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Humor ist unterschiedlich und vieldeutig – aber darf man z.b. an den Chef als Aprilscherz ein sofortige Kündigung schicken?

Humor und Aprilscherze im Büro können sich leider als wahre Tretmine erweisen. Während es „früher“ oftmals viel zu deftig zuging, hat sich die Kultur in den Unternehmen weiterentwickelt: Frotzeleien und insbesondere anzügliche Bemerkungen wegen des Geschlechts, des Aussehens oder gar der Religion gelten heutzutage – zum Glück – viel eher als Einstieg ins Mobbing. Denn als Ausweis eines guten Humors.

Deshalb sollten Arbeitnehmer und insbesondere auch die Chefs aufpassen, dass es nicht eskaliert. Denn so mancher Scherz hinterlässt tiefe Wunden, da sie Existenz oder Persönlichkeit des Empfängers nachhaltig verletzen. Und in schlimmeren Fällen den Spaß an der Arbeit zerstören und zur Inneren Kündigung führen.

Unsere Don’ts der Aprilscherze – bitte nicht

Wäre es nicht toll, wenn der Arbeitsalltag ein bisschen humorvoller sein würde und es am 1. April mal so richtig kracht? Viele Ideen bringen den Laden richtig durcheinander – leider nicht nur für Sekunden.

Folgende Aprilscherze gehören zu den TOP 2 unserer Highlight-Liste „Bitte nicht“:

1. Darf man an den Chef als Aprilscherz eine sofortige Kündigung schicken?

Da können wir mit einem ganz entschiedenen, doppelten „Nein“ antworten: Diese Mail kann beim Chef grundsätzlich nur Verärgerung und Verwunderung auslösen. Schätzt er den Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin: So ist er geschockt und fragt sich angesichts der Hinzufügung „sofort“ oder „fristlos“, was er oder die Kollegen denn falsch gemacht haben. Sofort bedeutet eigentlich nur, dass es irgendeine Art Übergriff (Schlägerei? Unangemessene sexuelle Berührung?) gegeben hat. Da schrillen gleich die Alarmglocken.

Da eine Kündigung zudem nur *ankommen* muss, ist sie (eigentlich) gleich wirksam. Egal ob der Chef diese annimmt oder nicht: Die Laune ist versaut, die Zusammenarbeit gestört. Denn bei längerem Nachdenken werden die meisten Menschen eine Frustration im Hintergrund erkennen oder das Fünkchen Wahrheit. Wnn der Chef die Kündigung annimmt und auf ihre Gültigkeit besteht? Dann musst Du Dich im schlimmsten Fall darüber streiten, ob „erkennbar eine Scherzerklärung vorgelegen hat“. Dann ist sie nicht gültig. Das Lachen dürfte allen Beteiligten dann aber bereits vergangen sein.

2. Darf man als Chef vom E-Mail Account eines Angestellten, der seinen Computer ungesperrt stehen gelassen hat, in seinem Namen eine spaßige Mail an den Abteilungsverteiler schicken?

Hier würde unsere Redaktion ebenfalls sagen: Bitte nicht! Der Verfasser weiß im ersten Moment gar nichts von seinem „Glück“ und es kann nur zu peinlichen Situationen kommen. Der „Nerv-Faktor“ kann dann wesentlich höher als der Motivations-Faktor sein.

Überraschende kleine Gesten wirken besser als die krampfhafte April-Scherz Suche

Natürlich soll das Büro oder die Arbeitsstätte nicht komplett humorbefreit sein. Aber der 1. April kann durchaus wesentlich mehr Aggressions- und Störpotenzial als Entspannung bieten. Stattdessen könnten Sie als Chef oder Unternehmensleitung ganz unabhängig von diesem April mehr auf Überraschung oder die Motivation zwischendurch setzen.

Wie wäre es mit folgenden, kleinen Gesten für das gute Betriebsklima:
+ Einen überraschenden „Fresskorb“ für den Montagmorgen: Gut in der Teeküche als Gruß vom Chef platziert kann dieser ein echter Stimmungsaufheller sein. Je nach Geschmack, Umgebungstemperatur und natürlich den Vorlieben der Mitarbeiter kann dies Obst, Schokolade oder eine Überraschungs-Rundmail zu einem Eiskaffee sein.
+ Die kleine, kostenfreie Mail mit Aufhebung der Gleitzeit nach/vor einem bedeutenden Ereignis: In Betrieben, deren Leistungserbringung nicht unbedingt zeitkritisch ist kann das Angebot eines zusätzlichen Gleitzeit-Halbtages oder etwas ähnlichem Wunder wirken. Denken Sie an das Fußball-Weltmeisterschafts-Finale mitten in der Nacht. Die Aufhebung der morgendlichen Kernzeit kann hier wahre Motivations-Wunder bewirken.

Beispiele für kleine, freundschaftliche Gesten gibt es viele. Im Grundsatz sollten diese eher Gemeinsames aufbauen denn den kritischen Bereich des Humors betreten.

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