Wie viel verdiente ein Arbeiter in Berlin 1930? Und was wäre das nach heutiger Kaufkraft?

Wie viel Geld hatten die Menschen damals in der Weimarer Republik zum Leben? Was verdiente ein durchschnittlicher Arbeiter in Berlin? Hier findest Du die Antworten und erfährst, wie Du Reichsmark in Euro umrechnen kannst.

Wie viel verdiente ein Arbeiter in Berlin 1930?

Schon damals unterschied sich der Verdienst von Angestellten, Arbeitern und ungelernten Kräften. Laut den Daten der Invalidenversicherung 1930 ergibt sich ein Durchschnittsverdienst von 30 Reichsmark pro Woche. Diese Zahl ist allerdings kritisch zu sehen. Hier drücken schlechter verdienende Hausangestellte und Landarbeiter den Durchschnitt.

Eine bessere Auskunft geben die Daten der Tarifverträge. Arbeiter, die nach Tarif bezahlt wurden, brachten 54 Reichsmark pro Woche nach Hause, wenn sie ihren Beruf erlernt hatten. Ungelernte Arbeiter verdienten wöchentlich um die 42 Reichsmark (RM). Ein anderes Dokument berechnet den durchschnittlichen Monatsverdienst eines Arbeiters speziell für Berlin mit 113,5 RM und kommt für einen Angestellten in Berlin auf 113,6 RM.

Diese Zahlen sind interessant, weil in den restlichen Gebieten der Weimarer Republik der Unterschied zwischen Angestellten und Arbeitern erheblich größer war.

Wieviel Reichsmark (RM) sind ein Euro?

Genau lässt sich der Kurs immer nur täglich nennen. Es gilt die Faustformel, dass eine Reichsmark circa vier Euro entspricht. Damit kannst Du ungefähr vergleichen, was Du heute für das Geld alles kaufen könntest. Allerdings musst Du dabei bedenken, dass die Lebenshaltungskosten sich auch verändert haben. Um wirklich herauszufinden, ob es den Arbeitern in Berlin 1930 besser ging als uns heute, musst Du errechnen, wie hoch deren Kaufkraft war.

Was kostete wie viel 1930?

Zeitungen und Statistiken bezeugen, dass ein Kilo Brot im ersten Halbjahr 1930 39 Pfennig gekostet hat. Für ein Pfund Butter wurden 1,60 RM berechnet und ein Pfund Rindfleisch zum Beispiel kostete 1,50 RM.

Wie lange musste für einzelne Dinge gearbeitet werden im Vergleich zu heute?

Die Kosten für die Wohnung betrugen circa 12 % des Einkommens. 5 % des Verdienstes mussten die Arbeiter 1930 durchschnittlich für ihre Wohnnebenkosten aufbringen. Damit Du Dir ein konkretes Bild machen kannst, hier die Preise von bekannten Gütern:

  • Ein Auto hast Du damals ab 2000 Reichsmark bekommen.
  • Für eine Fahrt mit dem Zug von Berlin nach München wurden 29,20 RM fällig, allerdings nur in der dritten Klasse.
  • Die Preise für Fahrräder variierten zwischen 60 und 100 RM.
  • Wenn Du damals ins Kino wolltest, musstest Du 1-3 RM Eintritt bezahlen.
  • Übrigens hat eine Schreibmaschine mindestens 170 RM gekostet.

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