Deutschland ist das Land der Dichter und Denker. Goethe, Schiller, Brecht und Co. begeisterten seit jeher und sind auch heute noch sehr beliebt. Ziemlich jeder deutscher Schüler wird zumindest in der Theorie schon einmal mit einem der großen deutschen Dichter in Berührung gekommen sein. Neben Gedichten sind vor allem ihre Dramen von großer Bedeutung für die Weltliteratur. Doch wie lassen sich diese Dramen eigentlich einteilen? Was macht eine Komödie, was macht eine Tragödie aus? Und was haben diese Bücher überhaupt mit Schauspielen zu tun?

Das Drama als alte Kunstform – Schauspiel als Unterhaltung

Sowohl Komödien, als auch Tragödien, sind Formen des Dramas. Diese Kunstform geht bereits auf die alten Griechen zurück. Im Prinzip beschreibt der Begriff Drama ein Text mit verteilten Rollen. Sie dienen in der Regel als Grundlage für Schauspiele. Sie können entweder in Buchform gelesen werden oder auf den Bühnen der Welt als Aufführung bewundert werden.

Das besondere an Aufführungen von Dramen liegt in dem Fokus auf das Gesprochene. In der Regel ist das Bühnenbild zweitrangig, vorrangig die Bedeutung des Textes und die schauspielerische Leistung der Protagonisten machen den Reiz einer solchen Aufführung aus. Bereits im Griechenland wurden Stücke vor Publikum aufgeführt. Neben der Unterhaltung hatten Schauspiele auch immer einen Bildungsauftrag. Einer der bekanntesten Autoren der Zeit, Aristoteles, unterteilte seine Dramen in diese noch heute gültigen, zwei Kategorien: Komödie und Tragödie.

Belustigend, aber gesellschaftskritisch – Die Komödie

Die Komödie soll den Leser oder Zuschauer unterhalten und erheitern. Dies schafft sie häufig über Situationskomik. Die Protagonisten sollen in abwegige und verzerrte Situationen kommen und über die so entstehende Absurdität den Betrachter belustigen. Die Geschichte muss dabei nicht zwangsläufig realistisch sein. Wichtig ist es jedoch, dass sich die Zuschauer im Protagonisten oder anderen Charakteren wiedererkennen können. Durch das dadurch entstehen Mitgefühl wird der Zuschauer mehr in die Komödie involviert.

Ein weiteres Grundmerkmal ist der meist positive Ausgang der Geschichte. Im Hintergrund steht neben all der Belustigung auch immer eine ernste Intention. Durch die Überzeichnung der Charaktere und die Darstellung absurder Situationen soll Kritik an bestehenden Systemen, Menschen oder der Gesellschaft allgemein vermittelt werden. Bekannte deutsche Komödien sind beispielsweise „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt oder „Biedermann und die Brandstifter“ von Max Frisch.

Ein Wechselbad der Gefühle mit schlechtem Ende – Die Tragödie

Im Gegensatz zur Komödie soll die Tragödie beim Zuschauer gemischte Gefühle wecken. Dabei ist das Prinzip immer ähnlich. Der Protagonist versucht sich seinem vorherbestimmten Schicksal zu entziehen und durchläuft dabei mehrere Phasen. Im Vordergrund steht die Entwicklung, die er dadurch nimmt. Mit der Veränderung des Protagonisten soll auch ein Wechselspiel der Gefühle beim Betrachter entstehen. Er soll Sympathie, Antipathie und Mitleid empfinden und stets „hin und her gerissen sein“.

In der Regel endet die Tragödie, im Gegensatz zur Komödie, mit einem traurigen Ende – der Protagonist stirbt beispielsweise. Bekannte deutsche Tragödien sind unter anderen „Die Leiden des jungen Werther“ von Goethe oder „Die Räuber“ von Schiller.