Die Mehrwertsteuer ist eine Steuer, die auf die verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette erhoben wird. Im Gegensatz zur Umsatzsteuer können Mehrwertsteuer-Einnahmen mit Mehrwertsteuer-Ausgaben verrechnet werden. Die Mehrwertsteuer ist im Laufe der Jahre von 10 Prozent bei ihrer Einführung im Jahr 1968 auf einen Satz von aktuell 19 Prozent gestiegen. Der ermäßigte Steuersatz von fünf Prozent wurde im Laufe der Jahre auf sieben Prozent erhöht.

Die Einführung der Mehrwertsteuer

Vor der Einführung der Mehrwertsteuer musste eine Umsatzsteuer auf alle erzielten Umsätze geleistet werden. Ein Vorsteuerabzug war nicht möglich, d.h. gezahlte Umsatzsteuer und eingenomme Umsatzsteuer konnten nicht miteinander verrechnet werden. Je mehr Unternehmen ein Produkt während seiner Fertigung bis zum Endverbraucher also durchlief, desto höher war seine Steuerlast. Carl Friedrich von Siemens kritisierte dieses Prinzip bereits im Jahr 1919. Jedoch wurde das Konzept der Mehrwertsteuer erst in den 1940er Jahren in Frankreich das erste Mal ansatzweise umgesetzt. 1953 schuf Michigan ein alle Wirtschaftszweige umfassendes Mehrwertsteuersystem. In Deutschland wurde die Mehrwertsteuer 1968 eingeführt.

Das Prinzip der Mehrwertsteuer

Da Mehrwertsteuereinnahmen und -ausgaben von Unternehmen miteinander verrechnet werden können, zahlen diese im Endeffekt nur eine Steuer auf den von ihnen geschaffen Mehrwert. Sie ist demnach eine indirekte Steuer. Träger der Steuer ist der Endverbraucher eines Produkts, da dieser die Mehrwertsteuer nicht verrechnen kann.

Die Veränderung der Mehrwertsteuer von 1968 bis heute

Bei der Einführung der Mehrwertsteuer am 1. Januar 1968 betrug der Regelsatz der Mehrwertsteuer zehn Prozent. Schon ein halbes Jahr später wurde er auf elf Prozent erhöhnt. Danach folgte durchschnittlich alle fünf bis zehn Jahre eine Erhöhung um einen Prozentpunkt. 1978 auf zwölf Prozent, Mitte 1979 auf 13 Prozent, im Juli 1983 auf 14 Prozent, 1993 auf 15 Prozent und im April 1998 auf 16 Prozent. Um ganze drei Prozentpunkte wurde die Mehrwertsteuer schließlich 2007 angehoben. Seitdem liegt der Mehrwertsteuersatz in Deutschland bei 19 Prozent.

Der ermäßigte Steuersatz

Neben dem vollen Mehrwertsteuersatz gibt es einen ermäßigten Satz für Güter des täglichen Bedarfs. Dazu zählen unter anderem Lebensmittel, Bücher und Zeitungen, Futtermittel sowie Erzeugnisse aus der Land- und Forstwirtschaft. Am 1. Januar 1968 wurde ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz von fünf Prozent eingeführt, ein halbes Jahr später wurde er um 0,5 Prozent angehoben. 1978 stieg der Satz auf sechs Prozent, Mitte 1979 auf 6,5 Prozent. Seit dem 1. Juli 1983 gilt in Deutschland ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent.