Wäre Dagobert Duck ein Verbrecher, wenn er nicht in Entenhausen, sondern in Deutschland leben würde? Verweigert Mario Adorf in der Imagekampagne einer großen Versicherung zurecht das Vorhaben, eine Zigarre mit einem Geldschein anzuzünden? Der eine bunkert Unmengen des Zahlungsmittels, der andere sollte es gar vernichten. Darf man das, oder gehört Onkel Dagobert eigentlich zu den Panzerknackern in den Knast?

Freispruch für Dagobert

Weder in Entenhausen noch in Deutschland ist es verboten, große Geldsummen zu sammeln oder in irgendeiner Weise zu beschädigen. Du kannst also getrost Konfetti aus Deinen Zehnern machen oder sogar Hunderter als Heizmittel nutzen.

Woher stammt der Irrglaube?

Allgemein besteht immer wieder die Meinung, dass man mit Abheben des Geldes zwar der Besitzer, jedoch nicht der Eigentümer des Zahlungsmittels ist. Das heißt im Klartext: Als Besitzer kannst Du auf Dein Geld zugreifen und es verwalten, der Eigentümer jedoch hat die rechtliche Herrschaft daran. Eigentümer wäre in diesem Fall der Staat. Der Umgang mit Scheinen und Münzen wäre Dir demzufolge erlaubt, das bewusste Zerstören dagegen nicht.

Dies trifft jedoch nicht zu, denn ab dem Moment, wo Du das Geld rechtmäßig in Händen hältst, bist Du der Eigentümer und kannst nach Paragraph 903 des BGBs damit nach Belieben verfahren.

Was tun mit beschädigten Scheinen?

Was aber, wenn Du nun doch einen Geldschein zerrissen hast? Bist Du im Besitz von mehr als der Hälfte des Scheins, tauscht die Bundesbank Dir diesen in einen neuen Schein ein. Zumindest, wenn Du ihn versehentlich zerstört hast. Vorsätzlich beschädigte Zahlungsmittel müssen nicht umgetauscht werden. Überlege also gut, wie Du mit Deinem sauer Ersparten umgehst…

Andere Länder, andere Sitten

Vorsicht, wenn Du im Ausland ein Scheinchen zerstörst. In manchen Ländern wirst Du tatsächlich dafür bestraft. Wirst Du in den USA dabei erwischt, kommst Du mit Glück mit einer Geldstrafe davon, auch eine Haftstrafe ist denkbar.

Die Beschädigung von Münzen und Scheinen wird vor allem in Ländern verurteilt, in denen Nationalheiligtümer oder das Staatsoberhaupt darauf zu sehen sind. Du machst Dich der Majestätsbeleidigung schuldig, wenn Du beispielsweise in Thailand auf das abgebildete Antlitz des Königs Bhumibol Rama IX trittst. Wenn Du nicht im Gefängnis landen willst, überlege Dir also, ob Du auf einen Schein oder eine Münze steigst…