„Du oide Brunzkachl!“

„A geh, schau dir a’mol die oide Brunzkachl da oo!“ – Diese Satz könnte einem im bairischen beziehungsweise schwäbischen Sprachraum begegnen. Auf hochdeutsch würde das in etwa bedeuten: „Schau dir doch mal diese hässliche und eklige Frau dadrüben an!“. Wie man sieht, eine nicht gerade nette Bezeichnung. Wenn Du also als „Brunzkachel“ bezeichnet wirst, solltest du dich nicht damit brüsten.

Aussprache

„Brunzkachel“ wird brunnzkache ausgesprochen, das „u“ wird stark betont und das „l“ am Ende weggelassen.

Bedeutung

Es kann verschiedene Bedeutungen haben. Eine „Kachel“ ist im bairischen und schwäbischen Sprachgebrauch eine Keramikplatte, zum Beispiel als Verkleidung und Wärmespeicher für Kachelöfen oder als Belag für Wände und Fußböden. Im süddeutschen Sprachraum ist eine Kachel auch ein Gefäß aus Steingut.

Abwertend ist das Wort ein Schimpfwort für eine Frau. Ein Synonym für „alte Kachel“ ( „oide Kachel) ist „altes Weib“. Außerdem ist „Kachel“ ein äußerst herabwürdigender Begriff für die weibliche Vulva.
Zudem kommt das Wort „Kachel“ im schwäbischen Dialekt gleichbedeutend mit der Beschreibung eines „dicken, plumpen Weibes“ vor. Eine Frau, die stets die Gerüchteküche zum Brodeln bringt und viel weitererzählt, ist als „Tratschkachel“ bekannt. Eine „Grauzkachel“ oder „Mauzkachel“ ist dagegen immer am Jammern.

Die Vorsilbe „Brunz-“ ist eine flektierte Form von „brunzen“. Dieses Wort ist ein eher derber Ausdruck für „urinieren“ oder „Wasser lassen“. So wird aus der ohnehin schon schroffen Beleidigung eine noch extremere. Das Wort „Brunzkachel“ geht also in die vulgäre Richtung.
Umgangssprachlich ist eine Brunzkachel die Bezeichnung für einen Nachttopf oder ein Nachtgeschirr. Im Bezug auf eine Person, ist eine Brunzkachel eine Frau, die häufig Wasser lassen muss.

Herkunft

Der Ursprung des Wortes Kachel kommt vom mittelhochdeutschen Wort „kachel(e)“ und dem altdeutschen Wort „kahhala“. Damals bedeutete Kachel soviel wie „Kochtopf“, „Tiegel“ oder „Pfanne“. Das Wort ist seit dem elften Jahrhundert belegt. Im Laufe der Zeit leitete sich dann die gegenwärtige Bedeutung (siehe oben bei Bedeutung) ab. In Verbindung mit der Vorsilbe „Brunz-“ und einem abwertendem Zusammenhang, hat sich das heutige Schimpfwort einer „Brunzkachel“ entwickelt.