Wenn Du in ein Gespräch zweier Ur-Berliner gerätst, fragst Du Dich vermutlich, ob sie wirklich Deutsch reden. Nein, irgendwie tun sie das nicht. Denn „Berlinerisch“, also der Dialekt der Hauptstädtler, weist tatsächlich viele Einflüsse anderer Sprachkulturen auf. Was heißt beispielsweise der Ausspruch „Nehm‘ Se jrün. Det hebt“?

Es jrünt so jrün

Mit jrün ist die Farbe Grün gemeint – darüber ist man sich einig. Und in diesem Fall ist die Farbe definitiv in positivem Zusammenhang zu sehen. Grün als Farbe der Hoffnung, als Modefarbe, als Farbe des Frühlings und der guten Laune. Nicht ganz so einig ist man sich bei der Schreibweise. Mal findet man „jrün“, ein anderes Mal „jrien“. Selbst die Berliner verwenden mal diese und mal jene Schreibart…

Was hebt denn da?

Nachdem nun der erste Teil des Spruchs mit „Nehmen Sie grün“ feststeht, bleibt die Frage, was denn daran „hebt“… Hier herrschen verschiedene Meinungen vor. Einerseits heißt der Satzteil übersetzt in die heutige Jugendsprache wohl so viel wie hip, trendy, angesagt oder cool – etwas ist also modern. In dem Fall passt der Spruch gut in die Modewelt – „Nimm das Shirt, denn Grün liegt gerade im Trend“ oder so ähnlich.

Es gibt allerdings noch eine andere Variante der Übersetzung. Demnach benutzt man in verschiedenen Gegenden, etwa im schönen Schwabenland, das Verb „heben“ für „halten“. Dann würde der Berliner jemandem zu der grünen Variante raten, weil es hält. Denk beispielsweise an Gemüse, dann passt auch diese Interpretation gut. „Nimm das frische, grüne Gemüse, das hält länger“ – man hat also länger von einer Sache.

Zuletzt könnte „hebt“ ganz einfach von „hebt die Laune“ abstammen. Und eigentlich liegen die drei Interpretationen gar nicht so weit voneinander entfernt. Ob Du zu Grün greifst, weil es gute Laune macht, modern ist oder einfach lange im Trend bleibt – egal, Hauptsache, es gefällt Dir.

Und weil es so schön klingt…

…kurz noch einige Klassiker der Berliner Schnauze. Kennst Du diese Ausdrücke? Wem „blümerant“ zumute ist, der schwächelt. Wer „Fisimatenten“ macht, der sorgt für Ärger. Und wenn etwas „jottwedee“ ist, dann liegt es so weit entfernt, dass kein Berliner sich dahin auf den Weg machen würde… Da kiekste, wa?!