Millionen von Kraftfahrern sind täglich auf Deutschlands Straßen unterwegs. Die große Mehrheit von ihnen fährt aufmerksam und rücksichtsvoll und hält sich an die Gesetze. Leider gibt es aber immer wieder einige, die zum Beispiel auf dem Roller ohne Fahrerlaubnis unterwegs sind.

Fahren ohne Fahrerlaubnis oder Führerschein, was ist der Unterschied?

Zunächst einmal solltest Du wissen, dass der Gesetzgeber keinen Unterschied macht, ob Du mit einem Roller oder einem Auto unterwegs bist. In den entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen ist nur von Fahrzeugen die Rede. Damit sind mit Motorkraft angetriebene Fahrzeuge gemeint. Anders sieht es beim Fahren ohne Führerschein oder beim Fahren ohne Fahrerlaubnis aus. Entgegen landläufiger Meinungen bedeuten beide Verkehrsdelikte nicht dasselbe. Zwischen beiden Fällen gibt es große Unterschiede.

Fahren ohne Führerschein

Dieses Verkehrsdelikt stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Um es an einem konkreten Fall zu verdeutlichen: Wenn Du mit Deinem Roller unterwegs bist, aber Deine Fahrerlaubnis nicht bei Dir hast (vielleicht steckt sie in der anderen Jacke oder liegt daheim), fährst Du ohne Führerschein. Das wird als eine Ordnungswidrigkeit eingestuft, für die Du ein Bußgeld von 10 Euro bezahlen musst. Um zu beweisen, dass Du im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis bist, musst Du diese auf der zuständigen Polizeiwache vorzeigen.

Fahren ohne Fahrerlaubnis

Das ist ein Verkehrsdelikt einer völlig anderen Dimension. Dabei handelt es sich nicht mehr um eine Ordnungswidrigkeit, sondern um ein Verbrechen. Mit dem Begriff „Fahren ohne Fahrerlaubnis“ meint der Gesetzgeber, dass der Fahrzeugführer nicht die notwendige Berechtigung besitzt, um das Fahrzeug zu führen. Das bedeutet, entweder war er niemals im Besitz einer Fahrerlaubnis oder sie wurde ihm wegen anderer Verkehrsdelikte (Fahren unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen) entzogen. Auch das Fahren trotz Fahrverbot wird als Fahren ohne Fahrerlaubnis gewertet.

Wie wird Fahren ohne Fahrerlaubnis bestraft?

Der Gesetzgeber sieht dafür Geldstrafen oder sogar Gefängnis vor. Die Höhe der Strafe hängt von den jeweiligen Umständen ab. So wurde beispielsweise der bekannte Fußballspieler Marco Reus (Mittelfeldspieler bei Borussia Dortmund) bei einer Verkehrskontrolle erwischt. Er war bereits jahrelang ohne Fahrerlaubnis unterwegs und musste eine Geldstrafe von mehr als 500.000 Euro bezahlen.

Konkret sagt §21, Absatz 1 STVG, dass jedem Fahrzeugführer, der ohne Fahrerlaubnis oder trotz Verbots ein Fahrzeug führt, mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr bestraft werden kann.
Der Absatz 2 sagt weiter aus, das demjenigen, der vorsätzlich oder fahrlässig handelt, mit einer Geldstrafe bis 180 Tagessätzen oder Freiheitsstrafe bis zu 6 Monaten bestraft werden kann.
Wenn der Halter des Fahrzeugs davon wusste oder die Straftat anordnete, wird er ebenfalls bestraft, als ob er gefahren wäre.
Im Wiederholungsfall kann das zur Straftat benutzte Fahrzeug eingezogen und beschlagnahmt werden.