Hast Du Dich schon einmal gefragt, was eigentlich Pronation oder Supination ist? Dabei handelt es sich grob gesagt um eine spezielle Bewegungsform der Gliedmaßen. Hier haben wir passende Erklärungen für Dich. Diese sind selbstverständlich auch für Menschen verständlich, die kein absolviertes Medizinstudium aufweisen können.

Pronation

Als Pronation (lateinisch) wird in der Anatomie und Medizin die Einwärtsdrehung der Gliedmaßen genannt. Die Pronation ist die Gegenbewegung zur Supination. Die Pronation wird neben Einwärtsdrehung auch Einwärtskantung (beim Fuß) bezeichnet.

Pronation des Unterarms

Mit einer Drehbewegung des Radius (Speiche) um die Ulna (Elle) wird die sogenannte Pronationsbewegung realisiert. Ermöglicht wird diese Bewegung von der Articulatio radioulnaris distalis und proximalis. Damit gelangt der Daumen wieder nach innen (medial) und die Hand in die Ruheposition, während die Handfläche nach unten zeigt.

Vornehmlich wird diese spezielle Bewegung durch drei Muskeln durchgeführt: Dem runden Einwärtsdreher (Musculus pronator teres), dem quadratischen Einwärtsdreher (Musculus pronator quadratus) sowie dem Oberarmspeichenmuskel (Musculus brachioradiali). Letzterer proniert bei einem supinierten Unterarm. Bei dieser Bewegung überkreuzen sich Speiche und Elle, die Handfläche zeigt bei einem hängenden Arm nach hinten.

Pronation des Fußes

Beim Fuß ist die Pronation eine Drehung um seine Längsachse. Dabei wird der innere Fußrand gesenkt und der äußere Fußrand gehoben. Die Ferse bewegt sich dabei nicht mit. Bezeichnet wird die Fußstellung in dieser Richtung auch als Eversion. Der sogenannte Eversionswinkel liegt im Normalfall bei 0 Grad. Die Pronation eines Fußes stellt eine natürliche Dämpfungsbewegung dar und ist eine natürliche Bewegung nach innen. Verantwortlich für diesen Bewegungsablauf sind die Muskeln Musculus peroneus longus und Musculus peroneus brevis.

Bei einem zu starken Einknicken des Fußrandes spricht man von einer Überpronation. Bei dieser werden Sehnen, Bänder und Gelenke stark belastet. Eine solche Überpronation kann unterschiedliche Ursachen besitzen, beispielsweise Übergewicht, eine Fußfehlstellung oder Ermüdung. Die Überpronation tritt ebenfalls bei Laufanfängern an, die noch über unzureichend trainierte Stützapparate verfügen. Viele Hersteller von Laufschuhen bieten deshalb Modelle für Neutralfußläufer und Überpronierer an.

Supination

Eine Auswärtsdrehung der Hand oder Fußes wird in der Anatomie und Medizin als Supination (lateinisch) bezeichnet. Diese Position ist das Gegenstück zur Pronation.

Supination des Armes

Bei dieser Bewegung wird eine sogenannte Auswärtsdrehung der Hand durch eine Rotation des Unterarmes durchgeführt. Speiche und Elle liegen nach dieser Drehung parallel nebeneinander. Die Handfläche zeigt bei hängenden Armen nun nach vorn. Die Handfläche zeigt bei dieser Bewegung nach oben, während der Daumen nach außen zeigt. Verantwortlich sind dabei Musculus biceps brachii, supinator und brachioradialis sowie die Gelenke Articulatio radioulnaris distalis und proximalis.

Supination des Fußes

Beim Fuß stellt diese Bewegung eine Senkung des äußeren sowie eine Hebung des inneren Fußrandes dar. An den Füßen beschreibt die Supination die Senkung des äußeren bei gleichzeitiger Hebung des inneren Fußrandes. Die Supination wird auch als Auswärtskantung bezeichnet. Die entgegengesetzte Bewegung nennt man Pronation. Weitere Bewegungen des Fußes sind die Plantarflexion und die Dorsalextension.

Der dreiköpfige Unterschenkelmuskel ist der am stärksten supinierende Muskel. Supinatorisch wirkende Muskeln überwiegen im Vergleich. Deshalb wird während eines Sprunges eine etwas supinierte Haltung eingenommen. Bei anschließendem Bodenkontakt kann es deshalb zu Verletzungen der Außenbänder kommen, da der Fußaußenrand zuerst aufsetzt und dabei abknickt.