Gab es in der DDR keine Bananen oder ist das nur ein Gerücht?

Bananen waren in der DDR nicht verboten – und sie waren auch in begrenztem Umfang (zeitweise immer mal wieder) erhältlich. Beliefert wurden eher die Städte als die ländlichen Regionen. Vielleicht weil man auf dem Land noch eher die Chance hatte einen eigenen Anbau zu pflegen. Die eine oder andere Erdbeere hat auch in Deutschland schon das hiesige Wetter überstanden
Wie viele Waren sind Südfrüchte (z.B. Bananen, Kirschen, Erdbeeren, Orangen, Ananas und Melonen) schlicht eine Mangelware gewesen.

Der Grund ist einfach – sie hätten weitgehend aus dem kapitalistischen Westen importiert werden müssen. Das war weder politisch erwünscht noch möglich aufgrund des chronischen Devisenmangels. Gab es Bananen & co kamen Sie oft aus dem sozialistischen Bruderland Kuba und waren eher schon etwas mitgenommen und wenig schmackhaft. Man sprach beispielsweise bei entsprechenden Orangen von „Kubaorangen“ oder „Fidels letzter Rache“, was gleichbedeutend mit hart und ungenießbar war.
Trotzdem bildeten sich lange Schlangen um eine der begehrten Objekte zu ergattern – man hatte kaum eine Alternative. Zum Glück ist das jetzt inzwischen Banane. Wer das trotzdem als Kurzgeschichte beschrieben nachfühlen möchte kann das z.B. hier tun: http://www.online-roman.de/humor/humor-079.html

Warum interessieren uns besonders Bananen und nicht Kiwis?

Die Banane hatte sich schon früh zu einem wichtigen Symbol entwickelt. Für eine Westdeutsche Überflussgesellschaft auf der einen Seite und eine Ostdeutsche Mangelgesellschaft auf der anderen Seite. Obwohl der Apfel unangefochten auf Platz 1 im Konsum stand und steht.

Konrad Adenauer sah in der Banane eine „Notwendigkeit für uns alle“ und setzte bereits 1975 in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft Ihre zollfreie Einfuhr durch. Die SED wiederum erklärte 1972 den kontinuierlichen Import von Bananen sogar zu einem relevanten (Geheim-) Ziel.

Nach der Wiedervereinigung stieg der Pro-Kopf-Bananenverbrauch im Osten von Deutschland eine Zeit lang über das Westdeutsche Niveau. Inzwischen ist ganz Deutschland gewissermaßen eine weitgehend ausgeglichene Bananenrepublik. Zumindest gibt es heute überall genug Bananen – egal ob Nord-, Süd-, Ost und Westdeutschland. Und wer will kriegt auch jederzeit Exoten wie Kaki, Tamarillo und Physalis in fast jedem Supermarkt angeboten.

Und warum ist die Banane krumm? Erklärung

Vielleicht ist es so wie in dem Witz der spätestens 1990 in einem Buch festgehalten wurde: „Warum ist die Banane krumm? Weil sie einen Bogen um die DDR gemacht hat.“ (Archives suisses des traditions populaires – Band 86 – Seite 147).

Die wahre Antwort ist leider ernüchternd einfach: Die Banane wächst zur Sonne damit sie genug Licht bekommt. Und wer das nicht glaubt, schaut dieses Expertenvideo:

Werbung: