»Pfui Deibel!« – Schutzzauber gegen das Böse

Ein »Pfui Deibel!« entfährt auch heute noch so manchem, aus Ekel, aus Abscheu, aus Missbilligung. – Was steckt dahinter?

Herkunft

»Pfui« ist eine lautmalerische Form des Ausspuckens, die man so oder ähnlich in vielen Sprachen findet. Spucken dient von alters her dem Schutz und der Abwehr böser Mächte und Kräfte. Viele zauberische Rituale und Beschwörungen kennen das Spucken. Von daher kommt es auch, wenn Schauspieler dreimal über die Schulter spucken oder Spieler auf ihre Würfel.

»Deibel« versteht heute noch jeder unschwer als Variante des Wortes »Teufel«. Wie es zu dieser Variante in der Sprachentwicklung gekommen sein mag, dafür gibt es mehrere Wege.

Die Abwandlung von T in D nennt die Sprachwissenschaft Konsonantenerweichung. Das harte T wird weich, beim kölschen »Daach« im Vergleich zum hochdeutschen »Tag«. Die Abwandlung von eu in ei nennt die Sprachwissenschaft Entrundung. Man formt den Mund nicht mehr rund, beim bayerischen »nei« und »heit« im Vergleich zum hochdeutschen »neu« und »heute«. Die Abwandlung von f in b nennt die Sprachwissenschaft Konsonantenverschiebung, wie etwa beim preußischen »scheeb« im Vergleich zum hochdeutschen »schief«.

Auf solche Weise könnte »Deibel« aus »Teufel« entstanden sein.

Ebenso kommt »Deibel« als Verballhornung infrage, als eine entstellte Form des »Diabolus«, wie der Teufel lateinisch in der Kirche heißt. Das Wort stammt ursprünglich aus dem Griechischen und meint in seiner Zusammensetzung aus »dia« (entgegen) und »bállein« (werfen) jemanden, der Zerwürfnis stiftet. Der Diabolus ist die Personifizierung des Bösen.

Schließlich könnte es sich bei »Deibel« um eine Eindeutschung des französischen »diable« handeln, wobei sich Französisch als romanische Sprache wiederum aus dem Lateinischen ableitet. Unwahrscheinlich ist das nicht, bedenkt man, dass vor allem in der Zeit des 17. bis 19. Jahrhunderts das Französische einen vergleichbar starken Einfluss auf die deutsche Sprache hatte wie das Englische heute.

Trivia / Fun Facts

»Pfui Deibel, ist die hässlich!«, legte die deutsche Synchronregie Anfang der 1970er Jahre dem Schauspieler Carlo Pedersoli in den Mund, der damals als Bud Spencer an der Seite des bereits aus den Karl-May-Filmen bekannten Mario Girotti alias Terence Hill für höchste Einspielergebnisse in den deutschen Kinos sorgte. Der Film trägt den Titel »Vier Fäuste für ein Halleluja« und gehört bis heute zu den Top Ten mit den meisten Besuchern.

Verantwortlich für das Zitat ist Rainer Brandt, der damals Kinofilme und Fernsehserien nachträglich vergagte, also mit Witzen aufpeppte, die speziell auf das deutsche Publikum zugeschnitten waren. Was auf den ersten Blick möglicherweise kritikwürdig erscheint, relativiert sich zum einen dadurch, dass dem Originalfilm ohnehin ein einheitliches Drehbuch fehlte – dort sprachen die Schauspieler Italienisch, Spanisch und Englisch durcheinander und verstanden einander oft gar nicht.

Zum anderen handelte es sich um eine regelrechte Zeiterscheinung. Einschlägig bekanntes weiteres Beispiel aus jenen Jahren sind die Abenteuer der Comic-Agenten Clever und Smart des spanischen Zeichners Francisco Ibáñez, die seit Anfang 2018 vom Carlsen-Verlag erstmals in einer dem Original entsprechenden Übersetzung für die deutschen Leser herausgebracht werden.

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