Viele Politiker kommen aus einem Beamtenberuf – wieso ist das so? Oder sind Politiker Beamte?

Der Beruf des Politikers selbst ist nicht mit einem Beamtenstatus verbunden. Vor allem in den Landesparlamenten sitzen jedoch viele Menschen, die vor ihrem Einzug in das Parlament einem Beruf mit Beamtenstatus nachgegangen sind. Hier erfährst Du, was den Beamtenstatus ausmacht und wer ihn erlangen kann.

Warum haben Beamte einen besonderen Status

Beamte gibt es in vielen Berufen, in denen Menschen als Diener des Staates arbeiten und besondere Rechte haben. Ein klassisches Beispiel dafür ist etwa der Beruf des Lehrers oder der Polizeibeamten. Aber auch die Post und andere staatliche Unternehmen verbeamten. Wer im Auftrag des Staates handelt, hat dabei oft eine besondere Weisungsbefugnis. Damit die Staatsdiener nicht bestechlich sind, genießen sie besondere Rechte. Zum Beamten wird man auf Lebenszeit ernannt. Das bedeutet, dass Beamte ohne schwerwiegenden Grund nicht entlassen oder gekündigt werden können. Zugleich steigen Beamte mit der Zeit automatisch in eine höhere Dienststufe. Sie erhalten mehr Geld und genießen eine vergleichsweise sichere Rente.

Auf der anderen Seite dürfen sich Beamte im Beruf nicht parteipolitisch äußern. Sie sind hier zur Neutralität angehalten. Historisch geht der Beamtenstatus auf den Feudalismus zurück. Also die Zeit, in welcher der Adel sich treue Staatsdiener schaffen wollte. die sich nicht gegen ihn wenden. Die Lehrer wurden damals Beamte, weil sie ein Züchtigungsrecht ausübten. Einige Bundesländer haben den Beamtenstatus für Lehrer zwischenzeitlich abgeschafft.

Darum sitzen so viele Beamte in den Parlamenten

Wer Beamter ist und in ein politisches Amt gewählt wird, kann sich freistellen lassen. Der Beamtenstatus bietet daher vielen Politikern ein sicheres soziales Netz. Anders als in vielen Bereichen der freien Wirtschaft können Politiker hier auch nach einigen Jahren im Parlament in ihren Beruf als Lehrer zurückkehren. Wer ein Mandat in einem der Landtage oder im Bundestag wahrnimmt muss sich also keine Sorgen machen, wenn er bei der nächsten Wahl den Wiedereinzug in das Parlament verpasst.

Ein wirkliches Risiko gehen jedoch auch Menschen ohne Beamtenstatus in der Politik nicht ein. Wer bei Wahlen nicht wieder gewählt wird, erhält in Deutschland übergangsweise weiter einen Teil seines Gehalts als Politiker ausgezahlt. Über eine gute ökonomische Absicherung kann sich somit kein Politiker beschweren. Mit einem Beamtenstatus in der Rückhand gestaltet sich die ökonomische Absicherung allerdings noch weit sorgenfreier. Vor allem in den Landesparlamenten sitzen viele Beamte. Auf Bundesebene finden sich auch viele Rechtsanwälte ohne Beamtenstatus als Mitglieder des Parlaments.

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