Intoleranz im gesellschaftspolitischen Bereich als Unduldsamkeit gegenüber Andersdenkenden oder Andersartigen definiert. Sie ist in mehr oder weniger starken Ausmaß in allen Ländern verbreitet und kommt in allen Schichten der Bevölkerung vor.

Welche Formen der Intoleranz gibt es?

Am augenfälligsten ist Intoleranz aufgrund physischer Merkmale wie zum Beispiel Hautfarbe, Körpergröße, Figur oder sichtbarer Behinderungen. Daneben gibt es auch Intoleranz aufgrund politischer Überzeugungen oder des Glaubens. Auch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Nation oder einer Volksgruppe kann Intoleranz auslösen.

Wie erfahren Betroffene Intoleranz im Alltag?

Unduldsamkeit gegenüber Andersartigen zeigt sich in vielen Formen. Relativ mild sind zum Beispiel argwöhnische Blicke und leises Getuschel hinter dem Rücken der Betroffenen. Besonders schmerzvoll ist Intoleranz, wenn sie sozusagen unbewusst praktiziert wird. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass im Bus oder der Bahn der Sitzplatz neben einem Afrikaner leer bleibt und die Leute lieber stehen bleiben, als neben ihm Platz zu nehmen. Angehörige von Minderheiten haben häufig auch mit Vorurteilen zu kämpfen. Das beginnt damit, dass Deutsche mit Ausländern in gebrochenen Deutsch reden, weil sie glauben, ihr Gegenüber könne korrektes Deutsch nicht verstehen. Oft genug zeigt sich Intoleranz aber nicht so unauffällig. Es kommt zu verbalen Beleidigungen, körperlichen Angriffen oder Sachbeschädigungen. Fast jeder Angehörige einer Minderheit musste schon derartige Attacken erfahren. In jüngster Zeit häufen sich Angriffe auch im Internet und in sozialen Netzwerken.

Wie zeigt sich Intoleranz in der Gesellschaft?

Andersartige werden auch in Deutschland diskriminiert, obwohl es offiziell verboten ist. Sie haben zum Beispiel enorme Schwierigkeiten, eine Wohnung zu finden. Davon können unter anderem Familien mit Kindern oder Ausländer ein Lied singen. Große Schwierigkeiten gibt es auch bei der Arbeitssuche. Wenn Betroffene eine Arbeit finden, besteht die Gefahr, dass ihr Arbeitgeber versucht, sie auszunutzen und sie mehr arbeiten lässt, aber schlechter bezahlt. Bei Behörden werden Andersartige oft herablassend und arrogant behandelt. Hilfe wird ihnen nicht gewährt und sie werden barsch abgewiesen oder bestenfalls abgewimmelt.

Wen kann Intoleranz treffen?

Praktisch jeden, nicht nur Menschen mit einer anderen Hautfarbe oder anderer Religion. Auch Leute mit einer anderen politischen Überzeugung haben mit Intoleranz zu kämpfen, alleinerziehende Mütter mit Kindern, Großfamilien, Senioren, Körperbehinderte, Übergewichtige, Leute mit Sprachfehlern oder Dialekt, Empfänger von ALG II und andere. Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen.

Was kann gegen Intoleranz getan werden?

Mit staatlichen Mitteln, wie Gesetze und Verordnungen lassen sich bestenfalls die Auswüchse eindämmen. Intoleranz entsteht vor allem durch mangelndes Wissen und fehlendes Selbstvertrauen. Die besten Mittel gegen Intoleranz sind daher Information und ein erfolgreiches Leben. Es gibt viele Gelegenheiten, andere Kulturen kennen zu lernen. Dazu braucht man nicht einmal zu verreisen. Überall in Deutschland finden kulturelle Veranstaltungen statt, bei denen es Gelegenheit gibt, Menschen aus anderen Ländern oder mit einer anderen Einstellung kennen zu lernen. Ein Beispiel dafür ist das Bardentreffen in Nürnberg. Bei diesem größten kostenlosen Musikfestival Europas kommen mehr als 200.000 Menschen vieler Nationalitäten zusammen, um Musik aus aller Welt zu lauschen.
Wer zudem sein Leben in die eigene Hand nimmt und hart arbeitet, wird den Erfolg sehen und braucht nicht auf andere neidisch zu sein.