strahlung allerdings schädlich sein. In manchen Fällen kann sie uns aber auch nutzen, wie etwa bei der Brachytherapie oder der Strahlensterilisation.

Die sogenannten Radionuklide kommen zwar zum Teil in der Natur vor, können aber auch entstehen. Dies ist beispielsweise bei Kernwaffen-Explosionen oder bei Kernreaktoren der Fall. Eine gezielte Herstellung erfolgt bei Teilchenbeschleunigern.

So gefährlich ist radioaktive Strahlung

Jegliche Strahlendosis wird – wenn ein Mensch dieser ausgesetzt ist – in „Energie pro Kilogramm Körpermasse“ gemessen: Gy=Joule/kg. Die dazugehörige Einheit Gy nennt sich Gray.

Wichtig bei der Frage, ab wann radioaktive Strahlung gefährlich wird, ist allerdings auch, ob es sich um eine dicht ionisierende Strahlung oder um eine locker ionisierende Strahlung (1 Gray) handelt. Alpha-Strahlung ist dicht ionisierend und hat somit eine deutlich höhere biologische Wirkung, als Beta- oder Gammastrahlung.

Strahleneinwirkung, die unter 0,5 Gray liegt, hat meist keinen direkten Effekt auf den Menschen. Allerdings kann eine Schädigung des Erbguts erfolgen und etwa Krebserkrankungen hervorrufen.

Vorhersehbare Strahlenschäden hingegen entstehen ab einer Schwellendosis von 1 bis 1,5 Gray im gesamten Körper. Ab einem Gray Ganzkörperdosis kann es so bereits zu Blutbildveränderungen kommen. Über fünf Gray sind Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle keine Seltenheit.

Die radioaktive Strahlung kann aber auch akute Symptome verursachen. So kommt es bei Strahlenschäden häufig zu Hautrötungen. Höhere Strahlendosen können außerdem zu einer Art schwerem Sonnenbrand und zu Blasenbildung auf der Haut führen. Bei besonders hoher Strahlung sterben außerdem die Hautzellen ab und die Nägel und Haare können ausfallen.

Etwa ab 20 Gray kommt es dann zu Gehirnschäden oder Schäden im Herz-Kreislaufsystem. Auch neurologische Störungen, Bewusstlosigkeit und Wahrnehmungsstörungen sind die Folgen von deutlich erhöhter Strahlung.

So schützt du dich vor Fallout

Radioaktiver Fallout kann für den menschlichen Körper durchaus tödlich sein. Deshalb solltest du ihm niemals direkt ausgesetzt sein. Sollte es also zu einem Fallout kommen, ist es wichtig, dass du dich nicht draußen aufhältst, sondern in einem geschlossenen Raum. Fenster und Türen müssen dabei unbedingt verschlossen sein. Auch Frischluftklimageräte sind abzuschalten, so wird der Wohnraum von einer radioaktiven Kontamination verriegelt. Im Ernstfall sollten Radio oder Fernseher unbedingt angelassen werden, da du so laufend informiert wirst.

Wichtig ist außerdem, dass du deine Atemwege schützt. So ist es sinnvoll, wenn du eine Staubschutzmaske trägst. So gelangen deutlich weniger radioaktiv verseuchte Staubpartikel in deine Lungen. Auch ein Schutzanzug ist durchaus von Vorteil. Dieser sollte allerdings, ebenfalls wie die Staubschutzmaske, nur einmal verwendet werden.

Bereits vor dem gravierenden Fallout solltest du zudem bereits einige Lebensmittel hamstern. Immerhin wirst du mindestens für einige Wochen nicht aus dem Haus gehen können. Dabei solltest du allerdings auf frisches Obst und Gemüse verzichten und lieber auf Konserven, Reis, Kartoffeln und Wasser zurückgreifen.

Fazit

Auch wenn ein radioaktiver Fallout zum jetzigen Zeitpunkt äußerst unwahrscheinlich ist und radioaktive Strahlung nicht immer lebensbedrohlich, weisst Du nun, was im Fall der Fälle zu tun ist.

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